Freissinières - Eine Woche in der Hautval Durance


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08.06.2003 - 15.06.2003

Schon die Ankündigung der einwöchigen Sektionsfahrt in die französischen Hochalpen (08. - 15.06.2003) weckte in mir die Reiselust. Aus den gängigen Kletterführern wusste ich, dass es dort Klettergebiete satt gibt. Für jeden Geschmack ist etwas dabei, ob für die »Anfänger« oder den etwas ambitionierten Krefelder Kletterfreund.

Da die Sektionsfahrt ursprünglich nur für acht Teilnehmer ausgeschrieben war, wuchs die innerliche Spannung bis zur Vorbesprechung, denn das Interesse war erheblich größer. Wer würde sich denn nun letztendlich verbindlich anmelden und wer eine Zusage erhalten?

Neben herrlichen Klettertouren, die jetzt - da ich hier sitze - wieder lebendig werden, will ich auch nicht den etwas bitteren Beigeschmack verschweigen, den der Abend der Vorbesprechung in mir hinterließ. Fast drohte dieser Abend (wegen der geforderten Teilnehmerbeiträge für Sektionsveranstaltungen) zum Eklat zu werden, sodass wir gar nicht erst dazu kamen, uns einige Bilder der Region zur Einstimmung auf die dortigen Klettergebiete anzusehen. Wohl bei jedem hatten die Diskussionen dieses Treffens einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen und bei mir die Vorfreude auf acht schöne Tage doch merklich getrübt. Und heute noch scheint es, als sei für manche das Sektionstischtuch, zumindest angesengt. Es brauchte Tage bis bei mir die Vorfreude auf die bevorstehende Fahrt wieder aufkam. Je näher der Tag rückte, desto stärker stieg in mir wieder die innere Unruhe.
 

Freissinières 01Endlich es soweit. Als das Auto von Tom dann am frühen Abend beladen wurde, fragte sich sicherlich auch Michael, wie unser Berg von Gepäck, Zelten, Kletterausrüstung und Schlafsäcken wohl verstaut werden könnte. Noch heute kommt mir das wie ein kleines Wunder vor.

Die ca. 1100 km Fahrt kamen mir wie eine kleine Ewigkeit vor. Gegen 5.00 Uhr morgens passierten wir die Grenze zwischen der Schweiz und Frankreich. Als kleines »high-light« zeigte uns Tom eine noch aus Napoleons Zeiten stammende alte Holzbrücke. Trotz der kühlen Morgenluft, ließen wir es uns nicht nehmen, die neben der Brücke für den Straßenverkehr gelegene seltene Konstruktion zu begehen und in die dunkle Tiefe unter uns zu blicken. Gegen 7.00 Uhr genossen wir den Sonnenaufgang an einem Aussichtspunkt. Dabei schimmerte das Weiß der uns umgebenden Berggipfel im fru'hen Morgenlicht. Nach einem Frühstück in Briancon waren wir endlich gegen 10.00 Uhr am Zielort, dem auf ca. 1100 Meter Höhe gelegenen Campingplatz von Freissinières (Municipal des Allourviers). Schnell war der Wagen ausgeladen und unsere Zelte (auf dem für uns reservierten Platz) aufgebaut.

Nur Schritte von unseren Zelten entfernt schlängelte sich ein kleiner Bach, der uns als »Kühlschrank« für die Tage des Aufenthalts diente. Auf der rechten Seite umsäumte der Gebirgsfluss Biaisse das mit Bäumen bewachsene, 3,5 ha große Campingareal. Seine Hintergrundgeräusche brachten uns nicht nur an diesem Abend sanft in den Schla£ Überhaupt war der Campingplatz ein Traum. Die Lage, die täglich am Morgen gesäuberten sanitären Anlagen, etliche Feuerstellen mit Grillgelegenheiten, Stellen an denen man Wasser holen konnte, eine Bar mit Einkaufsmöglichkeit für die Kleinigkeiten des Lebens und Stromanschlüsse für die zahlreich vorhandenen Caravan- und Wohnwagenstellplätze, einen Service den auch Ilke und Christoph mit ihrem Wohnwagen nutzen konnten.

Noch am Nachmittag unternahmen wir die ersten Klettertouren in einem der vielen, nahe dem Campingplatz gelegenen kleineren Klettergebiete. Noch etwas steif von der Fahrt nutzen wir die Zeit, um uns mit leichteren, gut gesicherten Touren wieder an den Fels zu gewöhnen.

Freissinières 02Am Sonntag füllte sich dann die Krefelder Ecke mit den Zelten der restlichen Sektionsteilnehmer. Noch am Abend wurden erste Pläne geschmiedet, die Vor- und Nachteile einzelner Klettergebiete und Touren diskutiert. Dabei wurde dann auch die eine oder andere Flasche Rotwein und Bier geleert, bevor uns die Kühle der Nacht und einsetzende Müdigkeit die Vorteile eines warmen Schlafsacks eindringlich vor Augen führten.

Den Frühaufstehem unter uns war es vorbehalten, für frische Baguettes und Kaffee im nächst größeren Ort, L'Argentière, zu sorgen. Dazu musste man das Hochplateau, auf dem unser Campingplatz lag, über die sich in Serpentinen schlängelnde schmale Straße ins Tal der Durance nehmen. Von kleineren Haltebuchten entlang dieser Straße konnte man die kleineren Ortschaften und zwei Seen entlang der Hauptstraße im Tal überblicken.

Wie viele der kleineren Städte und Dörfer entlang der Durance und seiner Seitenflüsse hatte es auch L'Argentière dank der Tourismusindustrie (Wandern, Klettern, Kajak, Radfahren), in dieser ansonsten von Industrieanlagen verschonten Gegend, zu einigem Wohlstand gebracht. Außer einzelnen kleineren Sägewerken, ein wenig Grünwirtschaft und den Anlagen zur Stromerzeugung, war es in diesem Naturpark ansonsten ruhig. So war es auch nicht verwunderlich, wie fast in jeder größeren Ortschaft, auf einen Outdoor-Store zu treffen, dessen Angebot von uns im Laufe des Aufenthalts mehrmals überprüft wurde. Die ein oder andere Kleinigkeit ergänzte danach das eigene Sortiment.

Beim Frühstück reiften dann die Pläne für den Tag. Zu Beginn sollte es der Canyon der Fournel nahe L'Argentière sein, nicht sein südlicher und östlicher Part mit den beeindruckenden Felswänden und Klassikern, in denen die Kletterer während der Mittagszeit regelrecht gebraten wurden und der sechste französische Schwierigkeitsgrad schon obligatorisch ist. Wir wählten den nördlichen Teil, den man nach Überqueren einer Brücke über einen Forst- und anschließend schmalen Fußweg von den Parkplätzen aus in 15 Minuten entlang eines schattigen, im Wald gelegenen Grabens erreichte.

Freissinières 03Von 4c- bis 6b-Routen war hier alles vertreten. Dazu spendeten die Bäume des Waldhangs ein wenig Schatten, den wir besonders in der Mittagshitze zu schätzen wussten. In diesem Klettergebiet ist auch der Vorstieg für Anfänger dank der dort gut gesicherter Routen kein Problem! Die Einstiege zu den einzelnen Routen ereichten wir direkt von einem schmalen Weg entlang der Felsen, ein Stahlseil am Felsen bot ideale Selbstsicherungsmöglich-keiten, sodass wir unseren ersten Klettertag - mit klanglicher Untermalung der unter uns dahindonnernde Fournel - wirklich genießen konnten. Hier zeigte uns Michael, wie im Notfall, bei einem zu kurzem Sicherungsseil, zuerst per Schleifenknoten für freie Hände gesorgt wird, das Kletterseil anschließend per Sackstich verlängert und auch der Knoten danach sicher durch den Halbmastwurf des Karabiners geführt werden kann.

Dem unterschiedlichen Können der Teilnehmer entsprechend, teilte sich danach unsere Gruppe. Während einige ihre Routenplanung am sechsten Schwierigkeitsgrad auslichteten, übernahm Michel den »Plaisierteil« der Gruppe.

Für die Woche waren schnell unsere Herausforderungen gefunden, die 12 Seillängen der Orange d'Etoles (300 Meter V+) und die 12 Seillängen der Palavar-les-Flors (400 Meter im 4er Bereich mit 5er Schlüsselstelle). Beides Touren am Palavar, nahe bei Ailefroide, die mit dem Auto in ca. einer ½ Stunde (vom Campingplatz aus) zu erreichen sind.

Gute Vorbereitung ist alles! Zumindest meinten wir an alles gedacht zu haben, in dem wir an die notwendige Ausrüstung, ausreichend Wasser, Proviant und einen Topo unserer geplanten Route dachten. Allerdings hatten wir bei der Orange d'Etoiles etwas wichtiges vergessen, die tatsächliche Zeit, die wir für diese mit 4 bis 6 Stunden im Kletterführer (Escalades a Ailefroide, 2001) ausgeschriebene Genusstour letztendlich brauchten. An diesem Tag waren wir zu spät aufgebrochen und hatten auch nicht mit den Widrigkeiten bis zum Einstieg unserer Tour gerechnet.

Normalerweise ist der von uns gewählte Einstieg, ein kleiner Kamin, über ein Geröllfeld jedenfalls im Sommer relativ problemlos zu erreichen. Doch der Berg hatte das wohl noch nicht mitbekommen und präsentierte uns beim letzten Stück des Zustiegs seine letzen Winterreste. Ein schmutzigweißes Schneefeld - gut 100 Meter lang und 40 Meter breit - stellte sich uns in den Weg. Zuerst probierten wir die glatte Pracht mit unserem nicht dafür vorgesehenen Schuhwerk zu passieren. Wir mussten jedoch bald erkennen, dass dieses Vorhaben zu gefährlich war, nicht zuletzt wegen der sich andeutenden Spalten links und rechts an den Felsen. Es war eine gute Wahl nicht über das ausgehöhlte Schneefeld zu gehen, denn am Rand konnten wir sehen, dass es darunter etliche Meter in die Tiefe ging.

Es war schon ein wenig Einfallsreichtum und Improvisationstalent gefragt, denn wir mussten uns einen eigenen Weg zum Einstieg suchen, ohne eingebohrte Sicherungen und wenige natürliche Möglichkeiten der Selbstsicherung. Eine weitere gute Stunde verstrich, bevor wir uns endlich alle wohlbehalten oberhalb des Schneefeldes am Einstieg befanden und die letzten Vorbereitungen trafen.

Nach einigem Stützen und Spreizen mussten wir uns noch ganz schön klein machen, um mit den Rucksäcken nicht im schmalen Ausgang des Einstiegskamins stecken zu bleiben. Dann war der erste Stand erreicht. Von hier aus konnten wir sehen, was vor uns lag, durchgehend steiles Gelände im fünften Grad. Die Zeit lief gegen uns, auch wenn wir versuchten unser gesetztes Limit - bis ca. 18.00 Uhr den Gipfel zu erreichen - einzuhalten. Kleinere Pausen der nachfolgenden Seilschaft waren in diesem teilweise schwierigen Gelände unausweichlich. Nicht immer fand der Vorsteiger auch auf Anhieb den nächsten Sicherungshaken im Fels. Dazu brannte die Sonne und unser Wasservorrat wurde knapp. Letztlich machte uns auch die sich langsam ankündigende Dämmerung erhebliche Sorgen.

Senkrechte Passagen wechseln sich in dieser Tour mit glatten Plattenstellen ab, bevor der Gipfel nach viel Schweiß endlich in Sicht kommt. Leider war es uns an diesem späten Nachmittag nicht vergönnt, ganz oben am Berg zu stehen. So beschlossen wir, die letzten zwei schwierigen Seillängen (Platte und senkrechte Felswand) nicht mehr in Angriff zu nehmen und unser Abseilen vorzubereiten.

Auch das verlief anders als geplant, denn wir hatten schwieriges Gelände vor uns. Auch hier mussten wir wieder improvisieren und unsere letzte Abseilstelle an einem kleinen, nicht sehr vertrauenserweckend aussehenden Baum einrichten, bevor wir endlich den nun schon fast in völliger Dunkelheit liegenden Fußweg zurück vom Berg erreichten. Erst gegen 22.00 Uhr waren auch die Letzten, dank des Mondlichts und der sich darin spiegelnden Orientierungspunkte, wieder auf dem Parkplatz angekommen. Nur noch ein Zettel an der Windschutzscheibe an einem der Autos war vom anderen Teil der Gruppe vorzufinden, die schon Stunden zuvor ihre Tour beendet hatte. Mit den Ferngläsern hatten sie unseren beginnenden Abstieg wohl noch beobachtet und sich dann, im Glauben an unser baldiges Eintreffen, auf den Rückweg gemacht.

Müdigkeit spürte wohl jeder von uns am nächsten Tag. Deshalb entschlossen wir uns an diesem Mittwoch den Klettersteig »via Ferrata« in Angriff zu nehmen. Für mich war es mein erster Klettersteig. Deshalb war ich auch ein wenig skeptisch, ob ich an diesem »Drahtseilspaziergang« wohl Gefallen finden würde. Doch die Aussicht entschädigte für alle Mühen des Zustiegs.

Freissini?ers 04Uns erwartete ein sich steil nach oben schlängelnder Weg, Stahlstufen an schwierigen Passagen, gähnende Leere neben manchem schmalen Tritt und sich mit ihren Wurzeln an den Fels klammernde Bäume. Von hier aus konnten wir das ganze Hochplateau überblicken, sahen in weiter Ferne unter uns den Campingplatz und dahinter das sich weit öffnende Tal der Durance mit seinem fernen Bergpanorama. Hier an diesem Ort schien die Zeit keine Bedeutung zu haben. Während ich die Bilder um mich herum in mir aufnahm, wurde mir bewusst, dass es tausende, vielleicht Millionen von Jahren brauchte, diesen Ort zu schaffen. Gebündelt in einem einzigen Augenblick der Wahrnehmung, in dem auch wir, die kleinen unbedeutende Sandkörner in dieser großartigen Landschaft, uns als Teil des großen Ganzen fühlten, das uns umgab.

Wir entschlossen uns den zweiten Teil des Klettersteiges - wegen der großen Tageshitze - nicht mehr zu begehen und den Nachmittag mit einem kühlen Bad im See an der Hauptstraße von La Roche de Rame ausklingen zu lassen.

Nach abendlichen Grillen und genügend Schlaf, nahmen wir unser zweites Projekt in Angriff, während der andere Teil der Gruppe (Rudi, Michael, Stefan, Markus und Alexandra) zu ihrer zweitägigen Hochtour aufgebrochen waren. Unser Ziel war die 1990 erstmals begangene Palavar-Les-Flots, eine Tour im 4er-Bereich, die entlang des Bergkammes des Palavar führt.

Freissinières 05Für die mit 4 bis 6 Stunden veranschlagte Tour war unser Tuning diesmal besser. Schon gegen 10.00 Uhr verließen wir gut vorbereitet wieder die Autos. Von Rudi wussten wir, dass der Weg zum Einstieg links entlang eines Abbruchfeldes - sich bis zum Berg erstreckenden Felsblöcke - durch den Wald führen sollte. Doch wo begann der Weg, der eigentlich doch vom Wanderweg aus rechts nach oben abzweigen sollte? Natürlich haben wir ihn erst fast zum Schluss unserer alpinen Gehübungen gefunden, einem ermüdenden Auf und Ab über und zwischen den Felsblöcken. Nur der letzte Rest unseres Zustiegs führte dann durch kühles Waldgelände, diesmal auf dem eigentlichen Weg.

Die Palavar-Les-Flots war leichter, stellte jedoch andere »Anforderungen«. Es dauerte einige Seillängen, bevor ich meinen nach Halt suchenden Füßen auf dieser Plattenkletterei völlig vertraute. Schon zu Beginn der vierten Seillänge kam dann die Schlüsselstelle. Hier gilt es den Abstieg in eine kleine »Spalte« zu wagen um sich mit anschließendem Balanceakt entlang eines großen Felsblocks zu hangeln und letztlich noch eine Wand von ca. 8 Metern zu bezwingen. Immer mit Blick in die Tiefe rechts von uns.

Rainer und ich ließen es an diesem Tage langsam angehen. Als mittlere Seilschaft hatten wir schließlich Michael, Martina und Claudia zur Orientierung vor uns. Martin und Michael kletterten nach uns.

Auch in dieser Route gab es vor der Mittagssonne kein Entkommen und jeder Stand, der bei einem Baum eingerichtet werden konnte, war für uns eine schattige Wohltat. Während wir im Überschlag kletternd Seillänge um Seillänge zurücklegten, schmerzten unsere müden Füße dank der engen Kletterschuhe. An jedem der noch folgenden Stände nutzen wir deshalb die Gelegenheit, aus dem engen Schuhwerk herauszukommen.

Irgendwann habe ich aufgehört die Seillängen zu zählen und war froh als endlich unser Abseilpunkt erreicht war, an dem die vor uns kletternde Seilschaft schon auf uns wartete. Es dauerte noch ein wenig, bis auch die dritte Seilschaft bei uns eintraf und so machte Michael uns zwischenzeitlich schon einmal mit den Widrigkeiten unserer Abseilroute vertraut.

Freissinières 06Auf uns wartete eine vielleicht 200 Meter tiefe glatte Felswand, eingerichtet mit Kettenständen, für die Füße jedoch nur schmale Leisten. In der Felswand befanden sich immer wieder einmal kleinere Spalten in denen sich das Seil verfangen konnte, dazu Bäume und Sträucher in der Tiefe rechts unter uns.

Den ersten Stand erreichten wir nach 47 Metern (Togo), schräg rechts der Abseilstelle gelegen. Hier konnten wir unsere 60 m-Halbseile vorteilhaft nutzen, während Michael, ausgerüstet mit 50 m-Halbseilen, für die Nachkommenden seiner Seilschaft das letzte Stück (bis zur rettenden Kette) mit einer Bandschlinge verlängern musste.

Drei Seilschaften beim Abseilen hintereinander kosten Zeit! Also wurde das Seilende beim nächsten Stand schon einmal durch den Abseilring gezogen. Jetzt galt es nur nicht am falschen Seilende abziehen, damit der Sackstich sich nicht festklemmen konnte. Also vorsichtshalber immer die gleiche Frage an den Kletterpartner: »Blau oder Rot?«

Natürlich landete unser Seil mitten in den Sträuchern. Fluchend brachte ich etliche Minuten, um das Riesenknäuel aus Knoten, Gestrüpp und Ästen wieder zu entwirren. Von über mir kamen nervende Fragen, wann es denn endlich weiter ginge.

Der letzte Teil unseres Abstiegs war dann durch ein Stahlseil gesichert. Jetzt hatten wir nur noch ein kurzes Schotterfeld vor uns und anschließend den kleinen Pfad zurück zur Einstiegstelle, um die dort zurückgelassenen Rucksäcke zu holen. Diesmal hatten wir kein Problem den schmalen Waldweg neben den Felsblöcken zu finden.

Auf der Sektionsfahrt durfte natürlich auch die Kultur nicht fehlen. So war der Besuch der Altstadt von Briançon, von dessen höchst gelegenem Punkt aus wir die alte Zitadelle, die Steinbrücke über einer Schlucht und die Dächer der Stadt gut im Blick hatten, ein lohnendes Ausflugsziel! Auch das größte Klettergeschäft in Briançon haben wir natürlich sofort gefunden.

Schade nur, das der einsetzende Gewitterregen an diesem Tag ein Begehen des zweiten Klettersteigs - in der Nähe unseres Campingplatzes - für unseren Teil der Gruppe nicht mehr möglich machte. Gern hätte ich die Hängebrucken über der Schlucht der Biaisse einmal überschritten und ein paar Erinnerungsfotos gemacht. Vielleicht klappt es damit ein nächstes Mal!

Doch auch die »Regenzeit« haben wir noch gut genutzt. Michaels Zeltgestänge diente zur Illustration wie man eine »Magicplatte« für die Sicherung der zwei Nachsteiger einer Dreierseilschaft richtig benutzt.

Für die Meisten war nach einer Woche dann der Aufenthalt in dieser noch ursprünglichen Landschaft zu Ende. Wie immer sind die schönen Tage viel zu schnell vergangen. Den letzten Abend genossen wir zusammen bei Pizza und Rotwein, bevor sich die Teilnehmer der Sektionsfahrt am Samstag, bzw. Sonntag von den Glücklichen, die noch eine Woche länger bleiben konnten, verabschiedeten.

Was ich aus Frankreich mitgenommen habe, sind auch heute noch in mir lebendige Eindrücke und Gruppenerlebnisse, die ich nicht missen möchte.
Aus der Fülle der lokalen Klettergebiete konnten wir nur eine geringe Anzahl besuchen. Zu reich ist das Angebot, das in den vor Ort zahlreich erwerblichen Kletterführern der haut-val Durance beschrieben wird. Die Gebiete, die wir noch nicht gesehen haben, reichen noch für viele weitere Sektionsfahrten. Vielleicht ist dann ja auch der ein oder andere Krefelder Bergfreund wieder mit dabei.

Peter Reiter

No Altitude
Trackstatistik: 
0.00Km

Standort

Standort:
Freissinières
Frankreich
44° 45' 18" N, 6° 32' 16.08" E