Bergwelt um die Monte Rosa
Sportliches Erwandern der wunderschönen Bergwelt rund um die Monte Rosa
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Elf von der Bergwelt begeisterte Wanderer gingen 2006 einen Abschnitt der TMR. Unter Leitung von Wolfram Weber waren die einzelnen Tourabschnitte alle bis ins Detail vorgeplant. Maike, Roman und (ich) Franz-Willi waren schon am Vortag bis Gspon angefahren, um sich die richtige Höhenkondition zu beschaffen. Die Übernachtung ist jedem zu empfehlen, der sich von dieser Seite auf die Tour Monte Rosa machen möchte. Unterkunft, Abendessen und Frühstück waren sehr gut und im Vergleich zu ein paar anderen Hütten mit mindestens zwei »Wanderstiefel-Sternen« zu versehen. Der erste Abschnitt führte uns von Gspon zur Almageller Alp (2194 m). Die Sicht zu den Gletschern war hervorragend. Viele Wildpflanzen und Blumen säumten den Weg, der nicht schwer war, aber über den Kreuzbogen (2397 m) eine entsprechende Kondition forderte. Eine gute Trittsicherheit war schon erforderlich, als wir ca. 3 Stunden über ein Steingeröllfeld liefen. Die Alp-Hütte war ok., doch das Frühstück etwas spartanisch.
Am nächsten Tag ging es über Saas Almagell zum Mattmark-Stausee und dann zum Moro-Pass (2868 m) hoch. Vom Stausee bis zur Passspitze brauchten wir (das Mittelalter) gute 2,5 Stunden und waren schon recht geschafft. Die jungen Gipfelstürmer und Marathonaltmeister unserer heterogenen Gruppe brauchten entsprechend weniger Zeit. Deshalb sind auch einige mit der Seilbahn die steile Strecke nach Staffa Macugnaga (1320m) abgefahren und die anderen den Berg runter gelaufen. Die Wegstrecke ist überwiegend felsig, bietet aber beim Passanstieg immer den Blick zum Stausee und vom Gipfel den Blick auf die Monte Rosa Ostwand. Dieser Blick war leider durch einen zeitweise aufkommenden Nebel sehr verschwommen.
Staffa Macugnaga ist ein typisch italienischer Ort. Hier konnte sich jeder nochmals mit allem was er für die weitere Wegstrecke benötigte, versorgen. Roman holte sich z. B. für die weiteren Touren und zur Entlastung seiner Knie die ein paar Tage vorher abgewiesenen »Käsepicker«. Die Übernachtung war diesmal in einem einfachen, aber guten Hotel, wobei wir besonders die heiße Dusche genossen haben. Am nächsten Tag waren wir schon um 8.00 Uhr aufgebrochen, um die schwierige Strecke zur Rifugio Pastore zu gehen. Der Weg führte uns diesmal von Staffa Macugnaga über den Colle del Turlo in 2738 m Höhe zur Rifugio Pastore (1575 m). Mit Recht kann man behaupten, dass wir nach einem Gewaltmarsch, wobei bis zu 1500 Höhenmeter gemacht wurden und auch etwas Regen fiel, erleichtert waren, um ca. 17.00 Uhr in der Rifugio Pastore anzukommen. Da die Duschen und Toiletten außerhalb der Hütte sind, verliert man automatisch nicht das Gefühl von Abenteuer. Weiter ging es am anderen Morgen
von Pastore bis nach Gabiet (2345 m). Hier hatten wir die Idee, den vorbestimmten Weg etwas zu verändern und das Ziel Gabiet über den Teufelspass anzugehen, wobei Gehen hier nicht der richtige Ausdruck ist. Auf dieser »gemütlichen« Strecke haben wir mit Klettern ca. 1400 Höhenmeter überwunden und der eine oder andere ein paar Liter Schweißtropfen verloren. Der nächste Tag war anfangs verregnet und es lohnte sich nicht unbedingt, durch die im Sommer hässlichen Ski Pisten nach Resy (2072 m) runter zu gehen. Einige haben deshalb das erste Stück bis nach Staval mit der Kabinenbahn zurückgelegt und ein paar ganz hart Gesottene (nicht nur Altmeister) sind auch dieses erste Stück gegangen. Sie sind auf verschiedenen Routen z. B. auch über den Colle die Betta-forca ( 2672 m) Richtung Resy gegangen. In Resy angekommen, gönnten sich alle Hungrigen gemeinsam eine riesige Portion Pasta. Diese Stärkung wurde auch gebraucht, denn zur letzten Etappe, zur Theodul Hütte, wurden nochmals alle Kräfte benötigt. Der Weg zur Theodul Hütte ist bis zur Passhöhe Colle Superiore wunderschön, da er sehr oft an einem kleinen Bach entlang führt. Ab der Passhöhe geht er leider schon in das Geröllfeld des Skigebietes von Cervino über. Auch heute wurde es für den einen oder anderen wieder ein langer Streckentag, denn die Höhenmeter waren nicht zu verachten. Von Resy (2072 m) ging es zuerst runter nach St. Jaques(1689 m), dann wieder hoch zur Passhöhe Colle Superiore (2982 m), nochmals runter auf 2790 m und dann zum letzten Anstieg zur Theodul Hütte auf 3317 m. Ein paar Clevere unserer Gruppe haben sich den letzten Anstieg gespart und sind mit dem Lift zur Testa Grigia hoch und dann über das Schneefeld zur Theodul Hütte gelaufen.
Nach einer kühlen Nacht in einer spartanischen Hütte haben wir uns am nächsten, dem letzten Tag, einer geführten Gruppe angeschlossen und sind gemeinsam über den Theodul-Gletscher bis zur Liftstation Trockener Steg gegangen. Dort fuhren wir mit der Kabinenbahn runter nach Zermatt, mit der Bahn weiter bis Stalden, um dann mit dem Auto wieder die Heimreise anzutreten. Was ist in Erinnerung geblieben von dieser wunderschönen Hochgebirgswanderung?
- Viele hervorragende Ausblicke auf die gigantische Bergwelt, wobei uns der Höhepunkt am Theodul Gletscher, der Blick auf das Matterhorn wegen starken Nebels leider verwehrt wurde,
- die Gewissheit, eine anspruchsvolle Hochgebirgstour sportlich meistern zu können,
- gute Gemeinsamkeiten in der Gruppe erfahren zu haben und nicht zuletzt die kleinen Episoden, die jeder Tour das richtige Feeling geben,
- schwankende Hochbetten, Kaninchen (nicht) essen,
- Magenverstimmungen, Franzosen überholen ... und vieles mehr!
Besten Dank an dieser Stelle nochmals den Organisatoren der Tour, Anita und Wolfram, die ohne viel Aufsehen aber mit viel Einsatz diese Tour geplant und durchgeführt haben.
Franz-Willi Janßen
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