Bärenstark


Untertitel: 
Auf dem Bärentrek im Berner Oberland

Anfang September klingelt bei uns Sonntagmorgen das Telefon. »Dienstag geht es los!« meint Wolfram, unser Tourenleiter. Die Schweizer Wetterprognose für die kommenden Tage sei günstig. Unsere kleine Wandergruppe besteht aus nur vier Personen. Also passen wir alle in einen PKW und brechen am Dienstagmorgen auf nach Spiez.

Dort angekommen, parken wir das Auto und fahren anschließend ein kurzes Stück mit der Bahn nach Kandersteg, dem Ausgangspunkt unserer Tour. Es ist bereits früher Nachmittag, als wir unseren Aufstieg zum Oeschinensee starten. Doch das Ziel ist die Blüemlisalphütte. Und so ist der Weg dorthin mit 1600 Höhenmetern als erste Tagesetappe recht anstrengend.
Aber irgendwie waren wir vorab gewarnt, schließlich handelt es sich um eine Tour von Wolfram Weber. Das Wetter ist an diesem Tag wirklich traumhaft. Die Sonne scheint; während des Aufstiegs begleitet uns die Aussicht auf den  gegenüberliegenden Blüemlisalpgletscher. Am Ziel angekommen sind wir froh über eine warme Suppe, denn das Abendessen haben wir verpasst. Anschließend gehen wir müde, aber glücklich zu Bett.

Am nächsten Morgen ist das Wetter nicht mehr ganz so schön. Graue Wolken hängen am Himmel und der kalte Wind pfeift uns um die Ohren, als wir die Hütte verlassen. Aber bereits nach ein paar Metern laufen wir auf der Windschattenseite den Berg hinunter ins nächste Tal. Wir überqueren das Toteis des Gamchigletschers. Das Schmelzwasser tritt hier aus drei großen Gletschertoren aus und hat sich tief in den Fels gegraben. Wir machen einen kurzen Abstecher zur Gspaltenhornhütte, wo wir gegen Mittag kurz etwas essen und trinken. Weiter geht es bergauf zur Sefinenfurgge, eine Schafte, welche uns ins Sefinental hinab zur Rotstockhütte führt.

Nach dem Frühstück steht für unsere beiden Athleten, Wolfram und Lukas, Sport auf dem Programm. Sie besteigen den Gipfel des tausend Meter höher gelegenen Schilthorns, um anschließend 2000 Meter hinab nach Stechelberg abzusteigen. Anita und ich hingegen wählen einen ruhigen Tag, steigen gemütlich bis Mürren ab und nehmen die Gondelbahn hinab ins Tal. Wir übernachten im Alpenhof, dem ehemaligen Naturfreundehaus, und freuen uns über eine Dusche.

Die einzelnen Etappen des Bärentreks zeichnen sich durch ein ständiges Bergauf und Bergab aus. Immer wieder muss man ins Tal hinabsteigen, um auf der anderen Seite des Tals den Berg hinaufzusteigen. Und so fühft uns die nächste Etappe in der Nähe der Trümmelbachfälle zunächst steil hinauf. Wir erreichen bei schönstem Sonnenschein die Kleine Scheidegg mit der von Postkaften bekannten Aussicht auf Eiger, Mönch und Jungfrau. Diese Aussicht begleitet uns noch eine Weile auf unserem Abstieg nach Alpiglen. Doft nehmen Anita und ich die Jungfraubahn nach Grindelwald, während Lukas und Wolfram zu Fuß absteigen. Unser Quartier für die nächste Nacht ist die Jugendherberge in Grindelwald. Sie liegt am Berghang und so genießen wir das Abendessen und unser Frühstück auf dem Balkon mit einer fantastischen Aussicht auf die umliegenden Gipfel.

So langsam neigt sich unsere Tour dem Ende zu. Ein weiteres mal meint es das Wetter gut mit uns, und so wandern wir den ganzen Tag im Sonnenschein. Von Grindelwald hinauf zum First und anschließend über die Große Scheidegg hinab nach Rosenlaui, von wo aus uns der Postbus nach Meiringen bringt. Dort verbringen wir die letzte Nacht in der Simons-Herberge.
Auf der Heimfahrt genießen wir noch die Bahnfahrt von Meiringen nach Spiez, vorbei am Brienzersee und Thunersee, bevor es wieder zurück an den Niederrhein geht.
 

No Altitude
Trackstatistik: 
0.00Km

Standort

Standort:
Bärentrek Meiringen
Schweiz
46° 43' 42.9816" N, 8° 11' 10.9824" E