Wandern auf Mallorca
oder
Wie aus einer Notlösung eine tolle Tour wird!
»Die im »Bergfreund« angebotene Tour nach Korsika fand sofort viele Interessenten.
Das touristische Angebot auf dieser Insel ist allerdings begrenzt, was die Suche nach geeigneten Quartieren
für eine große Gruppe schwierig gestaltete. Nach vielen Mühen hatte Helmut Erfolg,
um dann an der fehlenden Flugkapazität zu scheitern. Spontan kam dann von vielen der Wunsch, doch
noch einmal nach Mallorca zu fliegen, denn die Wanderwochen vor drei Jahren waren allen noch in bester
Erinnerung; und mit einem Urlaub waren die dortigen Möglichkeiten natürlich nicht erschöpft.
Und diese Buchung hatte geklappt.
13 Wanderer hoben in Düsseldorf ab
und nahmen Quartier im schon bekannten Hotel Eden in Puerto de Sollen. Eigentlich ist man hier, ohne
zu wandern, schon angekommen, wenn der Blick
über den hoteleigenen Pool auf den Naturhafen, die Leuchttürme und Berge
geht. Aber die beiden Wanderführer Helmut und Kurt hatten sich einiges vorgenommen, was im Wechsel
angeboten und unternommen wurde. Dazu hatte Helmut mit der mallorquinischen Wanderführerin Catherine
vorab schon zwei Touren ausgemacht, wo eine besondere Wegekenntnis angebracht schien.
Wie man inzwischen weiß, ist in Mallorca kein einfaches Wandern. Die Bezeichnungen sind oft schwierig
oder nicht vorhanden, viele Fincas gestatten nicht mehr das Durchwandern oder nur an bestimmten
Wochentagen. In Mallorca gibt es keinen sogenannten Staatsforst. Fast alles ist in privater Hand,
auch Berge; und wer lässt sich schon gerne durch seinen »Garten« trampeln. Die einheimischen
Wanderführer haben ganze Bündel von Schlüssel, um nach Absprachen Gelände durchlaufen zu können.
Doch dank der guten Ortskenntnis von Helmut und Kurt und einem Gespür für das Gelände haben wir
fantastische Touren gemacht.
Der erste Tag, auf dem sogenannten »Einlauftürchen«, sah uns schon auf
einem netten »Klettersteig«, wo die Mannschaft an einer Schlüsselstelle nur durch
Hilfe weitergekommen ist. - Die erste
Bergtour ging auf den Es Cornadors,
dem Hausberg von Soller. Der Aufstieg
bescherte uns einen wunderbaren Blick
auf die Bucht von Puerto de Soller, ließ
uns aber den gedachten Abstieg vergeblich suchen: verschlossene Finca (siehe
oben). Die Tour stand in den Wanderbüchern, d. h., die Schließung musste
neueren Datum sein. Wie auch immer,
es war abenteuerlich. Letztendlich über
eine Mauer erreichten wir wieder Normalgelände auf dem Pass Sollen - Eine
Traumtour führte nach Deja, entlang an
blauen Buchten, zum Fischessen in der
Deja-Bucht. - Der Puig Tomir, als mittelschwere bis anstrengende Kletterpartie beschrieben, wurde von HIoster Lluc
angegangen. Der tolle Rundblick, leider
nicht ganz klar, ging bis Cap Formentor.
- Die sehr interessante Tour von Catherine über Teix - Windschubel -
Galeria
zeigte herrliche Ausblicke auf die Buchten im Norden aus luftiger Höhe und
belohnte in Soller in der »Eisfabrik« mit
entsprechenden Portionen. - Oder war
dies die schönste Tour?: Die Umsteigung
des Puig Roig durch eine nur sonntags
geöffnete Finca. Sieben Stunden mit
herrlichem Blick direkt über dem Meer.
- Dann wieder mit Catherine rund um
den Tossal Verds, entlang am CuberStausee und Georg Blau, durch Wasserleitungstunnel mit Taschenlampen und
Einkehr im Refugi de Tossals Verds mit
gewöhnungsbedürftiger, landestypischer
Kaninchensuppe (ich hielt mich da lieber an Wein und Brot und Orangen!).
Wohin ging es noch? Zum Beispiel Mirador de ses Barques in die Bucht von
Tuent, über den Reitweg des Erzherzogs Johann von Valdemossa, Rundwanderung von Bunyola; aber die
Toptour war durch den Torrent de Pareis bis
zum Meer La Calobra. Dort, wo sich
zwei Wildbäche in Jahrmillionen, als
Wasserfall beginnend, immer tiefer einen kilometerlangen Canyon in den
Berg gesägt haben, ist nur im Sommer
eine Wanderung möglich. Aus der Vogelperspektive hatte man zunächst einen interessanten Blick in den
Einschnitt. Nach einer Stunde Abstieg
erreichten wir das eigentliche Bett, wo
der Weg ca. 4 km über glattgeschliffene
Felsbrocken, an ausgewaschenen
Höhlen vorbei verläuft, wo man sich
rutschend, springend, sich durchzwängend sein Durchkommen sucht, durch
Engstellen von 30 m und 400 m hohen
Felswänden. Grandiose Farbspiele! Ein
Erlebnis dank der Hilfe von Helmut
und Kurt, mit stellenweisem Seileinsatz,
Bereitstellung von fehlenden Tritten
durch Füße und Oberschenkel der
»starken Männer«. Ich glaube, einmal
stand jemand auch Kurt auf dem Kopf!
Wir sind ihnen dankbar für dieses Erlebnis!
Was kann man sonst noch in 14 Tagen
unterbringen? Schwimmen im Meer,
abendliche Siesta am Pool, Einkaufsrausch. Ach ja, täglich zu klebende Wanderschuhe und Blasen jeglicher Größe.
Für Landpartien und kulturelle Exkursionen müssen wir noch einmal hin.
Die wander- und wunderbare Insel hat
uns diesmal dafür keine Zeit gelassen. - Nochmals ein herzliches Dankeschön
an die Ausrichter
Elsbeth, 2000
Weiterführende Informationen: http://www.mallorca-wandern-trekking.com
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