Cho Oyu (8201 m)
Die Göttin des Türkis
Faszination eines besonderen Achttausenders
Der Cho Oyu ist der westliche Eckpfeiler des Khumbu Himal im Himalaya-Hauptkamm
und er ist der sechsthöchste Berg der Erde.
Diesen Traum erfüllte sich unser Freund und Bergkamerad Günter Beinlich.
Viele lange Trainingseinheiten, ja schier unmenschliche Strapazen nahm er auf
sich, um seinen ersten Achttausender im Jubiläumsjahr zu besteigen. Vor genau
50 Jahren stand der Wiener Herbert Tichy als erster Mensch auf dem Gipfel des
Cho Oyu.
Die Expedition dauerte fünfeinhalb Wochen. Nach ca. einer Woche wurde das
Basislager, das schon auf einer Höhe von 5.650 m liegt, erreicht. So standen
gut vier Wochen für die Besteigung des Achttausenders zur Verfügung. Die
Lagerkette wurde eingerichtet und Passagen mit Fixseilen versehen. Günter
verbrachte knapp eine Woche in der Todeszone über 7000 m. Vom letzten Lager
auf 7350 m mobilisierte er die letzten Reserven und brach um 3.30 Uhr in der
Früh auf. Am Freitag den 24. September gegen 12.30 Uhr erreichte er ohne
künstlichen Sauerstoff den Gipfel des Cho Oyu.
Wir haben großen Respekt vor dieser grandiosen Leistung. Günter, von uns
allen nochmals herzlichen Glückwunsch.
Was hat er schon alles gemacht: Schwere Hochtouren in den Alpen, fünf mal
Mont Blanc, Aconcagua, Pik Korschenewskaja, Kilimandscharo, Elbrus und jetzt
Cho Oyu. Was kommt als Nächstes? Günter spricht vom Khan Tengri in
Kasachstan. Oder ist es vielleicht doch der Gasherbrum II (8035 m) im
Karakorum. Wir drücken schon jetzt die Daumen.
***
»Große Berge sind wie ein Glücksspiel«, sagte ein guter Bergkamerad, den
ich nach langer Zeit in Kathmandu wieder getroffen habe, zu mir.
Und das kann ich nach meinem Erfolg
am Cho Oyu (8201 m) am 24. September 2004 nur bestätigen. Über 10 Jahre
trug ich diesen Traum mit mir herum,
ohne das ich jemals daran geglaubt habe, es zu realisieren. 2003 konnte ich
mich endlich anmelden, da mein Arbeitgeber und mein Finanzbeutel zustimmten!
Ein Abenteuer, das seines Gleichen
sucht. Cho Oyu war mein Ziel, der mit
8201 m sechsthöchster Berg der Erde ist.
Der Cho Oyu wird als leichter 8000er
bezeichnet, leicht aber nur im Sinne der
großen 14, denn ein 8000er bleibt ein
8000er mit altem was dazugehört. Nun,
wir waren 6 Teilnehmer, davon haben es
3 geschafft und ohne Sauerstoff, was
beim Cho Oyu nur dreißig Prozent
durchziehen. In 8000 m Höhe gibt es
dreimal. weniger Sauerstoff als normalerweise. Das heißt, man braucht alle
Willenskraft nur um wieder Atem zu
schöpfen. Der ganze Körper konzentriert sich auf ein einziges Ziel: den
nächsten Atemzug. Und erst nach einigen Minuten, wenn die Atemzüge langsam regelmäßiger werden, beginnt man
wieder zu leben.
Den Ablauf unserer Expedition möchte
ich nicht komplett erzählen. Wichtig ist,
das ich nicht den Berg bezwungen habe,
sondern mich selber, denn ohne sich
selber zu bezwingen, sollte man sich auf
so etwas gar nicht erst einlassen.
Was kommt als nächstes, fragen sich
bestimmt meine Kameraden. Vielleicht
der Khan Tengri (7010 m) in Kasachstan, aber erst 2006. Vorher möchte ich
jedoch mit einigen Freunden den Ararat (5165 m) in der Türkei besteigen.
Günter Beinlich
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