
Unser diesjähriges Team:
Lothar Thorissen - Karl Heinz Wendisch - Karl Wehr - Wilfried Thorissen
Auf dem Gipfel des Colac (2.715 m)
(zum Vergrößern der Bilder drauf klicken)
| 1. Tag: 650 Hm ↑ 650 Hm ↓ 3 Std |
| 2. Tag: 570 Hm ↑ 1.250 Hm ↓ 5 ½ Std -------- ↑ 100 Hm ↑ 300 Hm ↓ 1 Std |
| 3. Tag: 1.100 Hm ↑ 240 Hm ↓ 1 ½ Std bis Einstieg 4 Std Gipfel ½ Std Hütte ∑ 6 Std |
| 4. Tag: 1.750 Hm ↑ 350 Hm ↓ 7 Std |
| 5. Tag: 1.000 Hm ↑ 1.010 ↓ Hm 4 Std bis Abzweigung 2 ¾ Std bis Hütte ∑ 6 ¾ Std |
| 6. Tag: 780 Hm ↑ 920 Hm ↓ 3 ½ Std Forcella Marmol ½ Std Bivacco 2 ½ Std Hütte ∑ 6 ½ Std |
| 7. Tag: 1.090 Hm ↓ ∑ 3 Std |
| Samstag, 5.7.2003 - Ankunft
Fedaia-See - Rifugio Dolomia - Aufstieg Capanna al Ghiacciaio 650 Hm ↑ 650 Hm ↓ 3 Stunden |
Wie gewohnt
treffen wir uns um 3.00 Uhr bei Wilfried in Oppum und es geht in rascher Fahrt,
diesmal über München, bis ins Grödner Tal. Hinter Wolkenstein legen wir eine
Rast ein um uns die Beine zu vertreten und den Proviant zu verspeisen. Als wir
am Lago di Fedaia am Nachmittag ankommen, ist es wolkenverhangen. Unser Zimmer
im Rifugio Dolomia ist noch recht komfortabel. Ich kann es mir mit Karl-Heinz
im Doppelbett bequem machen. Aber, erste Probleme! Nach erfolgter
Darmentlehrung funktioniert die Spülung nicht! Nun ja, es wird die
Papierkorbwasserspülung perfektioniert, was aber nicht so leicht ist. Denn, es
ist so ein wabbeliges Ding mit seitlichen Öffnungen.
Das Wetter wird
besser, die Sonne lässt sich sehen. Also auf zum Akklimatisierungsspaziergang.
Wilfried kennt einen Weg um den Fedaia-See. Den haben wir aber irgendwie
verpasst und kommen so immer höher. Schließlich fühlen wir uns so stark, mal
eben bis zum Gletscher zu laufen. Nach wunderschöner Aussicht schmeckt uns ein
Bier in der Capanna al Ghiacciaio (2.700 m). Nach dieser Einstimmung haben wir
noch längere Zeit vor unserem Quartier in der Sonne gesessen und uns auf die
anstehenden Touren gefreut. Nach diesem anstrengenden Tag ist frühe Nachtruhe
angesagt. An sich hat Karl bereits seit dem späten Nachmittag geschlafen, er
bestreitet dies jedoch mit dem Hinweis, er habe nur in sich geruht.
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Sonntag, 6.7.2003 - Ciampac - Via
ferrata dei Finanzieri - Colàc (2.715 m) - Val Contrin - Autofahrt nach
Alleghe - Sessellift zum Rist. Col dei Baldi - Rifugio A Sonino al Coldai
(2.132 m) 570 Hm 1.250 Hm ↑ 5 ½ Std 100 Hm ↓ 300 Hm ↑ 1 Std |
Bahn. Brechendvoll. Ein ganzer Bus. Dafür zeigt uns italienisches Stimmengewirr
wo wir sind. Tatsächlich, die wollen alle zum Klettersteig. Also,
Beine in die Hand und los zum nahen Einstieg. Am Felssockel legen wir unser
Klettergeschirr an. Die Italiener nahen. Karl-Heinz kommt die Hektik ungelegen.
Gurt anschmeißen, erster Klettersteig in den Dolomiten - muss das so sein? Aber
wir schaffen es. Nach den ersten Passagen kommt die Ruhe und Klettersicherheit
und wir können uns am Sonnenschein und den super Tief- und Ausblicken erfreuen.
Der Colàc bildet
im Kreis der renommierten Dolomitengrößen ein recht bescheidenes Dasein. Am
Eingang des Contrintals hat er wegen seiner Lage jedoch einen wunderschönen
Rundblick zu bieten. Langkofel - Sellamassiv - Marmolata.
Mit
dem Auto kommen wir bis Pian di Pezze und von dort mit
dem Sessellift bis zum Rist. Col dei Baldi.
Ein Bier zur Stärkung und noch einmal aufraffen bis zum Rifugio A Sonino al
Coldai (2.132 m). Die Hütte liegt im obersten Val Ziolere mit Blick in das Val
Zoldana Alta, auf die Bosconero- und Prampèrgruppe und natürlich den mächtigen
Pelmo.| Montag, 7.7.2003 - Rifugio Coldai - Sentiero Tivan - Via ferrata degli Alleghesi - Gipfel Civetta (3.220 m) - Rifugio Torrani (2.984 m) 1.100 Hm ↑ 240 Hm ↓ 6 Std |

Via ferrata degli Alleghesi
Auf ca. 2.900 m
tangiert die Ferrata Alleghesi unter der Punta Tissi den Nordgrat der Civetta.
2000 m tiefer glitzert der Alleghesee (966 m). Wir erreichen den Gipfelgrat und
schließlich gegen 14.00 Uhr das Gipfelkreuz. 4 Stunden haben wir ab dem Einstieg
gebraucht. Wir müssen ja nicht mehr ins Tal und konnten uns Zeit lassen. Wir
rasten auf dem Gipfelund verspeisen
unser kleinen Kraftreserven wie Schokoriegel oder Käse.
Auf der Via
normale steigen wir in knapp 30 Minuten steil zum Rifugio Torrani (2.984 m) ab.
Hierüberreichen wir gegen ein
kostenfreies Bier den Zucker.
Nach und nach stellt sich heraus, dass es kalt und vor
allem klamm und feucht ist. Alle Decken und Matratzen werden nicht gut gegen
Rheuma sein. Ohne sie zu outen gibt es Kameraden die schlicht alles anziehen,
was der Rucksack hergibt. Ein neuer Ofen kommt erst am Abend mit dem
Materiallift und wird wohl erst die nächsten Tage aufgestellt.| Dienstag, 8.7.2003- Rifugio Torrani (2.984 m)- Abstieg über Via normale - Passo Tenente (2.366 m) - Crepa Tonda (1.884 m) - Aufstieg über Passstraße bis Passo Duran - Rifugio San Sebastiano (1.605 m) 1.750 Hm ↑ 350 Hm ↓ 7 Std |
Irgendwie
können wir alle nicht so richtig schlafen. Karl-Heinz ist als erster auf den
Beinen und berichtet uns vom kurz bevorstehenden Sonnenaufgang. Wirklich ein
traumhafter Anblick. Sonnenaufgang hinter dem Pelmo in 3.000 m Höhe. Und kein
Zivilisationsgeräusch ist zu hören. Bis 6.45 Uhr müssen wir noch auf das
Frühstück warten und beginnen dann bei Traumwetter den Abstieg über die
Normalroute.
Bereits
der Vortag mit dem Alleghesi und trotz der Widrigkeiten der Hütte wird ein
unvergessenes Bergerlebnis bleiben. Aber auch der Abstieg hat es in sich.
Teilweise gesicherte Stellen wechseln mit ungesicherten Stellen ab. Stets ist
volle Aufmerksamkeit geboten. Immer wieder tolle Aus- und Rückblicke. Der Pelmo
beherrscht immer wieder das Bild.
Ach, übrigens
Karl, am "Passo Grünwald" hast du auf dich aufmerksam gemacht!
So heißt der
Plattenschuss an dessen Ende man weiter ins Geröll absteigt. Zunächst ist noch
ein Übergang vom Fels in ein teilweise weggetautes Schneefeld zu meistern. Wir
gehen auf dem Steig 557 und nachher 558 weiter steil hinab bis zur Crepa Tonda.
Von hier geht der Materiallift zum Rifugio Torrani. Schließlich weiter bis zur
Passstraße Duran. 1.750 Hm runter! Eine Wohltat für unsere jugendlichen
Gelenke! Im Übermut verschärfen wir das Tempo und ziehen
wohl zurecht den Unmut Wilfrieds auf uns.
Nach
ca. 7 Stunden haben wir das Rifugio San Sebastiano auf der Passhöhe erreicht.
Ein kühles Weizenbier belohnt uns.
Eine Dusche ist zudem vorhanden. Etwas ungewohnt! Dafür aber kalt.
Überhaupt setzen wir an diesem Tag den Joker. Das Essen ist hervorragend.
Bereits früh hat der sich um alles kümmernde Chef herausgefunden, dass wir von
der Civetta kommen und hat uns Details über die Verhältnisse entlockt. Diese
gibter weiter und so werden wir von
einigen Bergkameraden angesprochen und befragt.
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Mittwoch, 9.7.2003 - Rifugio San Sebastiano - Dolomitenhöhenweg 1 - Malga Moschesin (1.800 m) -
Forcella de Zita nord (2.351 m) - Rifugio Pian de Fontana (1.632 m)
1.000 Hm ↑ 1.010 Hm ↓ insgesamt 6¾ Std |
Wie
erwartet, ein wirklich sehr gutes Frühstück versüßt uns den Morgen. Wiederum
bei Sonnenschein starten wir um 8.00 Uhr unseren heutigen Marsch. Diese Gegend
kennt von uns keiner mehr. Es geht ein
gutes Stück die Passstraße herunter. Dann zweigen wir auf den Steig 543 ab.
Recht steil geht es durch einen wunderschönen Wald aufwärts. Durch ein großes
Blockfeld weiter dem Tàmer-Massiv entgegen. An der Malga Moschesin (1.800m)
können wir uns an einer von einem Vögelchen bewohnten Quelle laben. Tolle
Bergblumen und Pflanzen begleiten unseren Weg. Überhaupt, die Gegend hat sich
geändert. Nach ca. 4 Stunden sehen wir das Rifugio Sommariva sul Pramperèt
(1.857 m) in einiger Entfernung liegen. Da für Mittag an sich Gewitterneigung
angesagt war gehen wir direkt weiter zum Rifugio Pian de Fontana. Unglaubliche
Blumenwiesen begleiten unseren sehr steilen Abstieg bis zur Hütte. Auch
einzelne Gemsen haben wir gesichtet. Karl kann uns immer wieder etwas über
einzelne Pflanzen erklären. Gegen Süden wird erstmals der Blick auf die Schiara
frei. Nachdem Karl-Heinz am Morgen gehtechnisch nicht so gut drauf war, läuft
es seit Moschesin wieder reibungslos.
Das Rifugio Pian
de Fontana besteht aus einem Hauptgebäude und mehreren Schlafgebäuden. Nachdem
wir unsere Lager bezogen haben, machen wir es uns noch einige Zeit vor der
Hütte bequem. Karl begutachtet noch Blumen, ich döse vor mich hin und
Karl-Heinz isst Kuchen... Abends in der Hütte: Essen und Getränke gut. Eine
israelische Familie samt Bergführer sind auch zugegen. Sie beenden jedoch hier
ihre Tour und müssen ihren Flieger erreichen.
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Donnerstag,
10.7.2003 - Rifugio Pian de Fontana - Forcella La Varetta (1.704 m) - Forcella Nerville (1.953 m) -
Forcella del Marmol (2.262 m) - Bivacco Sandro Bocco al Marmol (2.280 m) -
Via ferrata Marmol - Rifugio 7° Alpini (1.490 m) 780 Hm ↑ 920 Hm ↓ Insgesamt 6½ Std |
Zur Abwechslung
mal wieder ein karges Frühstück. Aber die Sonne lacht wieder. Was haben wir für
ein Wetterglück. Um 7.30 brechen wir auf. Zunächst noch weiter runter und dann
in vielen Kehren wieder steil hinauf bis zur Forcella La Varetta (1.704). Es
geht weiter über unbeschreiblich schöne Blumenhänge mit schwindelerregenden
Tiefblicken. Von hier ist auch ein Abstieg zum Rifugio Bianchet möglich. Wir
steigen jedoch weiter, vorbei an Edelweißbüscheln in bisher nicht gesehener
Größe und Vielzahl. Vor dem steilen Aufstieg zur Forcella Marmol rasten wir und
genießen die völlig unberührte und einsame südliche Dolomitenwelt. Von der
Scharte aus
betrachten
wir den Monte Schiara (2.565 m) und den Monte Pelf (2.502 m). Zunächst geht es
auf der Via ferrata Marmol weiter aufwärts bis zum Bivacco Marmol. Leider
verwehrt uns Dunst eine bestimmt lohnende Aussicht. Der Steig ist wild,
zerklüftet und ausgesetzt. Durch Rinnen, über Felsabsätze, Bänder und zuletzt
über versetzte Leitern geht es immer weiter hinunter. Oft nötigt uns ein
Abgrund ein Abweichen von der geraden Linie ab. Immer wieder erscheint zwischen
den Dunstschwaden der Tiefblick zum Rifugio 7° Alpini und in das grüne Val
d´Orso.
Mitten
im Steig, völlig alleine an einem Felsen plötzlich eine
Dolomitenteufelskralle! Karl ist ganz aus dem Häuschen! Und weiter oben in der
Felswand noch eine. Karl-Heinz übernimmt die Fotoarbeit. Was müssen wir später
feststellen? Völlig unscharf! Aber Karl-Heinz hat Glück. Später entdecken wir
noch ein Exemplar.
Um 15.00 Uhr
erreichen wir das Rifugio. Die Hütte ist international besetzt. Österreicher,
Amerikaner, Italiener, Deutsche.
Bereits im
Abstieg haben wir beschlossen die Bergtour ausklingen zu lassen. Die
Schiaraklettersteige Zacchi, Sperti und Berti sind doch große Touren und unsere
Beine werden doch langsam schwer. Es soll ja auch noch Spaß machen. Einfach nur durchbolzen, nein, das lohnt nicht.
Ein netter
Bergkamerad aus Augsburg, zunächst mit Argwohn von uns betrachtet, weiß viel
von den Bergen zu erzählen. So wird es ein gemütlicher Hüttenabend, an dem wir noch
einmal ernährungstechnisch den "Joker" setzten.
Wann hat
Karl-Heinz eigentlich seinen anfänglichen "Grappawiderstand"
aufgegeben?
Abends bei
nahender Dämmerung betrachten wir noch einmal den Weg zurück. Im 180° Winkel um
das Rifugio 7° Alpini thront die Schiara.
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Freitag, 11.7.2003 - Rifugio 7° Alpini (1.490 m) - Val d´Orso - Case Bortòt - Bolzano Bellunese -
mit Bus bis Alleghe - mit Auto bis Bozen - Hotel Feichter 1.090 Hm ↓ 3 Std zzgl. Bus- und Autofahrt |
Nachdem wir
zunächst nach La Stanga absteigen
wollten, haben wir uns dann doch für den Abstieg durch das Val d´Orso Richtung
Belluno entschieden. Eine gute Entscheidung. Ein herrliches, wildromantisches
Tal mit Wasserfällen, Brücken, einer Pflanzenvielzahl. Ein würdiger Abschied
aus der Bergwelt.
Auf
dem zuletzt asphaltierten Weg sagen uns unsere Knie, dass unsere Entscheidung,
hier die Tour zu beenden, richtig war. Wenn man die Höhenmeter einmal
zusammenzählt. Es waren knapp 5.000 Hm hinauf und knapp 7.000 Hm runter!!
Nun
ja, ich hatte Karl-Heinz vor der Tour an sich gesagt, dass wir lange Touren
bergab meiden. Aber fit wie wir sind!
In der Nähe von
Bellunese erreichen wir endlich einen Bus und schnell sind wir in Belluno. Dort
verpassen wir knapp den Anschlussbus. Aber, egal. So schlendern wir durch die
Stadt. Bei Sonnenschein ist es hier doch schön. Wir hatten vom Vorjahr bei
Regen eine andere Erinnerung.
Nach weiterer
Bus- und Autofahrt fahren wir über der Pellegrino-Pass Richtung Bozen. In einem
Bach waschen wir uns noch die Füße; danach herrscht eine andere Luft im Auto.
Wir quartieren
uns im zentralen Hotel Feichter ein und trinken die ersten Biere im
"Hopfen & Co.". Ein gutes Essen und ein weiterer Umtrunk im
Hopfen & Co. runden den Tag bei abendlichem Treiben in Bozen ab.
| Samstag, 12.7.2003 - Bozen - Heimfahrt |
Die lange Heimfahrt verläuft wider erwarten ohne nennenswerten Verkehr.
Eine rundum
gelungene Bergwoche geht wieder einmal harmonisch zu Ende. Unbestritten haben
wir viel Neues gesehen. Im nächsten Jahr geht es mit Sicherheit wieder los!
Lothar Thorissen
im Juli 2003
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