Wanderwoche in den Lechtaler Alpen


Wir, das sind Erich, Silvia, Klaus, Norbert, Siggi,
Ursula, Hans, Heinz unser Wanderleiter und ich, trafen uns am 05.08.11 in Hägerau im Lechtal, um trotz schlechter Wetterprognosen, ein Phänomen, das diesen Sommer öfter zu be- obachten ist, in der folgenden Woche die
Lechtaler Alpen zu durchwandern.

So stiegen wir am nächsten Morgen durch das schöne Krabachtal die rund 1200 Hm zur Stuttgarter Hütte auf. Die Hütte ist für ihre Murmeltierpopulation bekannt und auch wir konnten einige dieser Tiere beobachten. An
diesem Tag war uns das Wetter gewogen und schenke uns einen sonnigen, warmen Tourentag.

Leider sollte sich dies am folgenden Tag ändern. So galt es die rund vierstündige Teiletappe zur
Leutkircher Hütte im Regen zumeistern. Nass und verfroren ereichten wir die Hütte, wo wir uns
erstmal an einer Suppe aufwärmten, welche eine Wohltat.

Doch auch unter diesen Bedingungen kann man Schönes entdecken. Als wir einen überhängenden Felsen passierten, erhob sich durch uns aufschreckt eine große Zahl weißer Falter, die dort Schutz vor dem Regen suchten. Für die restliche Etappe zum Kaiserjochhaus hatte das Wetter dann erbarmen mit uns und schenkte uns eine Regenpause, die just in dem Moment endete als der letzte von uns die Schwelle zum Kaiserjochhaus überschritten hatte.

Auch die nächste Etappe dem E4 folgend zur Ansbacher Hütte konnten wir trocken Fußes, zumindest
von oben, zurücklegen. Der Weg führte, wie auch auf der vorangehenden und den folgenden Etappen,
durch schönes und interessantes, aber auch anspruchsvolles Gelände, dessen Begehbarkeit durch den
Regen nicht verbessert wurde. Doch die uns einhüllenden Wolken bzw. der Nebel sorgten dafür, dass
unsere Aufmerksamkeit nicht durch Fernsicht gestört wurde. Aber wenngleich uns die Fernsicht
größtenteils genommen wurde, so hatte die Fauna viel zu bieten. Neben den Murmeltieren nahe der
Stuttgarter Hütte waren immer wieder Gämsen zu entdecken. Wobei nicht nur Einzeltiere und kleine
Gruppen zu beobachten waren, sondern auch mehrfach ganze Herden. Die größte Herde von rund 30
Tieren ist uns auf dieser Etappe an der Kridlonscharte begegnet. Hier ist insbesondere Klaus
hervorzuheben, der uns auf manches Tier aufmerksam gemacht hat. Weiterhin gab es ebenfalls auf
dieser Etappe Alpensalamander zu entdecken und auf späteren sogar zwei Steinbockherden.

Die nächste Etappe führte uns weiter dem E4 folgend das Parseiertal querend zur Memminger Hütte.
Diesmal wieder mit Niederschlägen, aber mehr Abwechslung. Der zunächst feine Schnee ging in
Graupelschauer über, die sich beim Abstieg ins Parseiertal in Regen wandelten um beim Aufstieg
wieder Graupel überzugehen. Direkt an der Memminger Hütte war eine der erwähnten
Steinbockherden zu bewundern, leider das einzige schöne an dieser Hütte. Die Memminger Hütte im
Kreuzungspunkt von E4 und E5 ist immer gut besucht, doch an diesem Tag war sie einfach
hoffnungslos überfüllt, dass wir bald nach dem Essen freiwillig ein bis zwei Plätze zu Verfügung
stellten, da wir abwechselnd hinausgingen um frische Luft zu schnappen und die Steinböcke zu
beobachten. Zwischenzeitlich war sogar im Gespräch den dringend benötigten Trockenraum zu
räumen um weiter Schlafplätze zu schaffen.

Die Nacht über schneite es, so dass die Landschaft am Morgen von etwa 10 cm Neuschnee bedeckt
war. Ein Umstand, der die anspruchsvolle Etappe zum Württemberger Hütte, in ein neues Licht rückte.
Mit einer klaren Zweidrittelmehrheit wurde beschlossen abzusteigen, da das Risiko zu groß sein. So
stiegen wir in einer herrlichen Schneelandschaft ins Parseiertal und wanderten durch das Parseier- und
Madautal nach Bach im Lechtal. Nach einer ausgiebigen Stärkung brachte uns er Bus zurück nach
Hägerau. Ironischer Weise erfolgte an diesem Tag der ersehnte Wetterumschwung.

An unserem letzten Tag ließen wir die Tour bei bestem Wetter mit einer lockeren Almwanderung von
Hägerau zur Alm „Zur Gamsvroni“ ausklingen. Wir genossen dort Speis und Trank und besuchten im
Anschluss mit Bus die Ortschaft Lech am Arlberg. So endet eine Wanderwoche der wir trotz nicht
gerade idealem Wetter viele schöne Eindrücke verdanken.

Stefan Bister

No Altitude
Trackstatistik: 
0.00Km

Standort

Standort:
Lechtaler Alpen
Österreich
47° 10' 27.9984" N, 10° 28' 41.9988" E