Dreieinhalb Rekorde in einem Urlaub
Wanderungen am Südrand des Ortlers
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»... und so wanderten wir unverdrossen weiter, über
Cusiano ins unvergleichlich schöne Val di Pejo und durch dieses talein,
gegen Cogolo, reich belohnt durch wundervolle Blicke auf die
Eisgiganten der Cevedalegruppe ...
So war es wohl nicht verwunderlich, wenn ich ... den Entschluß faßte,
jenen Berg zu besteigen, der mich hier am stärksten fesselte: den
hervorstechensten Gipfel der Talumrahmung, den 3644 Meter hohen Monte
Vioz.
Verlockend leuchtete das blendende Weiß seines Scheitels in den Abend
und geradezu großartig wirkte die edle Linie des von der Spitze bis
gegen Pejo herabstreichenden Südostgrates ...
Die Sterne funkelten über die dunklen Matten und Wälder, als wir durch
das eigenartige Dorf Cogolo schritten und das letzte Wegstück zu dem
1648 Meter hohen Bergdörfchen Pejo in Angriff nahmen.« - Sigi Lechner,
Maiausflug zum Monte Vioz. Aus: Zwischen Himmel und Tal. Drei
Jahrzehnte in den Bergen. Richard Pflaum Verlag, München o. J.
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»Wenn die Alpen ein Herz haben, dann muss es im
Nationalpark Stilfser Joch liegen«, schreibt Giulio Ielardi - sicher
nicht ohne Lokalpatriotismus - in »Parchi Nazionali d'Italia«
(cts-Giunto 2000). Und da wir uns bisher immer sozusagen in
entlegeneren Körperteilen aufgehalten hatten, zog es uns natürlich auch
mal ins Zentrum des Geschehens, und sei es im August.
Der Standort
Nach den Suchkriterien möglichst klein, möglichst
hochgelegen,
vielseitige Tourenmöglichkeiten, mit öffentlichen Verkehrsmitteln
erreichbar wurden wir im Pejo-Tal fündig. Der Ort Pejo (mit dem Zusatz
Paese
[Dorf] zur Unterscheidung von der unterhalb gelegenen Hotelsiedlung
Pejo Fonti) liegt
in 1.585 m auf einem Südbalkon über dem sich hier Y-förmig
verzweigenden Tal
und ist damit das höchstgelegene Dorf im Trentino (1. Rekord!).
Nicht abschrecken ließen wir uns vom Urteil E. T.
Comptons, der
seinerzeit schrieb: Bad Pejo ist nicht viel mehr als ein
Bauernbad und
während des Sommers überfüllt. Gegen Ende August verschwinden die
Badegäste, aber es wird bald darauf auch das einzige Gasthaus
geschlossen und
der füremde ist dann genötigt, entweder in Cogolo zu bleiben oder zum
Pfarrer
in Dorf Pejo seine Zuflucht zu nehmen, wo er allerdings gut aufgehoben
ist und
nicht allzu sehr unter dem berühmten Schmutz dieses Bergnestes
zu leiden
hat.
Die Unterkunftsauswahl ist allerdings inzwischen
nicht viel größer
geworden, neben ein paar Ferienwohnungen gibt es zwei kleine Hotels.
Wir wählten das »San Rocco«, ein einfaches, aber familiäres Haus (auf
dem
Bild links das helle Gebäude am oberen rechten Dorfrand - nein, nicht
ganz rechts,
das ist die Friedhofskapelle) und waren damit sehr zufrieden.
Von
hier aus sind die unterschiedlichsten Touren - Wald, Fels und Eis -
möglich. Durch die Bergbahnen (Gondelbahn von Pejo Fonti bis zum
Skigebiet Tarlenta 2000 [m] und
dann mit Sessellift bis zum Dos dei Gembri (2350 m) sind die
Felsregionen des
sdlichen Ortlergebietes (Monte Vioz, 3644 m) in einer Tagestour
erreichbar.
Aber auch südlich - Richtung Val die Sole - gibt es lohnende Tagesziele
mit
wenig besuchten Aussichtsbergen (z. B. Cima Boai, 2685 m).
Folgt man den Armen des Ypsilon, kommt man zu den
beiden Stauseen Lago Pian Pal
(1802 m) im Val del Monte und Lago di Càreser, 2603 m, dem
höchstgelegenen Stausee Italiens (2. Rekord!)
im Val di Mare. Vom Lago di Pian Palù erreicht man über die Bozzi-Hütte
und den Schmuggler-Pass (Passo
dei Contrabandieri, 2681 m) den Tonale-Pass und damit wieder einen Bus
nach Pejo
(geht natürlich auch umgekehrt). In der anderen Richtung lockt die
Cevedale-Hütte am gleichnamigen Gletscher (zu deutsch Zufallferner) mit
dem
Übergang ins Martell-Tal. Da wir auf die Mitnahme von
Hochtourenausrüstung verzichtet hatten, war
das für uns allerdings der Endpunkt der Tourenmöglichkeiten.
Weiterhin gibt es die Möglichkeit eines Übergangs
in das
Rabbi-Tal, entweder über den Passo Cercen (2623 m, Sentiero Italia)
oder über
den noch einsameren Passo di Cadinel (2730 m), denn auch in dieses Tal
gibt es
eine Busverbindung (über Malè).
Übrigens fällt auf, dass die deutschen Benennungen immer
den Berg (Nonsberg, Sulzberg) betonen, die
entsprechenden italienischen das Tal (Valle di Non, Val di Sole).
Damit ist das Wandergebiet umrissen; für uns war
aber auch die
Möglichkeit, zwischendurch mal einige Runden im Thermalbad zu drehen
(was nicht überall möglich ist, wenn
man kein Kurgast mit ärztlicher Verordnung ist) verlockend.
Das links abgebildete Relief vermittelt sehr
anschaulich die geografischen
Verhältnisse in unserem Tourengebiet. Es befindet sich in Natura
eingelassen
unter Glas im Fußboden des Informationszentrums des kleinen Tierparks
(Area faunistica) auf
halbem Weg zwischen Pejo Paese und Pejo Fonti (zum Vergrößern
draufklicken).
Das Sonnental* machte bei
unserer Ankunft an der Stazione
Nuova in Malè seinem Namen
allerdings keine Ehre: Es goss in Strömen. Und als der Bus mit uns als
einzigen
Fahrgästen nach den letzten Serpentinen der immer schmaler werdende
Straße am späten Nachmittag im nebelverhangenen Dorf zum Stillstand
kam, meinte ich scherzhaft zum Fahrer, hier wäre
anscheinend das Ende der Welt, worauf dieser völlig ernsthaft
bestätigte »Si,
si, è vero« und in Richtung Bar entschwand.
* Wobei allerdings eher - wie die deutsche
Benennung Sulzberg verrät
- die Salz-Sole gemeint ist; aber das Logo mit der Sonne macht sich
touristisch
wohl besser.
Die Touren
Da bis zum Abendessen noch Zeit blieb,
machten wir einen ersten
Orientierungsspaziergang über die Forstwege oberhalb des Dorfes. In
einem
kleinen Wäldchen direkt am Hotel verborgen liegt die Wallfahrtskapelle
S.
Rocco (St. Rochus) aus dem 16. Jahrhundert mit einem ehemaligen
österreichisch-ungarischen
Militärfriedhof. An der Weggabel am Ortseingang liegt die Bar mit einer
kleinen Terrasse und das ist ein idealer Platz, um abends mit einem
Apéritif in der Hand den
Moment abzupassen, wo der Bus (wenn man denn nicht selber drinsitzt)
herauf- und die Ausflügler
von der Malga Covel herunterkommen, was just an dieser Stelle dann zu
herrlichem Geknäuel führt...
Zu dieser Malga (mit Ziegenhaltung) kann
man übrigens eine schöne
Einlauftour machen. Die Alm (1854 m) und der gleichnamige See (2040 m)
liegen
im oben Val Taviela idyllisch eingebettet in die Ausläufer des
Vioz-Massivs.
Die Wege zeigten sich hervorragend
ausgeschildert mit
flammneuen hölzernen Wegweisern, aufgestellt durch den Nationalpark
Stilfser
Joch (Parco Nazionale dello Stelvio); auf einer Tour trafen wir die
Arbeiter auch
noch auf frischer Tat. Da hat es anscheinend wieder einen warmen
Geldregen gegeben, wobei meine
private Vermutung einen Zusammenhang mit den Skiweltmeisterschaften
herstellt,
für die im Nationalpark wieder mal ein paar Hektar Landschaft dran
glauben
müssen. Wie es der Zufall will, ist der neue Direktor des Parks ein
ehemaliges Ski-Ass und ist für seine Entscheidung zugunsten der
Weltmeisterschaft auch heftig kritisiert worden, worauf er sich sich
beleidigt
zeigte und erklärte, er sei keineswegs »der Attila seines Stelvio«.
Übrigens rumort es auch im benachbarten Naturpark Adamello-Brenta, wo
die
unter Schnee- und Kundenschwund leidenden Seilbahngesellschaften eine
Skischaukel zwischen Pinzolo und Madonna di Campiglio planen. Auch
oberhalb Pejo gibt es ein paar Skipisten,
wobei diese (noch?) relativ bescheiden sind. Eine führt teilweise über
Holzständerkonstruktionen ziemlich verdeckt durchs Val Tarlenta. Bei
der
Station Tarlenta 2000 wurde jedoch gerade eine neue Piste trassiert und
eine
Seilbahn installiert, was im Sommer immer scheußlich aussieht. Nach
Zeitungsberichten möchte sich die Seilbahngesellschaft noch weiter
vergrößern und plant im abgeschiedenen Val della Mite (das man im
Moment nur
auf Pfadspuren vom Doss dei Cembri erreicht - der Übergang vom Weg zum
Vioz
war bei bei unserem Besuch durch eine Steinlawine verschüttet) eine
Kabinenbahn mit 120 Plätzen.
Eine der ersten
Touren führte uns zur Cevedale-Hütte (Rifugio Guido
Larcher [ital. Larker]
al Cevedale). Direkt von Pejo kann man den wunderschönen Höhenweg 127
über
die (orogr.) rechte Talseite des Val di Monte, hoch über dem Weißen
Noce
nehmen. Der Weg führt zum unteren Càreser-Staussee und von dort mit der
Nummer 102 über die Malga Mare (Einkehrmöglichkeit) und den Pian
Venezia am
(orogr.) linken Hang zur Hütte. Der Weg durch das wasserreiche Hochtal
mit
Blick auf die gleißenden Gletscher war sehr schön, wenn unsere
Aufmerksamkeit leider auch einmal durch einen Pulk ¦#@*!-Radler, die
sich wohl verirrt hatten (ja, ich weiß, das ist durchaus zweideutig),
in
Anspruch genommen wurde.
Die Hütte selbst
ist picco bello, die Mannschaft jung und
fürsorglich; der Hüttenwirt (Bergführer aus Pejo) hat PC, Funkmaus und
Flachbildschirm auf der Theke
stehen. Da wir eine Übernachtung geplant hatten, konnten wir noch eine
kleine
Wanderung in die Umgebung machen und ausgiebig den Blick auf die
Gletscher im
Abendlicht genießen.
Abends und morgens herrschen starker
Berg- und Talwind (je 4 Stunden, wie
uns der Hüttenwirt sagte) und den bekamen wir zu spüren, als wir
anderentags in den strahlenden,
aber eiskalten Morgen hinauswanderten.
Auf einem schönen Höhenweg, der teilweise in den Hang gehauen ist,
wanderten
wir entlang der Seenkette Lago delle Marmotte (Murmeltiere sind hier
überall
zu beobachten), Lago Lungo zum Lago Nero und Càreser-Stausee. Bei dem
Weg
handelt es sich um einen Kontrollweg der Wasserarbeiter; überall führen
hier
mehr oder weniger verdeckt Röhren das Wasser der zahlreichen Bäche dem
Càreser-Stausee zu. Etwa auf dem halben Weg trifft man auf einen
Abzweig, der einen Übergang zum Rif. Dorigoni im oberen Val di Rabbi
ermöglicht (schwierig).

Am Tor zur Dammkrone
hing ein arg verblichenes Schild: Überquerung
ab 5. August erlaubt. Da das Tor aber offen war, stellten wir halt die
Uhren vor und
verzichteten auf die ausgeschilderte Umleitung, eine halsbrecherische
Kraxelei unterhalb der Staumauer
(100 m runter im Geröll, 100 m rauf im Geröll).
Vom Staudamm kann man auf dem Weg 123 absteigen
(ziemlich steil)
zum unteren Càreser-Stausee (Endpunkt der Fahrstraße, kostenpflichtiger
Parkplatz, in der Nähe ein Klettergarten). Da der Weg entsprechend viel
von
Ausflüglern begangen wird (raus aus dem Auto, einmal Staudamm gucken,
rein
ins Auto) ist er streckenweise durch Abschneider zerstört. Auch führt
er an den
verrosteten Strommasten vorbei, was auch nicht gerade idyllisch ist.
Aufpassen sollte man übrigens wegen der Nähe der
Gletscher und
vielen Wasserflächen auf sein oberes Ende: Am Nachmittag war Ursula
schwindelig und speiübel, so dass erst mal eine ausgiebige Ruhepause
mit (eis-)wassergekühltem
Kopftuch fällig war; sie hatte sich offenbar einen ordentlichen
Sonnenstich
zugezogen. Seitdem ist sie auf der Hut und trägt einen solchen...

Alternativ
kann man auf halber Strecke nach links
auf den Weg Nr. 140
wechseln, der auf der linken Talseite als Höhenweg talauswärts nach
Cogolo
führt (leider ziemlich schlecht bezeichnet, Trasse zwischen Forstweg
und
verwachsenem Waldpfad schwankend, aber Abstieg zwischendurch möglich).
Allerdings waren zum Zeitpunkt, als wir unterwegs waren, umfangreiche
Wald-
und Straßenbauarbeiten im Gange und der Weiterweg auf einmal mit
Flatterband abgesperrt. Nach
kurzer Überlegung (Umkehren war uns aus zeitlichen Gründen weniger
angenehm),
nutzten wir die Arbeitsruhe während der (ziemlich langen) Mittagspause
und
schlüpften an der Baustelle vorbei.
Übrigens ein Tipp, wenn man in Cogolo ist: Wer
absolut nostalgische Postkarten
nach Hause schreiben möchte, ist im Sportgeschäft an der Dorfstraße
richtig: Gewellte (und nicht
nur die Ränder) Schwarzweiß-Aufnahmen von 1950 und quietschbunte
Ansichtskarten aus den
60ern stecken da in den Ständern.

Ein Höhenweg im anderen Ast des Y (Val del Monte,
Schwarzer Noce)
ist der Sentiero Tedesci, ein alter Kriegsweg an
der Frontlinie des 1.
Weltkriegs. Er beginnt oberhalb des Rifugio Doss dei Cembri
(Bergstation des Sessellifts) und
führt mit der Nr. 139 zum Bärental (Valle degli Orsi). Er quert, den
Höhenlinien folgend die Felsabstürze
unterhalb des Forni-Gletschers; stellenweise ist Trittsicherheit
erforderlich.
Im Val Tarlenta ist zeitweise eine Hängebrücke über den Rio Tarlenta
angebracht (Hinweisschild am Zugang). Nachdem auch in der zweiten Woche
unseres Aufenthaltes der Hinweis auf die Wegsperre noch nicht
verschwunden war
und wir auch ein oder zwei Wanderer aus der Ferne auf dem Weg gesehen
hatten,
ignorierten wir ebenfalls das Schild (ein paar Sommer in Italien färben
wohl ab) und
gingen los. Tatsächlich stellte die fehlende Hängebrücke (lag noch
zusammengerollt am Ufer) kein ernsthaftes Hindernis dar. Im weiteren
Verlauf
zeigte sich jedoch, dass der Hinweis »nur für Geübte« berechtigt ist:
Es
gibt hier immer wieder Bergrutsche, die einen Umweg oder gar einen
Abstieg
erforderlich machen.
Jenseits des Baches folgt eine kurze versicherte
Stelle. Wenig
später findet sich unter einem Block ein schöner Rastplatz. Dann folgen
wieder versicherte
Stellen und eine Umleitung wegen Bergrutsch. Am Abzweig 139b (Covel,
Pejo)
wieder ein schöner, aussichtsreicher Rastplatz (ja darauf achtet man in
unserem Alter ;-) auf einem
Grasrücken.
Von hier ist ein Abstieg durch das sehr schöne
Wiesental am Cadini-Bach entlang möglich. Am oberen Wasserfall lockt
eine
kleine Wiese mit verfallener Hütte wieder zur Rast. Diesen Wasserfall
fanden wir
übrigens schöner als den offiziellen weiter unterhalb (dieser ist durch
Wasserhaltungsbauten entstellt).
Hier gibt es wieder zwei Wegalternativen: Links
nach Pejo (über die
Covel-Alm) oder rechts zum Pian Palu (über den Sentiero Domenico).
Der Sentiero Tedesci führt dann weiter zum Valle
degli Orsi, wo man am
Rio di Vegaia entlang zur Strada Vegaia, einem geschotterten
Militärsträßchen,
absteigen kann. Allerdings ist der Übergang der Straße über den Rio di
Vegaia ins obere Val del Monte z. Z. verschüttet; man kann nur über
eine
Behelfsbrücke an der Fahrstraße weiter zum Stausee. Aber wir hatten
unser
Tagespensum ja eh geschafft und gingen zurück nach Pejo.
(Diese Wegbeschreibungen entsprechen brigens nicht
unbedingt
den einzelnen Touren, sondern sind eine Zusammenstellung; an einigen
Abzweigen
sind wir halt mehrmals vorbeigekommen und haben dann Alternativen
ausprobiert.)
In eine ganz andere Richtung führt die nächste
Tour. Der Monte Boai
wird als nicht sehr hoher, aber einsamer Gipfel über dem Val di Sole
als
Aussichtsberg gelobt und das zu seinen Füßen liegende (Hochtal) Val
Comasine
kann man vom Hotel teilweise einsehen; das macht neugierig.

In Pejo Fonti
überquert man an der Therme den
Bach, und schlägt
den Weg zum Hotel Belvedere ein (z. Z. geschlossen). Der Name spricht
für sich, die Stelle ist
beliebt bei den Gästen, die hier herauf spazieren und auf den
Rastbänken ihre Zeitung lesen.
Von dort (Markierung 126) geht es auf einem Forstweg sehr steil hinauf
in
Fichtenwald. Dann in fast ebener Hangquerung, immer hoch über Pejo
Fonti, auf
einem Pfad taleinwärts. Dann links hoch durch einen stellenweise
verwachsenen Bachtobel
in ein Wiesental, locker mit Lärchen bestanden. An der Malga Comàsine
trifft man
auf den geschotterten Fahrweg, der vom gleichnamigen Ort im unteren
Pejo-Tal heraufkommt.
Weiter auf der Fahrstraße zur Malga Mason (2178 m). Von dort auf
bezeichnetem Weg zur Cima
Boai, der zwar wie gesagt nicht sehr hoch ist (2685 m), aber durch
seine freistehende Lage eine
sehr schöne Aussicht auf Ortler, Presanella und Brenta bietet (4 Std.
von Pejo).
Von hier sind verschiedene Abstiege möglich: Über
Weg 144
relativ steil zum Pian Pal, über Weg 129 nach Comàsine, auf dem Weg 126
in
südlicher Richtung nach Vermiglio (dort Bus) oder bequemer, aber
eine ziemliche Hatscherei, auf der Almstraße (Markierung 126) nach der
flachen Passhöhe in
östlicher Richtung in endlosen Kehren abwärts nach Comàsine (die in der
Karte als schwarze Linien
angedeuteten Abkürzungen sind alle ziemlich verwachsen und nicht zu
empfehlen).
An der abseits liegenden romanischen Kirche S. Lucia
vorbei geht es durch den Ort und auf der alten Fahrstraße (die neue
führt durch einen Tunnel)
hinunter zum Noce. Einkehrmöglichkeit im Restaurant Mulino an der
Noce-Brücke.
Von dort zur nahen Bushaltestelle oder zu Fuß an der (orografisch)
rechten Bachseite nach Cogolo.

Fast
1000 Meter höher ist der Gipfel des Monte Vioz (3645 m). Aber auch
dieser liegt in der Reichweite des geübten Bergwanderers. Schon der
Anmarschweg lässt sich durch die Benutzung von Gondel- und Sesselbahn
bis zum
Dos dei Gembri von 6 auf 3 Stunden verkürzen. Durch den allgemeinen
Rückgang
der Gletscher ist der Zustieg von der Vioz-Hütte (ital. Rifugio Mantova
al
Vioz) außerdem zumindest im Sommer weitgehend Schnee- und eisfrei.
Diese
liegt nur eine viertel Stunde unterhalb des Gipfels in 3535 m Höhe (und
ist
damit die höchstgelegene Hütte der Ostalpen; 3. Rekord!).
Der Weg selbst ist eindrucksvoll (einen kleinen
Einblick hatten
wir schon bei unserer Wanderung zu den Ruinen im Valle della Mite
gleich
nebenan gewonnen). Knapp unterhalb oder auf dem vom Vioz herabziehenden
Gratrücken geht es über Platten und einige Steilstufen (Seilsicherung)
aufwärts. Leider zog schon gegen Mittag Dunst auf und da wir beide
keine Gipfelfetischisten sind,
die auch dann »naufi« müssen, wenn die Sicht nicht 100 km, sondern 100
m beträgt,
blieben wir in Hüttennähe und wanderten nach ausgiebiger Mittagspause
zurück.
Somit hatten wir den wohl kürzesten Gipfelanstieg von einer Hütte auf
einen
Dreitausender (4. Rekord!) nur
gesehen und nicht selbst
begangen, daher sei er nur halb gezählt (macht also zusammen 3 ½
Rekorde,
wie gesagt ;-).
Etwas ganz anderes, das richtige für Tage mit
nicht so stabilem
Wetter oder Bedürfnis nach etwas Kultur, ist die »Piccolo Mondo
Alpino«,
das Leben in den übergen als Diorama sozusagen. Es
handelt sich dabei um einen kulturhistorischen Rundweg zwischen den
Orten Celentino
und Strombiano. Man beginnt am Besten in Strombiano (Bus bis Strombiano
Bivio [Abzweig])
und schaut sich an der Kirche S. Antonio den Übersichtsplan an (ein
besserer
befindet sich allerdings am Sass del Bech).
Am Weg erklären immer wieder ausführliche
Tafeln das Leben der
Menschen in diesem Teil der Alpen. Auf dem Rückweg bietet es sich an,
knapp oberhalb
Celentino am Sass del Bech (Ziegenstein) unter Lärchen zu rasten. Auf
diesem großen Felsblock
finden sich Spuren menschlicher Bearbeitung: Unterschiedlich große,
kreisrunde Vertiefungen,
in etwa halbbogenförmig angeordnet; sie erinnerte mich unwillkürlich an
eine Darstellung des
Sonnenlaufs. Solche Steinvertiefungen finden sich an vielen Stellen in
den Alpen, eine eindeutige
Erklärung ihres Sinns gibt es nicht.
Hier kommt auch der Weg 132 aus dem Rabbi-Tal über den Passo Cadinel
und vom gleichnamigen See herab (4 Stunden bis zum Pass).
Abschließend besichtigten wir in
Celentino die Casa Grazioli:
Das Haus einer in den 90er Jahren hochbetagt verstorbenen
alleinstehenden
Dame, die ihren Lebensunterhalt mit Weben verdiente. Alles, wie es
zuletzt war: Die »neue« Küche mit großem Kohleherd, die alte Küche mit
offener
Feuerstelle und Rauchfang, »Einbauschränke« in den Nischen der dicken
Mauern. Ich war überrascht, dass hier neben Wolle auch Flachs
verarbeitet wurde und konnte so den fachlichen Erklärungen der beiden
Damen, die
ehrenamtlich durch das Haus führen, leicht folgen.
Apropos
Rabbi-Tal: Da es in dieses Parallel-Tal ebenfalls eine Busverbindung
gibt (über Malè) beschlossen wir, ihm auch einen Besuch abzustatten.
Unser
Ziel waren die Saent-Wasserfälle im Talschluss. Wir fuhren mit dem Bus
bis
Somrabbi und liefen von dort noch ein Stück Straße (endet am Parkplatz
Fontanon unterhalb der Malga Stablazol), bis rechts ein mit auffälligen
Spurplatten belegter
Forstweg beginnt, kurz hinter dem Abzweig mit einer Schranke versperrt.
Der Forstweg wird im weiteren
Verlauf zu einem schönen Waldpfad und ohne Jemandem zu begegnen (im
Gegensatz zur anderen Talseite),
gelangten wir bis zu den Rastplätzen unterhalb der Wasserfälle.
Wenn man
bis zum obersten Wasserfall geht, kann man über eine Brücke auf die
andere Talseite wechseln und kommt bald zu einem weiteren Rastplatz;
hier mündet der
Weg von der Dorigoni-Hütte und den berühmten Lärchen. Zurück wanderten
wir
am Besucherzentrum (liebevoll gemachte Informationen für Kinder) und
der
venezianischen Sägemühle vorbei bis Rabbi Bagni (Bushaltestelle,
Besucherzentrum).
Hier beginnt der Übergang ins Pejo-Tal über den Passo Cercen (2620 m)
auf
dem Weg 109 (Sentiero Italia). Ein Stück kann man mit dem Kleinbus
(Fahrplan s. u.),
der in den Sommermonaten mittwochs und donnerstags bis zur Malga
Terzolasa verkehrt und braucht
dann etwa eine Stunde weniger für den Rückweg. Man kommt dann wieder in
Cogolo heraus und kann
mit dem letzten Bus hoch nach Pejo fahren.
Wiederum eine Tour für schlappe Tage ist
die
Pian-Palù-Runde. Der Stausee, erbaut 1948 - 1959, am Schwarzen Noce ist
ein
beliebtes Tagesausflugsziel. Von Pejo Fonti führt eine Fahrstraße bis
zum
Ausflugslokal Fontanino. Ein erster, kostenloser Parkplatz befindet
sich
unterhalb des ehemaligen Forts Barbafiore, wo die Strada Vegaia auf die
Fahrstraße stößt; ein zweiter (kostenpflichtig) unmittelbar am
Ausflugslokal. Wir gingen zu Fuß von unserem Hotel los, vorbei am
Picknickplatz und den Kletterfelsen von Pradél, füllten am
ursprünglichen Quellort des
berühmten Wassers (Fontanino) unsere Wasserflaschen (um der
Abfüllstation in
Cogolo keine Konkurrenz zu machen, sind maximal 2 Flaschen p. P.
erlaubt) und
wanderten in einem großen Linksbogen um den See herum. Im Talschluss
gibt es schöne
Wiesenplätze am Bach, wo die Familien dann picknicken und die Kinder
spielen
können. Hier geht der Weg 110 ins Quellgebiet des Noce und weiter zum
Pso. Sforzelina,
einem Übergang ins obere Valfurva, am Gletscher der Dreiherrenspitze
(Corno dei
Tre Signori) ab (5:00 h). Zurck an der Staumauer nahmen wir auf der
orogr. rechten Seite den
Waldweg. Hier zweigt der Weg 137 zum Monte Redival ab (4:30 h). Am Ende
geht es kurz über Treppen hoch zum
Ex-Fort Barbafiore, das wie eine mittelalterliche Burg auf einem
Felszacken
thront. Von dort führt ein bequemer Karrenweg wieder hinunter zur
Straße.
Die Tonale-Tour hatten wir - nach Anfahrt
mit dem Bus zum
Tonale-Pass - als Übergang über Passo dei Contrabandieri
(Schmugglerpass) und Rifugio Bozzi
zum Pian Palu geplant. Wegen unsicheren Wetters und
Nieselregen schmissen wir jedoch den Plan kurzentschlossen um. Von der
trostlosen Passhöhe (nix als ein
riesiger Parkplatz mit ein paar Gebäuden drum herum, an Tristesse jeder
Neubausiedlung ebenbürtig)
wanderten wir auf der alten Tonale-Straße (Vie de Tonal) durch das
obere Val di Sole talauswärts,
immer auf dem orografisch linken Hang oberhalb der Autostraße hinab
nach Vermiglio (Bus).
Vom Pass geht es in einer halben Stunde
hinauf zum ehemaligen Hospiz
Bartholomeo (jetzt 3-Sterne-Hotel La Mirandola). Auf Schottersträßchen
eben talauswärts. Bald zweigt ein Weg am linken Hang hoch ab, sanft
ansteigend
durch Wiesen und lockeren Lärchenwald zum Ex-Forte Saccarana (2096 m).
Hier
lässt es sich gut rasten, umgeben vom Pfeifen der Murmeltiere, die sich
in
diesen künstlichen Felsen eingerichtet haben, von der gesprengten Decke
hat
man einen weiten Ausblick. Auf altem Wirtschaftsweg, dessen Pflasterung
mittlerweile von einem Graspolster überzogen ist, geht es in sanften
Kehren abwärts
(unterwegs Wasserstelle bei Wegtafel: Fort 30 min.), bis man auf eine
Wegverzweigung trifft: Von rechts
kommt ein weiterer Weg vom Tonale (den wir am Abzweig zum Forte
Saccarana verlassen
haben). Wir gehen schräg links in eine Art Hohlweg abwärts, der gleich
darauf
auf die Forststraße zur Malga Strino mündet. Diese überquert man und
gleich dahinter auch noch einen Bach auf einer Brücke. Erst auf einem
Wiesenweg, dann
einer Forststraße geht es in 20 min. abwärts zum Forte Strino (10 min.
Abstieg von
der Forststraße). Das ehemalige Sperrfort der Tonale-Straße ist zu
einem
Museum mit beeindruckender Multimedia-Schau (vielleicht schon zu
gestylt) umgebaut.
Nach dem Besuch geht man wieder die 10 min. hoch zur Forststraße und
in einer wunderschönen Höhenwanderung auf der alten Tonale-Straße hinab
nach Vermiglio.
Etwa auf halber Wegstrecke trifft man auf ein Kreuz mit Sitzbank in
Balkonlage mit Blick zur
Presanella und ihren Gletschern. Nach Einmündung in die Straße, die von
der
Casera del Mosa kommt, dieser kurz nach links folgen, weil man auf ihr
einen Bach auf der Brücke
überqueren kann und dann nach rechts hinab zwischen teils aufgelassenen
Obstgärten in ca. 15 min.
zu den Häusern von Vermiglio (Ortsteil Pizzano). Hier auf einer
Holzbrücke über den Bach und hinunter
zur Tonale-Straße; man kommt fast genau an einer Bushaltestelle mit Bar
(oder
umgekehrt, je nachdem was dringlicher scheint) heraus (schräg gegenber
die
Touristen-Information). Und an allen Bars das Schild: »Oggi:
Polenta, Caprioli e Funghi« (raten Sie mal, mit welchem
Angebot unserer
Signore Leone an diesem Morgen an unseren Frühstückstisch kam...).
(Wer den Übergang versuchen möchte, hier
die Angaben, die ich
mir notiert hatte: Tonale -> Pso. Contrabbandieri -> Rif.
Bozzi 2:00 -> Pejo über Forcellina
di Montozzo 3:30, Nr. 111.)
Alle
diese beschriebenen oder angedeuteten Touren stellen jedoch nur einen
kleinen Ausschnitt der Möglichkeiten dar. Es gibt es auch viele
geführte
Touren, die vom Nationalpark und anderen Organisationen angeboten
werden; man schaue in den
ausliegenden Veranstaltungsplan oder die
Tageszeitung (an einem Sonntag mussten wir uns entscheiden zwischen
einer
Bergmesse - mit Choro - an der Vioz-Hütte und einer an der Covel-Alm).
Apropos Tageszeitung: Als ich im Tipp
Nr. 17 vom
Trentino etwas ironisch schrieb, dass dort schon mal der Bär tobt,
kannte ich das
Sommerthema 2004 dort noch nicht. Nicht weit von uns weg, in den
östlichen Vorbergen der Brenta suchten zwei einzelne Bären und eine
Bärenfamilie
die Almen heim. Es gab Informationsveranstaltungen der Forstverwaltung
für
Einheimische und Touristen und verschiedene Abwehrmaßnahmen wurden
diskutiert, einschließlich Einfangen und Aussetzen in einer weniger
besiedelten Gegend. Als wir auf unseren Touren zweimal auf Kadaver von
Gämsen
stießen, unkte ich schon, vielleicht würden wir bald auch in der
Zeitung
stehen... Wieder zu Hause las ich, dass die Bärenfamilie mittlerweile
dabei
gesehen wurde, wie sie die Mülltonnen an der Tosa-Hütte durchwühlte;
das mit der unwirtlichen Gegend
ist also erledigt...
Am Abschlusstag drehten wir eine Runde
durchs
Val del Monte, wobei wir es so einrichteten, dass wir am Nachmittag
beim
E-Werk in Pont ankamen. Dieses war (zum erstenmal überhaupt) zur
Besichtigung
geöffnet und ist ein Schmuckstck der Industriearchitektur. Errichtet in
den 1920er Jahren bietet es opulente
Art-Deco-Architektur.
Das
Gebäude selber gleicht eher einer Villa als einem industriellen
Zweckbau
(mit viel Holz, die Generatorenhalle hat eine Kassettendecke - ein
Alptraum für jede
Sicherheitsfachkraft), man erwartet förmlich, dass jeden
Augenblick der Direktor im Vatermörder auf den Balkon tritt und das
Volk
huldvoll grüßt. In der riesigen Generatorhalle ist eine Wand mit
Gemälden
der beiden Stauseen Pian Palù und Càreser geschmückt, deren Wasser und
das
vieler kleinerer Zapfstellen via Schwarzem und Weißem Noce sowie in
Druckröhren
hier zusammentreffen (mit welcher Wucht, bezeugen ausgestellte
Turbinenschaufeln). Ein Foto des
Wasserhaltungsplans zeigt die Zusammenhänge sehr instruktiv.
In der Leitwarte stehen die modernen
Schalttische auf
Parkettboden, über den beiden Zugangstüren ein Marien- und ein
Christusbild, saalhohe
Eichentüren führen in die übrigen Räume, zum Schluss in ein kleines
Museum
mit einer Fotoausstellung von den Bauarbeiten an den Staudämmen. Was
uns
verblüffte: Das Kraftwerk war normal in Betrieb, trotzdem durfte man
ohne
Begleitung alle Bereiche betreten, seien es Turbinen- oder Schalträume.
Auch sonst scheinen hier die Uhren noch
etwas anders zu gehen:
Als wir an unserem Abfahrtstag nach herzlicher Verabschiedung später
als sonst durch das Dorf
zur Bushaltestelle gingen, noch einmal alles in uns aufnehmend, trafen
wir am neuen Dorfbrunnen
mit dem Trientiner Wappen junge Frauen, die dort ganz
selbstverständlich Kinderwäsche wuschen.
Die Rückfahrt war übrigens wie die
Hinfahrt kein Ruhmesblatt
für die Bahn. Fehlte auf der Hinfahrt das Wasser im Schlafwagen, so
suchten wir auf der
Rückfahrt morgens vergebens die Betreuerin. Da griffen wir halt zur
Selbstbedienung in der Kombüse.
Abgesehen davon ist die Fahrt in einem Doppelstockwagen der Schweizer
CityNightLine (zumindest
in der 2. Klasse) nichts für Menschen mit Platzangst oder -bedarf: Da
muss der Konstrukteur des
berühmten Taschenmessers seine Hand im Spiel gehabt haben...
Fazit
Da die leuchtenden Gletscher und das allgegenwärtige, klare Wasser für
mich in diesem Urlaub das bestimmende Element
waren, zum Ausklang ein
Spruch, der am Wasserhäuschen von Pejo Paese eingemeißelt ist (und
meine -
hoffentlich einigermaßen adäquate - Übersetzung):

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Frischer Quell der nie versiegt
Geschöpft aus dem Berg geleitet zum Herd
Bewahrt den sicheren Hort seines Hauses
Den ungetrübten Frieden seines Tales
Peio im Jahr XVI E. F. Ing. G. Apollonio
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[XVI E. F. =
Jahr XVI der faschistischen Ära (era fascita) = 1938]
Ursula
(Bilder) und Michael (Text), August 2004
Praktische
Hinweise
Anreise und Verbindungen vor Ort:
Aus Deutschland:
Bahnlinie München - Bozen - Trient; die Fahrt im Schlafwagen
Düsseldorf - Trient kostet (bei frühzeitiger Buchung) im Urlaubsexpress
pauschal 69 Euro p. P. Von dort mit der Ferrovia Trento-Malè bis Malè
(nuova stazione). Weiter mit Bus (ggf. in Fucine umsteigen) bis Pejo
Paese.
Fahrkarte am Schalter der FTM in Trient (eigenes Gebäude; wenn man von
den Gleisen
kommt: links vom Hauptbahnhof) bis Pejo Paese lösen (6,50 Euro p. P.).
Fahrpläne:
- Trentino Trasporti, orario estivo, Heft 6: Valle di Non, Valle di
Sole,
Altopiano della Paganalla. Zu bekommen an jedem Busbahnhof oder im
Internet als PDF-Datei.
- Servizio Trasporto Val di Sole. Sommerfahrplan mit Auszügen aus o. a.
Fahrplanheft und zusätzlichen Fernbuslinien und Taxi-Unternehmen. Zu
bekommen
beim füremdenverkehrsamt Val di Sole.
- Zubringerbus
im Rabbi-Tal.
Unterkunft: Gute
Ausgangsbasis, sowohl von der Höhe (1584 m),
als auch verkehrstechnisch (Seilbahn, Bus) und logistisch (zwei
Lebensmittelgeschäfte, Post, Bank)
ist das Dorf Pejo (Paese). Dort gibt es zwei kleinere Hotels. Wir
wohnten im
Albergo
San Rocco sehr
familiär und wanderfreundlich.
Literatur:
(Es sind nur Titel angegeben, die wir auch im Bücherschrank stehen
haben,
also nicht unbedingt lieferbare oder aktuelle Auflagen)
. Cony Ziegler, Trentino und Gardasee. Iwanowski's Reisebuchverlag,
Dormagen 2.
Aufl. 2002. Mit Übersichtskarte; sehr detailliert.
. Peter Holl, Alpenvereinsführer Ortleralpen, 9. Auflage 2003.
. Reinold Messner, Ortler. BLV Verlagsgesellschaft, München 2004.
Opulenter
Bildband zum 200. Jahrestag der der Erstbesteigung.
. DAV Panorama 3/2004.
Titelgeschichte zum 200. Jahrestag der der Erstbesteigung.
. Sepp Schnürer, Hohe Routen. Ortler, Adamello, Brenta. BLV
Verlagsgesellschaft, München, Wien, Zürich 1980. Wenn auch nach einem
Vierteljahrhundert die
touristischen Angaben nicht auf dem neuesten Stand sind (die
Vioz-Hütte z. B. wurde inzwischen nochmals umgebaut und ist jetzt eine
geradezu
futuristische Unterkunft), lohnt sich ein Nachschlagen beim 1992
verstorbenen Autor
und Fotograf immer noch.
. Veit Metzler, Wanderführer Trentino II, Deutscher Wanderverlag,
Stuttgart
1993. Da es meines Wissens keine neuere Auflage gibt, hier ein paar
Korrekturen zu den Angaben im Führer: Das in Wanderung 10 angegebene
Hospitz S. Bartolomeo
oberhalb des Tonale-Passes existiert in dieser Form nicht mehr; in
einem Teil
des alten Gebäude residiert jetzt das 3-Sterne-Hotel La Mirandola. In
Wanderung 27 sind für den (entschieden vorzuziehenden) Weg 127 auch
keine
Pfadfindernaturen mehr nötig, der Weg ist (wie eigentlich alle Wege im
Nationalpark) hervorragend beschildert. Lediglich die unterhalb der
Malga Mare
in der Karte eingetragenen Brücke über den Noce war im August 2004
weggerissen; wir sind dann über die Staumauer des unteren Càreser-Sees
gegangen (erstes Tor war offen, zweites verschlossen, aber
unproblematisch zu
übersteigen).
. Giulio Ielardi, Parchi nazionali d'Italia. Giunti, 2000.
. Comitato Turistico Vermiglio - Tonale (Hg.), L'alta Valle di Sole:
Vermiglio
e Passo del Tonale. Kleiner Führer (70 S.) zu Hütten, Wegen usw. im
oberen Val
di Sole. Für 2 Euro bei den Touristenbüros in Vermiglio oder Tonale.
. Führer der Schutzhütten des Trentino und Führer der Naturparks. Beide
Broschüren kostenlos vom
Fremdenverkehrsamt
der Provinz Trient.
Karten:
Übersichtskarte: Trentino 1:150.000 (mit Panorama; kostenlos vom
Fremdenverkehrsamt
der Provinz Trient).
Wanderkarten: Tabacco 1:25.000 Blatt 048 Val di Pejo - Val di Rabbi -
Val di
Sole (2004 neu erschienen und bis auf das Deckblatt identisch mit der
Karte
des Nationalparks Stilfser Joch). Val di Pejo (1:25.000; mit Ortsplänen
und
Gehzeitangaben; kostenlos vom Fremdenverkehrsamt des Val di Sole).
Web-Seiten:
Fremdenverkehrsamt
Trentino
Fremdenverkehrsamt
Val di Sole
Sektion Pejo des SAT
Webcams: www.dolomiti.com/webcam/realcam_pejo.htm,
www.ski.it.
Zu den Wanderungen im oberen Rabbi-Tal gibt es Informationen vom Rifugio
Dorigoni und der
Gemeinde
Rabbi.
Bergtourenseite
mit Übersichtskarte
Nachtrag Mai 2005:
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Italien: Skigebietszusammenschlüsse bedrohen Braunbär und ökologisch
wertvolles Waldgebiet
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Die Trentiner Skigebiete Pinzolo und Madonna di Campiglio/I sollen
zusammengeschlossen werden. Das Vorhaben würde ein unerschlossenes Tal
beeinträchtigen, das ein wertvoller Lebensraum für Wildtiere und
insbesondere für Braunbären ist. Im angrenzenden Naturpark Adamello
Brenta wurden die Braunbären seit einigen Jahren erfolgreich
wiederangesiedelt. Der WWF International fordert in einer
online-Petition den Präsidenten der Provinz Trento zur Erhaltung der
Bärentäler im Trentino und zur Aufgabe des Skigebietszusammenschlusses
auf. Petition:
http://passport.panda.org/campaigns/index.cfm?uNC=32921108 (en);
Quelle: WWF Italien
http://www.wwf.it/news/NewsArticolo.asp?Articolo=352005_8946.tmp (it)