La Palma

29. April - 13. Mai 2008


Morgens um 6 Uhr trafen sich alle 18 Wanderer, gut ausgeschlafen und in bester Urlaubslaune, auf dem Düsseldorfer Flughafen. Der Flieger startete nicht ganz pünktlich, um 8:45 Uhr, nach La Palma. Der Flug verlief ruhig bei teilweiser guter Sicht, somit waren für die Wanderer mit Flugangst, denn hiervon gab es einige, die Fliegerei ganz annehmbar. Am ersten Urlaubstag wurde die Umgebung von Los Cancajos, unserem gemeinsamen Urlaubsdomizil und Santa Cruz, von der gesamten Gruppe erkundet. Schon hier zeichneten sich die Höhenunterschiede der Insel an.

Per Bus fuhren die Wanderer am zweiten Tag in den Süden der Insel, nach Los Canarios. Zu Fuß ging es dann am Kraterrand, mit tiefem Blick in den Vulkan San Antonio, weiter durch Vulkanlandschaften über die schwarze Lavaasche zum Leuchtturm »Faro de Fuencaliente«. Das war eine nicht alltägliche Wanderung, denn anschließend hatten wir alle schwarze Beine, aber Helmut hatte uns hierfür, laut Reiseführer, einen Fischimbiss am Strand, mit frisch gegrilltem Fisch versprochen. Es blieb bei dem Versprechen, es war kein Imbiss mehr da, also blieb nur die Heimfahrt mit dem Bus.

Ab dem dritten Tag hatte unser Wanderführer für 8 Tage Autos angemietet. Wir waren vier Fahrer und 14 Beifahrer/innen. Jetzt erreichten wir unsere Wanderziele etwas zügiger. Diese führten uns in alle Himmelsrichtungen der Insel.

Gebirgslandschaft im Nationalpark Caldera de Taburiente Über den Pico de la Nieve bis zum Roque de los Muchachos mit 2426 m, dem höchsten Berg der Insel, führte uns eine Gratwanderung. Oftmals war der Wind so stark, dass man befürchtete wegzuwehen, aber dafür mit grandiosen Tiefblicken in die Caldera de Taburiente. Eine unserer Wanderungen führte uns dann in die Caldera de Taburiente hinein. Ranger hatten uns mit Taxen auf eine enge Straße bis auf eine Höhe von 1030 m gefahren, somit hatten die Wanderer nur den Abstieg vor sich. Zum großen Teil ging dieser durch ein Flussbett, was immer wieder übersprungen oder umgangen werden musste. Nasse Füße blieben hier nicht aus.

Eine eindrucksvolle und abenteuerliche Wanderung, war die Tunnel-Tour. Diese führt tief hinein in Schluchten und Lorbeerwaldwildnis. Es ging 1.100 m bergauf, durch ein trockenes Bachbett und in der Folge durch nicht weniger als 13 bis zu 400 m lange Tunnel, immer am Wasserkanal entlang. Entsprechend nass und dunkel war es. Jetzt kamen die Regenjacken und Taschenlampen zum Einsatz. Trotzdem blieb die Wanderung nicht ohne Folgen. Beulen am Kopf waren nahezu für jeden selbstverständlich, aber es floss auch Blut. Einen der Größten hatte es erwischt, er wollte mit seinem Kopf den Felsen wegschieben und somit kam der Verbandskasten zum Einsatz.

Ein absolutes Muss für jeden Wanderer auf La Palma ist die Vulkanroute. Da einige Wanderer Ermüdungserscheinungen hatten, wurde diese Tour von 11 Wanderern in Angriff genommen. Leider hatten diese dann Pech. Nach dem ersten Anstieg und weitem Ausblick zog Nebel auf und die Sicht verschlechterte sich zunehmend. Später kam noch der Regen hinzu. Somit konnte man nur die ständigen Landschaftswechsel und der Einblicke in vulkanische Vergangenheit wahrnehmen. Aber schon dies ließ erahnen, wie grandios die Tour bei schönem Wetter gewesen wäre! Im Süden angekommen schien wieder die Sonne.

Eine Tour führte uns in die Mitte der Insel, durch Wald und Feld und eine in den Norden, zu Drachenbäumen und Ziegenställen. Diese Wanderungen hatten sich Kurt, bzw. Werner ausgedacht und geführt.

Eine Inselrundreise per PKW ging zu verschiedenen Orten im Westen der Insel, u.a. nach Tijarafe und der damit verbundenen kurzen Wanderung zu der Playa de la Vela. Der Geheimstrand ist für jeden normalen Wanderer zu erreichen, wenn man einmal von der Zufahrtstraße absieht, die dem Autofahrer und seinen Mitfahrern starke Nerven abverlangte. Für ein Kraftfahrzeug waren die Mitfahrer zu schwer (vielleicht abends zu viel gegessen?), also mussten diese aussteigen und das Fahrzeug den Berg hochschieben. Wer kam wohl mehr ins Schwitzen - Fahrer oder Beifahrer? Unser Wanderführer hatte sich wohl ein besonderes Abenteuer ausgedacht. Alle kamen gut wieder im Hotel an und der Ausflug gab noch lange Gesprächsstoff. Uns allen bleibt die Autofahrt unvergesslich.

Nach Ende der Mietzeit unserer Pkws wurde der langersehnte Ruhetag eingelegt. Viele Wanderfreunde führte es nach Santa Cruz zum Shopping und auf Sightseing Tour. Auch wurde der Tag zum Ausheilen verschiedener Blessuren, die sich die Wanderer zugezogen hatten, genutzt.
 
Aber am nächsten Tag ging es mit unserem Wanderführer Helmut gleich wieder per Bus und zu Fuß weiter. Eine schöne Strecke führte uns durch die wilde Natur der Barrancos und Bananenplantagen an der Küste entlang. Die Strecke war durch das stetige Auf und Ab des Weges sehr anspruchsvoll. Am Nachmittag waren alle froh, als die Bushaltestelle in Sicht kam. Am letzten Urlaubstag führte eine wunderschöne Wanderung durch eine von Nebelwäldern geprägte Schlucht.

Somit gingen die 14 Tage Wanderurlaub schnell vorbei. Das Wetter war mal sonnig, mal leicht bewölkt, aber nie zu heiß. Für uns Wanderer gerade richtig. Unser Hotel lag direkt am Strand und die Zimmer hatten einen schönen Ausblick aufs Meer. Auch gab es reichlich und sehr gutes Essen. Die tagsüber verbrauchten Kalorien wurden somit abends wieder zu sich genommen.

Rundum war es ein gelungener Urlaub mit wunderschönen Wanderungen durch weite Täler, Kiefern- und Lorbeerwälder, wilde Barrancos, grandiose Gipfel und die überwältigende Caldera. Hierfür sei unserem Wanderführer Helmut für seine Vorbereitungen und Organisation einen herzlichen Dank.

Bis zum nächsten Wanderurlaub.

Monika und Werner


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