Östliches Karwendel und Rofan
1. Tag
Dreizehn Wanderfreunde - Ursula, Ria, Frank, Erich, Josef, Stefan,
Siggi, Willi, Hermann, Günter, Hans
und ich wollten mit Heinz Braun das Karwendel durchqueren. Willi hatte von seiner Vortour im Allgäu die Schn...
voll und zog es vor, sich in Innsbruck zu verlustieren. So zogen dann zwölf tatendurstige, mit schweren
Rucksäcken bepackte Wanderer von Absam (622 m) in Tirol los, um die Bettelwurfhütte (2027 m) in etwa fünf Stunden
(immerhin sind es 1400 Höhenmeter) zu erreichen. Leider verließen unserem Hans nach einiger Zeit die Kräfte (lag
es wohl am schweren Rucksack, lieber Hans?), so dass wir leider ohne ihn weitergingen.
2. Tag
Am zweiten Tag erreichten wir das Hallerangerhaus (1768 m) mit der schön gelegenen Hallerangeralm.
Heinz, Erich, Stefan, Frank und ich brachen den Versuch der Besteigung des »Großen
Bettelwurfs wegen schlechtem Wetter ab, was Heinz aber nicht davon abhielt, uns eine
Einweisung im Fallen und Stoppen auf Schneefeldern zu geben. Nach anfänglichem Zögern überwanden wir
unseren inneren Schweinehund und ließen uns auf das steile Schneefeld auf dem Rücken fallen, um uns dann auf den
Bauch zu drehen, Füße und Hände in den Schnee krallend. Nicht zu überhören war das wichtige Kommando
von Heinz: »Arsch hoch!!!«.
3. Tag
So erprobt stand uns der dritte
und schwierigste Tag bevor. Etwa 500 Höhenmeter hinunter, um dann 1600
schwierige Höhenmeter durch Geröll und riesige Schneefelder zu erklimmen. Erich, Heinz, Stefan und Frank
bestiegen trotz der großen Strapazen noch die Birkkarspitze (2749 m). Danach kamen 1000 Höhenmeter Abstieg durch
das Schlauchkar. Heinz hatte wohl das Schneefeld mit einer Skipiste verwechselt und fuhr auf seinen
Wanderschuhen wie Hermann Maier die Schneefelder hinunter. Nach neun sehr anstrengenden Stunden erreichten wir
das Karwendelhaus. Und welche Freude kam da auf, als uns Hans und Hermann (der aus gesundheitlichen Gründen auf diese strapaziöse Tour
verzichtet hatte) mit einem Tablett Bier und Obstler erwarteten. Das war
ein schöner Augenblick. Vielen Dank noch mal ihr Beiden! Nach einer Dusche und sehr leckerem
Essen war die Strapaze dann bald vergessen.
4. Tag
Der vierte Tag bescherte uns dann eine gemütliche Wanderung zur Falkenhütte (1856
m). Heinz, Frank und Stefan bestiegen unermüdlich noch den Steinfalk (2348 m).
5. Tag
Die Lamsenjochhütte (1953 m) erreichten wir am fünften Tag nach etwa fünf Stunden.
Die Hütten und das Essen waren überall erstaunlich gut. Erstaunlich gut war auch der
Appetit von Günter. Er dachte ewig, egal in welcher Höhe, an Essen, speziell an Kuchen.
6. Tag
Gemütlich fuhren wir am sechsten Tag mit der Seilbahn am
Walchensee zur schönen Erfurter Hütte hoch, wo wir ein bisschen erschreckt über den dortigen und
für uns ungewohnten Tourismus waren. Günter spielte an unserem letzten Hüttenabend zum zweitenmal in
dieser Woche für uns Gitarre. Hans überraschte uns mit einem selbstverfassten Lied über unsere Tour. Ja, erwähnen
möchte ich auch noch unsere beiden Schnarcher Günter und Hermann, die mir teilweise wie Aussätzige evakuiert
haben. Aber mal ehrlich, wer kann schon solche Phonstärken ertragen, wie die
beiden sie produziert haben?
Nach Rückkehr in unserem Gasthof stießen wir wieder auf den nun
weitergebildeten Willi. Auf dem Heimweg trafen wir uns alle im »Braustüberl« am
Tegernsee, wo wir diese wirklich schöne Tour in froher Runde beendeten.
Wir danken dem lieben Heinz für diese toll organisierte und gut geführte Tour
durchs Karwendel mit Abstecher ins Rofan. Und noch etwas in eigener Sache: Ja, ich habe meine Rucksackgurte in
der Waschmaschine gewaschen und sie duften gut nach Ariel.
Silvia
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