Hochtourenwoche in den Ötztaler Alpen, mit Wildspitze 3772 m


Untertitel: 
22.07.2012 - 28.07.2012

 

Hochtourenwoche im Ötztal vom 22.7. bis 28.7.2012
Am 22.7. 2012 starteten wir ins Ötztal nach Vent.
 
 
Am späten Nachmittag trafen wir auf der Vernagthütte (2755 m) ein. Wir, das waren : Alena, Jan, Jürgen, Dezsö, Gerd, unser Tourenführer Hubert und ich. Nach der Begrüßung und dem ersten Bier wurden die Lager bezogen und anschließend trafen wir uns zum Abendessen. Danach wurde über den Tourenverlauf und die geplante Tour für Montag gesprochen.
Nach einem guten Frühstück ging es bei strahlendem Sonnenschein über das obere Guslarjoch zum Fluchtkogel.
 
Aufstieg zum Fluchtkogel
 
Durch den Neuschnee in den letzten Tagen waren die Berge alle frisch gepudert. Da wir nicht die Ersten waren, gab es eine gut sichtbare Spur, an der wir uns orientieren konnten. Bei fast wolkenlosem Himmel und strahlendem Sonnenschein kamen wir auf dem Fluchtkogel (3500 m) an. Hier erwartete uns eine herrliche Fernsicht. Diese Fernsicht und der Sonnenschein ließen unsere Pause am Gipfel länger ausfallen als wir geplant hatten. Nachdem alle genug fotografiert hatten ging es wieder zurück zur Hütte. Auf dem Rückweg wollten wir eigentlich noch Spaltenbergung üben. Es fand sich aber kein Gelände, das uns dafür gut genug war. So ging es also direkt zur Hütte, wo wir bei Kaffee und Kuchen den Tag ausklingen ließen. Nach dem guten Abendessen wurde wieder für  den nächsten Tag geplant. Es stand die Hochvernagt Spitze (3539 m) auf dem Programm.
 
 
Nach einer ruhigen Nacht ging es wieder bei Sonnenschein unterhalb der Hintergrasl Spitze zum Vernagtferner. Von der Anseilstelle machten wir einen Bogen über schmutzig graues Blankeis nach links, um die erste Felsrippe zu umgehen.  Danach stiegen wir zwischen der ersten und zweiten Felsrippe über einen steileren Aufschwung des Gletschers rechts an der Spaltenzone vorbei in Richtung Hochvernagt Spitze.
 
Auf der Hochvernagtspitze
 
Hier war der Gletscher unter einer Neuschneeauflage versteckt. Am Fuß des Gipfels ließen wir Rucksäcke, Steigeisen und Seil zurück und über den Süd-Westgrat ging es zum Gipfel. Nach den Gipfelfotos stiegen wir zu unseren Rucksäcken und es war erst mal Zeit für eine Brotzeit. Weil die Sonne den vielen Neuschnee schon ganz schön aufgeweicht hatte musste die Schwarzwandspitze auf unseren Besuch verzichten. Wir folgten unserer Aufstiegsspur zurück zum Anseilplatz und dann ging es zur Hütte zurück. Hier wurde mit Apfelstrudel, Pflaumenkuchen und Kaffee die Zeit bis zum Abendessen verkürzt, dazu gab es Sonne satt auf der Terrasse. Am Mittwoch war laut Plan der Hüttenwechsel. Dazu wollten wir über den Vernagtferner, durchs Brochkogel Joch, über die Petersen Spitze, den Hinteren Brochkogel und durchs Mitterkar Joch zur Breslauer Hütte (2844 m) gehen. Bis kurz unterhalb des Brochkogel Jochs war es auch so. Doch hier holte uns das schlechte Wetter ein, das laut Wetterbericht eigentlich viel weiter nördlich sein sollte.
 
 
Im Joch empfing uns ein eisiger Wind mit Regen und Graupelschauern. Das trieb uns dann am Fuß des Brochkogels entlang direkt zum Mitterkar Joch. Hier ging es mit viel Regen über den Klettersteig runter zum Mitterkarferner und weiter zur Hütte. Der Regen wurde stärker je weiter wir abstiegen. In der Hütte brachten wir unsere klatschnassen Sachen in den total überfüllten Trockenraum. Für uns gab es erst mal eine warme Dusche und danach verbrachten wir die Zeit mit der weiteren Planung für den nächsten Tag. Wir hatten den Ötztaler Urkund (3556 m) als nächstes Ziel. Würde das Wetter mitspielen?
Am Morgen schien wieder die Sonne, unsere Sachen waren gut getrocknet und so ging es also über den Urkundkolm (3140 m) zum Ötztaler Urkund.  
 
Grat Ötztaler Urkund
 
Die Schlüsselstelle am Ötztaler Urkund (3)
 
Grat Ötztaler Urkund
 
Der Weg führte über den luftigen Grat bis kurz unterhalb des Gipfels. Hier erwartete uns eine Platte von ca. 20 m mit Kletterei im dritten Grad. Durch die reichlich vorhanden Sicherungshaken und das von Hubert gelegte Fixseil ließen wir uns davon auch nicht lange aufhalten. Nach der Gipfelrast stiegen wir über den Rofenkarferner in Richtung Taufkarkogel (3367 m) ab. Dort stieg der Eis- und Firnhang in Richtung Rofenkarjoch recht steil an. Gesichert mit ein paar Eisschrauben und von Hubert im Schnee vergrabenen Stöcken stiegen wir mit Hilfe unserer Frontalzacken und dem Pickel zum Joch. Der Abstieg erfolgte auf dem gleichen Weg und die Sicherungen wurden von Hubert wieder eingesammelt.
 
Aufstieg zum Taufkarkogel
 
 
Wildspitzgrat
 
Rast auf dem nördlichen Wildspitzgipfel
 
Die Nachmittagssonne hat uns bei dieser Kletterei ganz schön ins Schwitzen gebracht. Danach stiegen wir über den Rofenkarferner bis zum Anseilpaltz weiter ab. Von da aus ging es zurück zur Breslauer Hütte. Unser vorletzter Tag war für die Wildspitze (3772 m) reserviert. Nach dem Frühstück stiegen wir über den Normalweg durch das Mitterkar Joch zum Hauptgipfel der Wildspitze auf. Vor 10 Jahren war ich das letzte Mal hier gewesen, da ging der Gletscher noch fasst bis an das Gipfelkreuz. Jetzt mussten wir über einen ziemlich rutschigen Grat aus Fels und Schlamm die letzten Höhenmeter bis zum Kreuz zurück legen. Da oben war recht viel Betrieb. Deshalb gab es schnell ein Gipfelfoto und dann gingen wir über den verschneiten Wildspitzgrat weiter zum Nordgipfel. Hier war dann schnell ein schöner Platz gefunden und es war Brotzeit. Der Abstieg führte über den Nord-Westgrad unter der Nordwand vorbei zum Rofenkarferner. Den weiteren Weg kannten wir ja schon, diesmal ging es aber direkt bis zum Anseilplatz und von da zur Breslauer Hütte. Den Abend verbrachten wir damit, das Erlebte nochmal zu besprechen und schon mit der Planung für die nächsten Touren anzufangen. Dabei wurde für die gelungene Woche und unser Glück mit dem Wetter das ein oder andere Trinkopfer dargebracht. Wir waren uns alle einig, dass wir wieder eine schöne Woche in den Bergen verbracht hatten und Hubert tolle Touren ausgearbeitet hatte. Zum Glück gibt es ja noch viele andere Berge, vielleicht besteht ja die Möglichkeit, dass wir da mal wieder gemeinsam auf die Gipfel steigen. Am Samstag stiegen wir zusammen nach Vent ab, beluden unsere Autos und eine schöne Woche war endgültig vorbei.        
Norbert
 
No Altitude
Trackstatistik: 
0.00Km

Standort

Standort:
Ötztal
Österreich
47° 6' 27" N, 10° 56' 56.0004" E

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