Klettersteigtouren gefällig?
Oder: Hoffentlich kommt hinter dem nächsten Felsen ein Rifugio!
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Unter diesem Motto fuhren wir (Gabriele, Roland, Jürgen, Lutz und Michael) mit unserem Bergführer Rudi Anfang Mai ins sonnige Riva di Garda. Schon die Eingehtour machte Rudi zum Konditionstraining. Der erste Tag am Cima Capi führte uns über drei leichte Klettersteige mit herrlichen Ausblicken auf den Gardasee und einer abenteuerlichen Wegführung durch Tunnelsysteme ca. 1000 m hinauf, aber wie immer musste man die erklommene Höhe auch wieder absteigen. Glücklicherweise trafen wir an diesem heißen Tag auf ein gerade geöffnetes Rifugio, wo wir unsere Wasservorräte auffüllen konnten. Eingewöhnung hatte sich der eine oder andere etwas anders vorgestellt, eher so wie die Tour zum Castel Drena, durch eine wunderschöne Klamm mit vielen Feuersalamandern oder das Leckerli zum Colodri mit anschließender Wanderung über den Bergrücken bis zum Cima di Colt.
Denn wie hieß es in der Ausschreibung: »Wenn die Zentralalpen noch unter einer dicken Schneedecke liegen, ist am Gardasee bereits der Vorfrühling eingekehrt. In diesem Kletterparadies mit mildem Klima wollen wir einige der schönsten Klettersteige begehen und anschließend bei Pizza und anderen italienischen Köstlichkeiten entspannen und südländisches Flair genießen.«
Die Begehung des Ernesto »Che« Guevara erfüllte alle Ansprüche: Eine richtig lange Genusstour mit fast 1500 Hm gesichertem Klettersteig, einschließlich einer Betankung am Rifugio »Don Zio«.
Nur der Abstieg über genauso viele Höhenmeter war sch... schrecklich! Tschuldigung, aber anders konnte man das nicht nennen. Da war die Via dell'Amicizia mit ihren langen Leitern unbeschwerter. Zwar überraschte uns hier ein gewaltiger Donnerschlag, so wie es der Zufall wollte, einige von uns natürlich inmitten der 70 m Leiter, wodurch dann solch ein Ausflug überraschend schnell gefährlich werden kann. Von solchen Wetterkapriolen blieben wir am Monte Albano in Mori verschont. An- und Abstieg zum Sportklettersteig sind locker, aber der Steig selber hat es in sich, vor allem die vertikalen Passagen der Kamine. Nichts steht dem berauschenden Blick in die Tiefe im Wege.
Als Resümee bleibt festzuhalten, dass eine Fahrt in dieses Klettersteiggebiet sehr lohnenswert ist und die Anstrengungen ebenso. Man sollte jedoch in einer Woche nicht unbedingt alle interessanten Touren "abarbeiten", weil man ja eigentlich auch Urlaub hat. Aber mal ehrlich: wer hätte anstelle der erholsamen Rückfahrt im Auto nicht lieber noch den Klettersteig am Monte Bondone erobert.
Mai 2007
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