Hüttentrekking Sextener Dolomiten

Die Resonanz für die diesjährige Sommerwanderung war überwältigend. Viele Mitglieder wären gerne mitgewandert. Denn wer kennt sie nicht, so berühmte Namen wie Toblach, Innichen oder Sexten, der Ort, der auch den Dolomiten in diesem Bereich als Namensgeber diente. Und der Blick auf die Südseite, wem sind sie kein Begriff: die »Drei Zinnen« und die »Sextener Sonnenuhr«.

Wir, unsere Gruppe mit den Wanderern Ursula, Ria, Siggi, Erich, Josef, Manfred, Klaus, Stefan, Klaus, Günter, Ralf und ich, sollten ab dem 22. Juli sieben Tage Zeit haben, die atemberaubende Schönheit der Berge zu sehen, aber auch mit der Geschichte zwischen 1915 und 1918 in Verbindung zu kommen.

Der erste Tag begann mit der Wanderung durch das Fischleintal zur Zsigmondy-Comici-Hütte. Ein Weg über zauberhafte Lärchenwiesen und den dahinter kühn aufragenden Zinnen der »Sextener Sonnenuhr«. Diese ersten 1000 Höhenmeter waren zum Einstand für das Hüttentrekking ideal. 
Von der Zsigmondy-Hütte zur Drei-Zinnen-Hütte führte uns der zweite Tag. Den höchsten Punkt erreichten wir an der Büllelejoch-Hütte mit 2519 m. Eine lohnende, aber leichte Tagesetappe. Bei der Drei-Zinnen-Hütte tritt das berühmte Dreigestirn als unverkennbares Wahrzeichen der Dolomiten in Erscheinung - ein überwältigender Anblick. Doch bei der vierstündigen Umrundung wurden wir von einem kräftigen Gewitter überrascht. Nass bis auf die Haut kamen wir zur Hütte, in der wir jedoch schon vorher unsere Rucksäcke abgelegt hatten.  Die Drei Zinnen
Der wie ein überdimensionierter Felskeil aufragende Monte Piana hat als Ausichtsberg hohe Qualitäten. Auf diesem umkämpften Berg steht man den großartigen Dolomiten-Massiven in gleicher Höhe gegenüber und kann so ihre Wucht und Größe auf sich wirken lassen. Unzählige Stollen, Schützengräben und Drahtverhaue erinnern an den Dolomitenkrieg von 1915 bis 1918, in dem der Monte Piana von den Italienern und der Monte Piano von den Österreichern besetzt war. Ein historischer Rundgang von der »Angeln-Bosi-Hütte« auslässt uns bewusst werden, dass hier schwere Kämpfe stattfanden und 24 000 Menschen durch den Krieg, Verhungern, Abstürzen und Erfrieren ihr Leben lassen mussten. Hier begreift man die Sinnlosigkeit eines Krieges.

Der Weg zum »Dürrenstein« und die Besteigung des 2839 m hohen Berges war das Ziel des vierten Tages. Von Einsamkeit keine Spur. Wahre »Almauftriebe« an Schönwettertagen laufen von der Plättwiese auf den Gipfel, der schon gebietsmäßig zu den Pragser Dolomiten zählt. Die Aussichten auf die »Drei Zinnen«, zum »Gastelle«, zum »Seekofel« sind überwältigend schön.

Weiter führt uns der Höhenweg Nr. 3 zur Rossalm, die uns zum Übernachten nicht aufnimmt und wir dann noch zwei Stunden weiterwandern zur Seekofel-Hütte, wo wir allerdings im Winterraum übernachten müssen. Die Gesichter wurden länger und der Wunsch nach »Merlot« größer, denn nur mit genügend Rotwein war diese Nacht zu ertragen. Ein gutes Frühstück in der Hütte und etliche Steinböcke vor der Hütte lassen uns hoffen, dass diese Etappe noch schön werden würde.

Nach der Besteigung des »Seekofel« (2831 m) mit faszinierendem Blick ins Pragser Tal und auf den Wildsee wandern wir ins Sennes-Gebiet zum »Rif. Munt de Sennes«, was ein guter Ausgleich zur vorherigen Unterkunft war. Diese Hütte ist klein, hübsch und mit ganz bequemen Liegestühlen ausgestattet, die wir am Nachmittag bei strahlen dem Sonnenschein auch ausdauernd in Anspruch nahmen.

Pünktlich am Folgetag begann es zu regnen. 750 Höhenmeter und eine Strecke von sechs Kilometer mussten noch bewältigt werden. Bei diesem Wetter eine Tortur. Wieder nass bis auf die Haut erreichten wir am »Pragser Wildsee« noch den Bus, der uns nach zweimaligem Umsteigen nach Innichen bzw. nach Sexten brachte.
Trotz der nicht immer guten Wetterverhältnisse hatten wir eine schöne, abwechslungsreiche, nicht zu stressige Hochgebirgswanderung, die jedem Bergfreund zu empfehlen ist.

Heinz, Sommer 2000


 
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