Grandiose alpine Klettersteigtouren ... wegen schlechten Wetters stattdessen Klettern in Dave/Belgien


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25.08.2013 - 31.08.2013
Dave ist zwar nicht die Zugspitze, aber Belgien hat die Sonne!
 

Mitte August: Mein schon halbwegs gepackter Rucksack wartet auf den Start zur Klettersteigtour im Wettersteingebirge am 25. August. Nachdem ich im Juli bereits 2 Wochen Wandern und Klettern bei allerschönstem stabilem Sommerwetter im Stubai und Lechgebirge verbracht habe, war die Vorfreude umso größer. Der Zeitpunkt nähert sich, der Blick in den Wetterbericht wird häufiger und leider auch häufiger enttäuscht. Die stabile Hochsommer-Wetterlage wird von Schlechtwettermeldungen verdrängt, bis schließlich am Abreisedatum der komplette Alpenraum im Regen und teilweise sogar Schnee  

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und Minustemperaturen versinkt. Selbst eine alternative Tour in einem anderen Gebiet in den Alpen erscheint nicht sinnvoll. Das war‘s? Nein: Das löst ein email- und Telefongewitter zwischen Tourenleiter Hubert und Teilnehmern aus. In kürzester Zeit steht fest: Wir sind doch flexibel, in Belgien scheint die Sonne, die Hotel-Kette etap hat immer was frei und in Dave gibt’s unzählbar viele Kletterrouten. Nix wie hin!

Das „Klettermassiv“ „Rochers de Néviau“ bei Dave ist flächenmäßig überschaubar, die Einstiege liegen alle nicht mehr wie 15 Minuten auseinander, aber die Anzahl der Routen und die unterschiedliche Herausforderung sowie die in jeder Route andersartigen Felsformationen lassen keine Langeweile aufkommen. Schöner griffiger Kalkfels lädt uns zu vielen Mehrseillängen in allen Schwierigkeitsgraden ein. Oben angekommen genießen wir die Aussicht über den Maas-Verlauf mit Straße und Bahnlinie, die jedes Mal den Eindruck einer Miniatur-Eisenbahnlandschaft weckt. Für unseren Kletter-Neuling Knut bietet sich eine reiche Auswahl an Routen im Anfängerniveau. Unter der Anleitung seines erfahrenen Seilpartners Jürgen V. wagt er sich aber auch schnell an schwierigere Routen. Theo und Sabine meistern endlich die Schlüsselstelle an der Route, an der sie im Vorjahr ihre Grenzen gefunden haben. Hubert, Jürgen G. und meine Wenigkeit sind in Dreierseilschaft unterwegs und Hubert findet beim Studium von Gelände und Topo immer wieder neue – bislang verborgen gebliebene Routen, die wir erkunden. Teilweise sind diese schon lange nicht begangen, so dass sich bei einer Kletterroute eine regelrechte „Putzaktion“ einstellt.

 

 
 
 
 
 

Zwischendurch ist es immer wieder schön, die reichhaltige Natur mit ihren vielen abwechslungsreichen Motiven zu beobachten.

Außergewöhnlich sind unsere Mittagspausen. Da es in der näheren Umgebung der „Rochers de Néviau“ keinerlei Möglichkeit zur Nahrungsaufnahme gibt, machen wir es uns auf den Bänken am Parkplatz gemütlich. So reichhaltig wie hier haben wir selten gegessen: Zur Vorspeise werden Tomaten mit Mozarella und gekochte Eier mit Salz serviert; auf dem Gaskocher wird die Hauptmahlzeit zubereitet: Erbsensuppe und Kartoffelsuppe; zur Nachspeise werden Äpfel, Paprika, Joghurt und Kekse gereicht; Brot darf zu keinem der Gänge als Beilage fehlen und  am ersten Tag war auch ein noch kühles alkoholfreies Blondes mit dabei.

 

 


 

 

 

Die steigenden Temperaturen lassen die Idee zu einer abkühlenden Maßnahme im Fluss reifen. Nur dumm, dass das komplette Maas-Ufer besetzt ist von „herrschaftlichen“ Villen, die das Erreichen des Ufers zu einem kleinen Abenteuer machen. Am Abschlusstag beschließen wir, zum Baden an das gegenüberliegende Ufer zu fahren, da, wo die Ausflugslokale das Ufer besiedeln. Wir finden eine „freie“ Stelle mit Parkbank und wagen von hier unter den Augen zahlreicher Passanten den ausgelassenen Sprung ins kühle Nass. Die Parkbank nutzen wir für unser letztes „Mahl“ und als das Klettermassiv bei einsetzender Dunkelheit angestrahlt wird, nimmt unsere Tour hier ein Ende mit „romantischem Ausblick“.

No Altitude
Trackstatistik: 
0.00Km