Dolomiten-Höhenweg Nr. 1


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Tourenbericht

Trekking vom 19.07. bis 31.07.2014 - Der Klassiker zwischen Pragser Wildsee und Belluno

Als „eine der schönsten Trekkingtouren der Welt“ bezeichnet der Rother Wanderführer den Dolomiten Höhenweg Nr. 1 (Alta Via Dolomiti Numero Uno). Die Bezeichnung hat sicher etwas Wahres, wenn man bedenkt, dass die Dolomiten mit ihren charakteristischen Felszinnen und dazwischen eingewobenen Almen in ihrer Art einzigartig sind. Der Alta Via ist nun die beste Möglichkeit, diese bizarre Wunderwelt in all ihren Facetten kennenzulernen, und das ohne Schwierigkeiten – keine Klettereien, keine Gletscher, keine Verirrwege.....

 

 

Gestartet wird die rund 150 Km lange Tour am Pragser Wildsee bei Toblach. Nach 12 Wandertagen erreicht man Belluno.

Dazwischen liegt mit der eigentümlichen Hochfläche der Fanes, den himmelstürmenden Felsburgen der Civetta und des Pelmo sowie den blumenreichen Matten der Tamergruppe so ziemlich alles, was die Dolomiten so einzigartig macht.

Auch wir, Ellen, Daniela, Petra, Ria, Hans, Willi, Andreas, Peter I, Peter II, Denys, Christian, Norbert und ich, eine Gruppe, die sich aus Wanderern unterschiedlicher Städte zusammensetzt, bildet nach einigen erlebnisreichen Tagen eine wunderbare Gemeinschaft.

Voller Vorfreude starteten wir am Pragser Wildsee zu unserem ersten Anstieg. 800 Meter bergauf und 100 Meter bergab sind für den ersten Tag genug. Die urige Seekofelhütte erreichen wir am frühen Nachmittag. Einige junge Wanderer müssen sich noch an das Hüttenleben gewöhnen. Daniela lernt als erstes, wie man Schnarcher, durch kurze Klickgeräuche mit der Zunge, zum Schweigen bringt! Dafür ist der Schlafraum der einfachen Seekofelhütte genau das richtige. Die italienischen Toiletten sind zum Niederhocken und einfachste Waschgelegenheiten, für eine Katzenwäsche, gibt es auch. Aber die Hüttenwirtin weiß einen vortrefflichen Cappuccino zuzubereiten. Abends genießen wir Spaghetti, ….aber noch keine POLENTA.

Die folgenden Hütten: Fanes Hütte, Rif. Lagazuoi, Rif. Scolatelli und Rif. Croda da Lago werden immer besser. Manche Speiseräume wirken wie gut geführte Restaurants. Die Halbpension besteht in der Regel aus Pasta und Salat. Zum Hauptgang serviert man uns, Fleisch oder gebratener Käse mit POLENTA; als Dessert essen wir Panna cotta oder Joghurt mit Waldfrüchten. Natürlich darf der rote Hauswein nicht fehlen.

200 Meter von dem Rif. Scolatelli stehen die imposanten Türme der Cinque Torri. Hier wird Geschichte aus dem ersten Weltkrieg in einem Freilichtmuseum aufgezeigt. Bei einem Rundgang durch alte Stellungen, Schützengräben, Materiallager und Lazarett-Bauten wird der Wahnsinn des Krieges verdeutlicht. 30.000 Menschen starben in der Region um den Lagazuoi, 3-Zinnen und Cinque Torri durch verhungern und erfrieren. Die wenigsten Soldaten sind durch kriegerische Auseinandersetzungen gestorben.

Die Wege sind so gut angelegt, dass wir ohne zu stolpern, unsere Blicke über die atemberaubende Bergwelt schweifen lassen können. Unterwegs trafen wir weit angereiste Wanderer aus den USA, Niederlanden, Israel und Frankreich.

Foto Heinz Braun

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Âm frühen Nachmittag erreichen wir das Rifugio Croda da Lago, was wie der Name schon sagt, am See liegt, so einsam, verwunschen und verträumt. Nach dem POLENTA essen verbringen wir den Abend singend. Wir nehmen Abschied von fünf Wanderern, die am Folgetag nach Cortina d`Ampezzo absteigen.

Für die acht Wanderer, die den gesamten Weg gehen, bleibt nicht viel Zeit, sich an schmale, holprige Wege zu gewöhnen und sich auf einfachste italienische Rifugios einzustellen. Unser Vorteil ist, dass sich unsere Mägen schon auf POLENTA mit Beilagen eingestellt haben.

Mit Freude stellen die Smartphone-Freunde fest, dass sie auf fast allen Hütten, auch auf den einfachsten, Empfang hatten.

Die gepflegten Wege des ersten Teils des Fernwanderweges sind Vergangenheit. Wir suchen unser Ziel über Schneefelder, durch Krüppelfichten und holprigen Geröllhalten. Täglich wandern wir nun zwischen 4 - 9 Stunden.

Sonnenschein und Regenschauer wechseln sich ab. Durch die Feuchtigkeit verwandelt sich der lehmige Weg in ein schwer zu gehenden Schlammpfad, aber zumindest führt er uns durch eine wunderbare Kulisse. Jedes Rifugio hat einen Trockenraum. Die angebrachten Wäscheleinen reichen oft nicht aus, um all die pitschnassen Anoraks und Regencaps aufzunehmen. Wenn man die Schuhe nahe am Ofen plaziert konnte, sind sie am Folgetag auch einigermaßen trocken.

Die weiteren Hütten im Trentino hießen: Rif. Citta di Fiume, Rif. Sonino al Coldai, Rif. Bruto Carestiato, Rif. Sommariva al Pramperèt und die von uns nicht angelaufene Rif. Bianchet.

Leider hat uns gerade am letzten Tag das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Nach wolkenbruchartigen Regenfällen war es uns nicht möglich einen Übergang über 2.500 Hm zu nehmen. Auch der Weg über Wiesen wäre ohne Steigeisen nicht zu gehen gewesen. Also traten wir schweren Herzens den Abstieg an. Ohne Probleme konnten wir eine zusätzliche Nacht in Belluno buchen.

Die letzte Etappe fuhren wir mit dem Dolomiti-Bus.

Im Gasthof in Belluno wurde geduscht, die Blasen gepflegt und erst einmal mit einem Eis in der Hand die typisch, italienische Stadt an der Piave erkundet.

Ein gemeinsames Pizzaessen, mit entsprechendem Vino Rosso rundete eine, trotz des nicht immer gutem Wetter, landschaftlich wunderschöne Tour ab.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
Ria Braun
Heinz Braun - Wanderleiter

 

No Altitude
Trackstatistik: 
0.00Km

Standort

Standort:
Dolomiten-Höhenweg 1
Italien
46° 41' 51.7992" N, 12° 5' 2.4" E