Mittelschwere kombinierte Touren über die Stubaier Gletscher


Untertitel: 
13.07.2008 - 19.07.2008

Mittelschwere kombinierte Touren über die Stubaier Gletscher

oder „Wer gewinnt die Fäärheizmedallje?“

Am Sonntag, den 13.Juli 2008 trafen wir (Alex, Jürgen, Hubert, Jochen und Martin) uns auf der Neuen Regensburger Hütte in den Stubaier Alpen. Die Hütte (2286m) erreichten wir nach einem 2,5-3 stündigen Aufstieg von Neustift-Falbeson aus. Hier wurden wir die ganze Woche über von „Meister Eders“ Hüttenpersonal herzlich versorgt. Das angebotene Essen war reichhaltig, lecker und liebevoll zubereitet (Tellerdekoration wie aus´m Fernsehen). Die tägliche Extraportion „FraFu“ und das allabendliche Knack-Spiel sorgte für allseits gute Stimmung und ein ausgeglichenes Klima. Das Wetter dagegen zeigte sich eher wechselhaft - von Schneefall über Nebel bis Sonnenschein war alles dabei. Dies sollte sich auf die Tourengestaltung nicht unerheblich auswirken.

Montag

Nach dem Dauerregen am Sonntag sank die Schneefallgrenze über Nacht nahezu auf Hüttenniveau. Im Schneetreiben stiegen wir auf gut markiertem Weg in Richtung Kreuzspitze (3082m) und östliche Knotenspitze (3100m) auf. Wir nutzten das erste genügend tiefe Schneefeld, um das richtige Setzen eines T-Ankers zu üben. Drahtseilversicherte Passagen ermöglichten uns den Aufstieg zur Kreuzspitze. Die Schneeverhältnisse ließen die geplante Besteigung der Knotenspitze und den Abstieg über den Gugeliger Ferner nicht zu, so dass wir auf gleichem Wege wieder zur Hütte abstiegen. Die ungünstige Wetterlage ließ uns die geplanten Touren am Abend noch einmal überdenken. Der zu Rate gezogene Hüttenwirt Herr Eder verpasste uns einen Schock: Die geplanten Touren, die sowohl auf dem Hüttenflyer als auch auf der Homepage beschrieben sind, schätzte er als nicht machbar ein. Gründe dafür seien der starke Rückzug der Gletscher und die große Steinschlaggefahr aufgrund durchweg brüchigen Geländes. Unsere Stimmung konnte auch ein spendierter Obstler an diesem Abend nicht mehr heben.

Dienstag

Trotz der Hiobsbotschaften am Vorabend unternahmen wir bei sonnigem Wetter den Versuch, über den Hochmoosferner die östliche Seespitze (3416m) zu besteigen. Durch das Hochmoos, vorbei am Falbesoner See, ging es auf den ersten Gletscher unserer Tour. Den Aufstieg zur östlichen Seespitze mussten wir wegen der rutschigen Schneeauflage etwa 120m unterhalb des Gipfels abbrechen. Entgegen den Äußerungen des Hüttenwirtes erschien die Besteigung des Gipfels bei entsprechenden Wetterverhältnissen jedoch möglich. Ein neues Highlight schufen wir uns dann selbst, indem wir in einer Gletscherspalte auf dem Hochmoosferner ausgiebig die Spaltenbergung übten. Pünktlich zum Abendessen waren wir wieder an der Hütte, sehr zur Beruhigung des Hüttenwirtes.

Mittwoch

An diesem Tag versuchten wir uns an der Besteigung der Hinteren Plattenspitz (3088m) und der Nördlichen Kräulspitz (3292m) über den Knotenferner. Wir wollten uns erneut selbst ein Bild von der Begehbarkeit der beschriebenen und geplanten Routen machen. Lorenz legte sich mächtig ins Zeug, den restlichen Schnee wegzuschmelzen und so manches Bleichgesicht in ein zünftiges Kaminrot zu verwandeln. Der Zustieg zum Gletscher entlang des Gletscherbachs führte zum Teil über stark verblocktes Gelände. Am Gletscher angekommen, hieß es: Anseilen und Steigeisen anziehen (sofern man sie eingepackt hatte). An Gletscherspalten vorbei zog sich der Weg über den Gletscher bis kurz unterhalb der Plattenspitze hin. Eine ausgiebige Rast auf dem Gipfel ließ uns die ausgesprochen gute Fernsicht genießen. Auch den Übergang zur Nördlichen Kräulspitze konnten wir von dort aus in Augenschein nehmen. Der äußerst brüchige Grat und Zeitmangel ließen uns von der Besteigung der Kräulspitze Abstand nehmen. Statt dessen nutzten wir den Rückweg dazu, um das Setzen von Eisschrauben und Eissanduhren, sowie den gesicherten Abstieg am Fixseil zu üben.

„Achtung Arschbombe!“: Die verbleibende Zeit an der Hütte verbrachten wir mit ausgiebigem Baden und Waschen am Falbesoner Bach.

Donnerstag

Morgenstund´ hat Gold im Mund. Früher als sonst ging es los, denn der Wetterumschwung war schon im Anmarsch. Bei zunehmend schlechter werdender Sicht stiegen wir über stark verblocktes Gelände zum Gugeliger Ferner auf. Wegen der schlechten Sicht querten wir den Gletscher weit unten, um über den Ostgrat zur Kreuzspitze zu gelangen. Über Kletterpassagen im 2. Grad erreichten wir bald das uns schon bekannte Gipfelkreuz der Kreuzspitze. Einsetzender Regen ließ uns den Übergang zur Knotenspitze (ebenfalls im 2. Grad) kurz vor dem Ziel abbrechen. Regenwetter und schlechte Sicht begleiteten uns auch beim Abstieg zur Hütte.

Freitag

Das Wetter vom Vortag setzte sich nahtlos fort. Wir beschlossen, den Tag als reinen Übungs- und Ausbildungstag unter Anleitung unseres Bergführers Hubert zu nutzen. Die Feuerleiter der Hütte bot beste Voraussetzungen, um Prusiken, Selbstseilrolle und das Abseilen zu üben. Daran schlossen sich weitere Übungen zur Spaltenbergung und zum Standplatzbau am nahegelegenen Fels an.

Resümee

Trotz und wegen des stark veränderten Tourenprogramms hatten wir eine sehr abwechslungsreiche, lehrreiche und lustige Woche in den Stubaier Alpen. Die „Fäärheizmedallje“ kann daher nur an unseren Asemann-Hubert verliehen werden:

 

„Juungge, was habe wirr gemaacht?“

 

 

 

Jochen und Martin für den FraFu-Fanclub

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