Hochtour durch die Ortleralpen


Untertitel: 
04.08.2013 - 10.08.2013

Eine Tourenwoche im Reich von König Ortler. 

 

Für fünf von uns heißt es am Sonntag "früh aufstehen". Unsere Hochtouren-Woche startet am Niederrhein und so müssen wir erst einmal mit zwei PKW nach Südtirol fahren. Wir kommen erfreulicherweise gut voran und treffen nahezu gleichzeitig in Sulden ein. Wir parken beim Haus Alpenfriede. Direkt von dort aus führt ein Weg entlang eines kleinen Baches durch das Zaytal zur Düsseldorfer Hütte. Diese liegt auf 2712m und bietet eine grandiose Aussicht auf den Ortler. So ist es wenig verwunderlich, dass uns während unseres Aufstiegs viele Tagesgäste der Hütte entgegen kommen. Oben angekommen treffen wir auf Ralf und Paul, die schon einige Tage zuvor in die Alpen aufgebrochen waren. Damit sind wir komplett. Wir...das sind Hubert, Jürgen, Norbert, Roman, Ralf, Paul und Bernd.

Wir lassen den ersten Tag gemütlich angehen und brechen am Morgen erst gegen 9 Uhr auf, um den Kleinen Angelus zu besteigen. Am Ende des Tals liegt der Angelus- oder Zayferner, dessen Fuß wir bald erreicht haben. Durch den wolkenlosen Himmel scheint bei sommerlichen Temperaturen die gleißende Sonne auf das Eis des kleinen Gletschers. An dessen Ende liegt ein blaugrün schimmernder See im Schatten des großen Angelus. Wir legen unsere Steigeisen an und marschieren angeseilt im Gänsemarsch hinauf. Im oberen Teil weicht das angetaute Eis dem sulizen Schnee. Der Ferner stellt aufgrund seiner moderaten Steilheit und der vorgefundenen Verhältnisse ein ideales Übungsgelände für unseren ersten Tag dar. Wir genießen kurz die Aussicht vom Gipfel, fassen aber sogleich das nächste Etappenziel ins Auge: die Schafbergspitze. In der Nähe des Zayerjochs, welches ins benachbarte Laaser Tal führt, deponieren wir unsere Rucksäcke und erreichen über große Blöcke kletternd wenig später die Spitze des Schafbergs (3308m), auf dem wir unsere Mittagspause verbringen. Von dort oben eröffnet sich uns ein Rundblick auf den Hohen Angelus, die Vertainspitze, die Königspitze, den Ortler sowie auf die Tschenglser Hochwand. Anschließend geht es wieder über den Angelusferner bergab, aber nicht ohne noch eine praktische Übung einzubauen.So dürfen wir zum einen einen T-Anker legen als auch einmal unter Huberts Anleitung unsere neuen Eisschrauben ausprobieren.

 

Wem das Programm an diesem Tage noch nicht sportlich genug ist, dem bietet sich anschließend die Gelegenheit über einen Klettersteig auf die Tschenglser Hochwand (3375m) zu klettern. Dieser macht einen nagelneuen Eindruck und führt über eine Länge von 330m auf den höchsten Punkt der Hochwand.Der Abstieg erfolgt über den Normalweg, anfangs über Felsblöcke, später über Schuttkegel bis man wieder auf den Weg zur Hütte trifft.

 

Auch für den zweiten Tag verspricht der Wetterbericht Sonne pur. Ideale Voraussetzungen für unsere geplante Tour auf den Hohen Angelus. Anfangs noch auf demselben Weg wie am Vortag unterwegs, biegen wir wenig später auf eine Moräne ab, die uns zum Fuß des Berges führt. Von nun an ist leichte Kletterei auf dem teilweise mit Drahtseilen versicherten Weg angesagt. Im Sommer kann man den Gipfel auch komplett eisfrei über einen Felsgrat erreichen. Wir aber legen unsere Steigeisen an und queren angeseilt das große, von unten steil anmutende Firnfeld, welches bis kurz unterhalb des Gipfels (3530m) reicht. Nach einer kurzen Erholung auf dem Gipfel gehen wir zur Angelusscharte hinüber, wo wir ein recht steiles Firnfeld hinunter müssen, um auf den Laaser Ferner zu gelangen. Für mich Abenteuer pur! Wir queren anschließend die flache Ebene des Laaser Ferners und gehen hinüber zum gegenüberliegenden Rosimjoch (3288m). Hubert, Jürgen, Ralf und Paul besteigen von dort aus anschließend die Vertainspitze (3545m) während Norbert, Roman und ich uns zum Relaxen in die Sonne legen. Es folgt der Abstieg am Rand des Rosim Ferners bis zur Kanzel. Von dort aus müssen wir ein Stück hinunter ins Zaytal und anschließend wieder hinauf zur Düsseldorfer Hütte. Ganz schön fertig aber glücklich über das Geleistete falle ich am Abend todmüde ins Bett.

 

Am Mittwoch steht dann unser Hüttenwechsel an. Bereits in der Nacht hatte es geregnet und am Morgen hängen immer noch dicke Wolken am Himmel. So werden wir ein wenig nass auf unserem Weg über das hintere Schöneck (3143m) nach Sulden. In Sulden essen wir mittags ausgiebig und gut und fahren anschließend, um Kräfte für die nächste Tour zu sparen, aber auch wegen des schlechten Wetters, mit der Seilbahn hinauf zu unserem zweiten Stützpunkt, der Schaubachhütte.

 

Das Highlight der Tour soll am nächsten Tag die Besteigung des Monte Cevedale werden. Am nächsten Morgen müssen wir mehr und mehr feststellen, dass daraus wohl nichts werden würde. Bereits die ganze Nacht regnet und stürmt es heftig und nur der Regen lässt am Morgen ein wenig nach. Auch für den nächsten Tag ist die Wetterprognose nicht besser, und so müssen wir schweren Herzens die Tour bereits am Donnerstag abbrechen und begeben uns wieder auf den Weg in Richtung Heimat.

 

Wir können aber recht zufrieden sein, hatten wir doch an den ersten beiden Tagen zwei tolle Touren bei bestem Bilderbuchwetter. Auch die Unterkünfte und das Essen dort waren ausgezeichnet. 

Nicht zu vergessen: Dank an unseren Tourenleiter, Hubert, der diese schönen Touren geplant und sie uns ermöglicht hat!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bernd Reissenweber

 

 

 

 

 

 

 

No Altitude
Trackstatistik: 
0.00Km

Standort

Standort:
Ortler
Italien
46° 30' 38.0016" N, 10° 32' 30.9984" E