Brenta ohne Eisen
Auf stillen Wanderwegen in der südlichen Brenta und ihren Vorbergen
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»In diesem Thal ragen finster und trotzig hinter den tannumsäumten Vorbergen viel zerklüftete kahle Hörner und Spitzen empor, ewiger Schnee glänzt in ihren Spalten, dunkle Eismassen umpanzern ihre Rücken, und hinter diesen Hörnern ragt eine zweite, noch wilder zerrissene Schicht Gebirges in unzugänglicher Höhe ... die Nebel kochen und wallen und weben unheimlich um die verhüllten Gipfel, ... das ist der Gletscher von Molweno ...« - Joseph Victor von Scheffel, Brief aus Venedig und andere Reisebilder (1887). |
Die erste Kunde von einem Gebirge namens »Brenta« erhielt ich
– eher alpenfern großgeworden und just als junger Programmierer bei
einem Essener Traditionsunternehmen angestellt – vor zirka dreißig
Jahren. Die Kollegin am EPR 1300 nebenan berichtete während einer
Arbeitspause (ich glaube an meiner ICL 2903 ratterte der Schnelldrucker
gerade wieder ein post mortem raus) begeistert vom
Klettern in den herrlichen Brentafelsen.
Seit ich selber in die Berge fahre, habe
ich diese Ecke allerdings eher gemieden, denn der Preis für grandiose
Landschaftsbilder mit himmelragenden Türmen auf engstem Raum sind eben
– Bergsteiger auf engstem Raum. Als wir nun dieses Jahr dorthin fuhren,
ging es bewusst nicht in die zentrale Brentagruppe mit den berühmten
Eisenwegen. Außerdem sind für Ursula mit einer Coxarthrose Grad IV (ja,
so ändert sich die Bedeutung von Gradangaben) Klettersteige nicht mehr
das reine Vergnügen – im Herbst ließ sich dann auch die Einsetzung
einer Prothese nicht mehr umgehen. So suchten wir am Süd- und Ostrand
des Gebirges nach Möglichkeiten zu stillen Wanderungen im Fels oder den
Wäldern und Almen der Vorberge mit viel Zeit zum Schauen und
Fotografieren.
Und gleich nach unserer Rückkehr lagen am
Kiosk die neuen Hefte von »Berge«
(Heft 4/2006: »Einsame Pfade unter 3000ern«) und »Bergsteiger«
(8/2006: »Berge ohne Menschen«) aus, quasi als nachträgliche
Bestätigung unserer Entscheidung.
Der Standort
Molveno ist natürlich nicht mehr das hinterwäldlerische Nest, als das es Joseph
Victor v. Scheffel kennenlernte, aber es ist immer noch keine reine
Hotelsiedlung, wie etwa Andalo nebenan. Der Ort macht einen
außerordentlich gepflegten Eindruck und der Auftrieb der
Sommerfrischler hält sich zumindest Anfang Juli in Grenzen. Außerdem
ist der Ort sehr verkehrsgünstig gelegen, für uns immer ein wichtiges
Argument: Nicht weit von Trient (direkte
Busverbindung), Busse (mit günstigem Tagesticket) auch zur
Paganella-Hochfläche und ins Sarca-Tal. Der See sorgt, auch in diesem heißen Juli, für
ein angenehmes Klima und lädt mit seinem gepflegten Strand zum Baden
nach der Tagestour.
Der See hatte seine milchiggrüne Farbe übrigens nicht immer. Cesare Battisti beschreibt ihn noch als
blau und klar; man konnte bis in 14 m Tiefe blicken. Seit den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts jedoch wird Gletscherwasser
aus dem Adamello-Gebiet durch unterirdische Stollen herangeführt und über einen künstlichen Wasserfall am Südende eingeleitet.
Doch das ist nur eine Zwischenstation: Durch einen weiteren Tunnel (unter dem Monte Gazza) stürzt das Wasser rund 500 m tiefer hinab in die
Turbinen des Kraftwerks von S. Massenza (das man übrigens besichtigen kann) am Nordufer des gleichnamigen Sees im »Valle dei
Laghi«. Aber das ist wieder eine Geschichte für sich...
Unterkünfte gibt es für jeden Geschmack,
entweder im Ort selbst oder auf der Pradel-Hochfläche (z. B. Gasthaus
Pradel an der Bergstation der nostalgischen Stehgondel-Seilbahn, für
Gäste Fahrten um die Hälfte des regulären Preises, d. h. für 3 Euro).
Entsprechende weiterführende Informationen sind unten angegeben.
(Die Fotos können übrigens durch Draufklicken vergrößert werden.)
Die Touren
11. Juli
2006: Monte Gazza. Mit dem Navetta-Bus fahren wir nach Andalo
(Piazza Dolomiti) und nehmen dann die Seilbahn bis Doss Pelà. Dort wird
zurzeit fleißig für neue Skipisten gebaggert, wo Wanderer nur stören;
also werden wir durch einen Tunnel geleitet. Von der Station geht es
auf einem Fahrweg rechtshaltend an der Malga Terlago vorbei bis
zu einer Linkskurve. An einem Mast mit Betonsockel (Beschriftung »Monte
Terlago«) rechts ab (immer noch Weg 606) und hinab in eine Wiesensenke
mit Wegteilung (Passo S. Antonio, Wegweiser, Aussicht ins Etschtal,
schöner Rastplatz). Dann auf Weg 602 entlang des Steilabbruchs ins
Etsch-Tal angenehm
durch Wiesen und Latschen zum Canfedin (Nebengipfel der Paganella, 2038
m). Die Felsformationen
unterwegs erinnern uns an die runden Doppelkekse, die in unserem
Wohnort
produziert werden, und so machen wir hier (Vor-)Mittagsrast. Vom
Canfedin ging es dann über weites Almgelände, wo im Sommer
Schafe
und Bienen weiden, an ein paar Wochenendhäusern vorbei hinab zum Passo
S. Giacomo (1962 m, mit Heiligenhäuschen etwas abseits des Wegweisers).
Von dort sind es ein paar Meter bis zum Monte
Gazza (1990 m). Von hier kann man über die schon sichtbare Malga Covelo
über den Passo San Giovanni
(1575 m) auf dem Weg 643, später auf dem 605 nach Molveno absteigen.
Wir nahmen aber die Nummer 610, der in einem Bogen
zum Doss Pelà zurückführt. Der Weg ist sehr einsam, und
in dem dichten Latschen- und Birkengestrüpp meinte Ursula ab und zu
hinter sich ein Grunzen und Schnaufen zu hören. Vielleicht war Brunos
verschollener Zwillingsbruder ja hinter uns her - jedenfalls hatte im August
2004 hier ein Bär einige Tage lang unter den Schafherden gewütet und
fast zwei Dutzend Tiere gerissen. Es geht mit viel Auf und Ab und Hin
und Her durch eine Lärchenwildnis, bis man wieder auf eine Almstraße
stößt, der man etwas ansteigend zur schon sichtbaren Seilbahnstation
folgt (oder nach links zur Straße Andalo - Molveno).
12. Juli 2006: Rifugio Selvata. Mit dem Korblift
geht's zur Pradel-Hochfläche und weiter zu Fuß zum Rif. Croz
dell'Altissimo. Meist schöner Waldweg mit »Einlagen« (Tunnel,
Felsband). An einer Stelle (hinter dem Tunnel) schöne Aussichtsstelle
mit Blick auf das Seghe-Tal (Gedenktafeln). Hinter der schönen
Schutzhütte führt eine Hängebrücke über ein malerisches Bachbett (war
bereits eine Woche später bei meinem zweiten Besuch ausgetrocknet).
Anstieg über Bergschulter zum Rif. Selvata auf einer Sonnenterasse (20
Minuten). Dahinter (vor dem Beginn der Serpentinen zum Rif. Pedrotti)
kann man rechts ab über ein Schuttfeld zu einer schönen Stelle am
Wasser gelangen, wo einige Felsblöcke Sitzplätze mit Schatten bieten.
Zurück nimmt man entweder den gleichen
Weg oder - etwas anspruchsvoller - den Dorigoni-Steig über das Rifugio
Malga Andalo.
13.
Juli 2006. La Montanara. Von dem
bel(i)ebten Ausflugslokal mit Aussichtswiese
über dem Val delle Seghe geht es auf dem Weg 352b durch Wald bergan,
zunächst steil über Wurzeln, dann in Serpentinen, bis man einen Sattel
(1812 m) mit Wegverzweigung nahe dem Palon di Tovre erreicht, der sich
für eine Zwischenrast anbietet. Der linke Abzweig führt zum Croz
dell'Altissimo (mit Kreuz, 2338 m), wegen seiner vorgeschobenen Lage
eine herrliche Aussichtkanzel auf die Brenta, rechts führt ein schmaler
Steig (352b) immer Höhe haltend erst durch lockeren Lärchenwald, später
über Wiesengelände (Prato del Monte), ein Blumenparadies! Etwa in der
Mitte des Wiesenrundes kommt von rechts unten der Weg 352 (Wegweiser),
dem man in der bisherigen Gehrichtung folgt und bald darauf zu einem
aussichtreichen Wiesenrücken, dem Montisello (1828 m) ansteigt. Das
Panorama reicht von Andalo über die Paganella, den Molvenosee und die
Gardaseeberge bis zu den Brentaspitzen (Giuglia etc.). Nach
einer Rast kann man entweder über über den Weg 352 absteigen oder über
die
Almen Dagnola alta und bassa nach Andalo gehen und dort den Bus nehmen.
Folgt man dem Weg nach unten, stößt man an einer Viehtränke (geringer
Wasserfluss) auf einen unbefestigten Fahrweg, dem man eben und zuletzt
(nach einer Schranke) rechts kurz hoch zum Rif. Montanara folgt.
14. Juli 2006. Nonstal.
Mit dem Bus ging es bis Cavedago, und nach einem Cappucino vor dem Albergo
Slosser und Käse-Kauf in der Molkerei spazierten wir den Hügel hinauf
zur romanischen Kirche S. Tommaso (in der Tabacco-Karte fälschlich als
S. Antonio eingetragen), schauten uns die Fresken an und plauderten mit
einem Ehepaar aus Mailand, das hier Stammgast ist und uns daher einiges
dazu erzählen konnte.
Nach
dem Überqueren der Staatsstraße geht es auf einem geteerten bzw.
betonierten Fahrweg hoch in die Wälder an der Ostflanke der Brenta.
Hinter dem ersten Abzweig rechts erreicht man bald die Grenze
des Naturparks »Adamello-Brenta« (Parkplatz). Dort schlägt man wiederum
den
rechten Weg (Tafel Selva Piana) ein und nimmt gleich danach wieder
rechts einen Waldweg (Wegweiser Masi, 1040 m). Angenehm geht es abwärts
ins untere Nonstal. Bei einem Abzweig mit
Steinmauer erreicht man einen schönen Rastplatz mit Blick auf Cavedago.
Weiter abwärts durch Wald, rot-weiß markiert, in Richtung
Sporeggio-Schlucht, jetzt im Zweifel immer links halten. An einer
Steinmauer
oberhalb einer Wiese schöner Ausblick auf Schloss Belfort, Spormaggiore
und das Nonstal. Man setzt über das Mäuerchen hinweg und geht nach
rechts am Waldrand entlang (Schild »Proprieta privata«), bis
man hinter der Wiese auf einen in Tabacco-Karte nicht
verzeichnetem Teerweg stößt (Sackgasse). Am linkerhand liegenden Haus
vorbei und nach 200 m hinter einer Pferdekoppel links in einen Betonweg
einbiegen, dem man bis Le Seghe (Sägewerk) an der Brücke über den
Sporeggio folgt.
Dort finden sich an einer Felswand ein
Kruzifix und Wegweiser. Von links kommt Weg 302, dem man zur Baita
Cacciatori (1869 m) und weiter zum Tovel-See folgen kann. Direkt nach
Spormaggiore geht es auf dem rechten, ebenen Weg; an der nächsten
Brücke stößt man dann auf einen Rastplatz und einen guten Brunnen. Wir
gingen diesmal geradeaus hoch auf einer Forststraße (die bereits weiter
ausgebaut ist, als in der Tabacco-Karte eingetragen) und bogen dann
rechts auf ein Stück der alten Römerstraße durch das Nonstal ab, das
zur Burgruine Rovina führt. Wie bei Römerstraßen üblich, handelt es
sich um einen Höhenweg, der allerdings stellenweise im Wald nicht mehr
sehr deutlich zu erkennen ist; außerdem waren gerade durch
Forstarbeiten Teile des Weges in Mitleidenschaft gezogen. Unterwegs
findet man auch Hinweise
zu der »Heiligen Quelle« (La sorgente dell’Acqua Santa), die im Wald oberhalb der Vigilio-Kapelle im
Ortsteil Maurina entspringt. (Die Geschichte wird auf der Website von Spormaggiore erzählt: Die Dorfquelle war – mutmaßlich durch teuflische Machenschaften – versiegt. Bei einer Bittprozession fiel durch ein Missgeschick der Heiligenschein der mitgeführten Madonnenstatue in den Quelltopf und die Quelle sprudelte wieder - angesichts der Karsterscheinungen in dieser Gegend vielleicht kein allzu schwieriges Wunder.) Beim Suchen im Unterholz wäre ich fast in
einen pechschwarzen, kreisrunden Pfuhl zwischen den
Wurzeln einer großen Eiche geplumpst und habe es dann
drangegeben. Außerdem gefiel mir die Umgebung nicht. Und man weiß ja,
dass alte Kirchen oft an Plätzen errichtet wurden, die als nicht
geheuer
galten.
In diesen Wäldern fanden wir übrigens den einzigen – indirekten – Hinweis auf den Brenta-Bären in freier Wildbahn: In einem abgelegenen Tälchen stießen wir auf eine regelrechte »Video-Falle«, ein Zeichen dafür, dass Meister Petz hier wohl regelmäßig vorbeikommt.
Zurück nach Spormaggiore ging es
durch große Apfelplantagen, die das untere Nonstal
prägen. Im Ort finden sich einige hübsche Fotografierwinkel und am
zentralen Platz mit großer Linde und Brunnen hat man in
Sichtweite der Bushaltestelle die Wahl zwischen zwei Bars.
Spormaggiore
ist bekannt für sein Bärenfreigehege (»area faunistica»), in dem
»Problembären« eingesperrt werden. Es wird z. Z. zu einem kleinen
Tierpark ausgebaut. (Wenn man von Molveno direkt dorthin möchte, steigt
man am besten an der ersten Haltestelle aus, vis-a-vis der Ruine
Montfort.) Auf der Terrasse vor dem Kassenhäuschen
liegt einem das Nonstal zu Füßen; eine Tafel mit einem großen Foto
hilft bei der
Ortsbestimmung. Im Ort selber, in der Nähe des
Dorfplatzes, in einem alten Herrenhaus (Corte Franca) ist eines der Naturparkzentren
(Fauna) untergebracht.
In nach dem neuestem Stand der Museumsdidaktik gestalteten Räumen
erfährt man alles über den Brenta-Bären. Besonders putzig fanden wir
das kleine Theater, in dem eine Automatenpuppe die Legende von St.
Romedius und
dem Bären als Bänkelsang mit Bildern vorträgt.
15. Juli 2006.
Nembia - Renzo - Weg 613 (Sentiero S. Vili) - Wallfahrskirche von
Deggia - Molino - S. Lorenzo in Banale. Am Biotop von Nembia
mit dem gleichnamigen kleinen See, das
auch einen eigenen Besuch wert ist (»Percorso naturalistico«,
gesponsert von der ENEL), bilden, wie so oft, Bar &
Bushaltestelle den Ausgangspunkt.
Nach
dem Überqueren der Staatsstraße geht es auf dem Weg 613 Richtung Ranzo
bzw. Deggia. An einer Weggabelung geht es links nach über eine
Schotterstrasse (Sentiero Bael) durch Wälder und Wiesen leicht bergan
und und bergab durch Pezol, Argie und Bael bis zur Ortschaft Ranzo
(Bar, Einkaufsmöglichkeit, Bus nach Vezzano). Abwärts durch das hübsche
Dorf, an der Kirche vorbei, trifft man auf die Wegzeichen des SAT zum
S. Vili-Pfad. (Nähere Informationen zu St. Vigilius (S. Vigilio) und die Bedeutung
des Weges im Tipp-Archiv 2006.) Unterhalb der Kirche
noch eine Gedenktafel (in Deutsch und Italienisch) an eine
Schlacht, die hier 1703 im spanischen Erbfolgekrieg gegen die Franzosen
geschlagen wurde. Am Dorfausgang dann aussichtsreich hinab zum
Kirchlein S. Vigilio. Kurz danach beginnt nach einigen Abzweigungen
links und rechts
(aufpassen, nicht in Wiesen laufen, immer der Markierung folgen!) der
schmale Pfad oberhalb der
Sarca-Schlucht (Limarò-Canyon).
Eine erste Aussichtskanzel
(V-förmig vorgeschoben und nicht gesichert, also Vorsicht!) findet sich
an einer, »Masere« genannten, Felsbastion, die nächste am Forra del
Limarò, wo Bondai- und Sarca-Schlucht sich treffen. Eine phantastische
Sicht auf die oberen Judikarien und Adamello tut sich auf. Jenseits des
Bondai-Tales liegt Sclemo malerisch auf einem Hügel, wo uns eine weitere
Wanderung hinführte. Dazwischen verläuft der spektakulärste Teil des
Pfades, zwischendurch ein kurzes Stück mit Drahtseil gesichert. Je
nachdem, von wo man kommt, findet man am Beginn oder Ende an die
Felswand gekettet ein Buch, in das man, je nach Bedarf eine Fürbitte
oder ein Dankgebet eintragen kann.
Joseph Viktor v. Scheffel beschreibt den
Pfad so: »Zwischen dem mächtigen Berg Doscardol und dem Monte
Gazza zieht eine Schlucht landeinwärts nach Judicarien; eine alte,
stellenweise noch gepflasterte Römerstraße führt über Trümmer und
Geröll empor ... das Sträßlein krümmt sich zu einem Saumpfad zusammen,
der wie ein kaum sichtbarer Faden sich um die Außenseite unseres in
senkrechte Tiefe abfallenden Berges zog, ... an einem Punkt schauten
wir etliche tausend Fuß unter uns die Sarca durch ihre Schluchten
brausen und tief unten die neue Judicarienstraße südwärts ziehen gen
Stenico ... genüber türmte sich ein dem Kalkgebirg entpreßter breiter
roter Sandsteinrücken dessen letzter Vorsprung die Trümmer des Kastell
Mann trug als Mittelgrund vor einer Kette ferner blauer Berge, die
westlich vom Gardasee als letzte Mauer vor der lombardischen Ebene
stehen. (... ) Und der Pfad gieng in seinen meist in Fels gehauenen
Windungen oftmals steil auf und steil wieder ab; zur Linken, wo ein
civilisierter Mensch sofort an schützendes Geländer denkt, war blaue
Luft und unabsehbarer Abgrund ... oft auch war ein Stück Sträßlein
seinerzeit den Berg hinabgerollt und durch querübergelegte Tannenstämme
mit überschüttetem Geröll ergänzt, und zu innerer Beruhigung dann und
wann ein Kreuz in den Fels gehauen, zum Andenken an solche, die vor uns
gen Molweno gezogen. (...) Wie wir an die puntera di San Wili kamen,
... da rieselte auch mir das Gefühl durch die Adern, was vom Schwindel
nicht mehr viel verschieden war ...«
Der Weg läuft dann auf einer Foststraße
aus zum Weiler Deggia mit seiner
Wallfahrtskirche, vollständig »Santuario della
Beata Vergine Maria di Caravaggio«. Unter schattenspenden
Bäumen finden wir Sitzbänke und etwas unterhalb zwei gute Brunnen, aber
heute keine Menschenseele. Ein idyllischer Platz, den man ungern
verlässt.
Ein Pflasterweg führt hinab zum Weiler
Molino am Bondai-Bach. Dort wird an den alten Gemäuern fleißig
gewerkelt, es entstehen offenbar Ferienwohnungen. Hinter der Brücke
geht es eine praktisch nicht befahrene Teerstraße hoch nach S. Lorenzo,
das man am Sportzentrum Promeghini vorbei erreicht. Dort gibt es
mehrere Bars, eine gut bestückte Touristen-Information und an der
(zentralen) Kirche die Bushaltestelle nach Molveno. Die Straße von S.
Lorenzo nach Molveno wird z. Z. durch Tunnel
entschärft, landschaftlich eigentlich
schade. Noch kann man auf dem in den Berg gesprengten Straßenband den
Schauder der Tiefe genießen,
und wenn man abstürzt, ja dann fällt der letzte Blick noch mal
trostspendend auf die
Wallfahrtskirche von Deggia.
S. Lorenzo (in Banale) war auch der
Ausgangspunkt für eine Tour ins Val d'Ambiez, die weiter unten
beschrieben ist.

17. Juli 2006.
Val delle Seghe. Heute machen wir eine
Halbtagswanderung und spazieren einfach am See
entlang und am Campingplatz und dem Museums-Sägewerk vorbei über die
Römerbrücke und die Forststraße weiter (Weg 326/332) durch Wald und
über Almgelände zur Malga Andalo (1357 m).
(An der Wegteilung hinter der Römerbrücke
bietet es sich eventuell an, einen kurzen Abstecher zum Doss Corno mit
den Resten der »Fortini di Nembia«, einer alten Befestigung aus den
napoleonischen Kriegen, zu machen. Außer ein paar Erdwällen ist
allerdings nichts mehr zu sehen.)
Nach einer Rast an der Almhütte
mit schöner Aussicht auf die Brentagipfel nehmen wir hinter der Hütte
den Donini-Steig hinunter in Val delle Seghe. Ein wunderschön
angelegter Pfad, stellenweise ausgesetzt und mit Seilsicherungen.
Im Tal stößt man auf eine Forststraße,
der man zur nahegelegenen Bar Ciclamino und weiter nach Molveno folgt,
das man im Ortsteil Ronchi erreicht.
Wir entscheiden uns, den Nachmittag am
Strand zu ausklingen zu lassen und haben auf dem Rückweg zum Hotel uns noch die Fresken der hiesigen S. Vigilio-Kirche (im Friedhofsgelände oberhalb des Sees) angeschaut.
17. Juli 2006.
Tippeltour nach Stenico auf dem S. Vili-Weg. Mit dem Bus
(Ursula bevorzugt die
Bergseite) fahren wir über S. Lorenzo nach Tavodo und nehmen wieder
einmal den S.
Vili-Weg (Nr. 300) unter die Füße. Über kleine Sträßchen und Feld- und
Waldwege geht es durch hübsche Dörfer wie Sclemo und Seo und
wir erreichen schließlich oberhalb von Stenico den brandneuen »Giardino
Botanico« an der Cascata di Rio Bianco.
So brandneu ist das »Informationszentrum Pflanzenwelt« des Naturparks
Adamello-Brenta, dass die Absperrungen noch nicht vollständig sind und
wir vom S. Vili-Weg aus bei einem Hof mit frisch renoviertem Bildstock
– unwissentlich und ungewollt – ganz ohne Eintritt hineinschlüpfen (erst am Ausgang
zur Straße treffen wir auf das Kassenhäuschen und sparen uns so 2,50 € :-).
Im aufwändig renovierten ehemaligen
Schützenhaus wird mit modernsten multimedialen Einrichtungen die
Pflanzenwelt des Parks den Besuchern präsentiert. Auf zwei lebensgroßen
Fotos des Menschen wird gezeigt, welche Pflanzen bei welchen
Krankheiten helfen, die
entsprechenden Proben und pharmazeutischen Zubereitungen sind in einer
Regalwand versammelt. An
die Vergangenheit des Gebäudes erinnert noch der Schießstand in einem
der Räume, von dem
aus man mit einem Münz-Gewehr eine am Hang angebrachte Zielscheibe
anvisieren kann; jeder Schuss wird kommentiert von einer
Beobachter-Puppe.
Draußen schlängeln sich Wege durch die am
Hang angelegten Kulturen und zum Wasserfall, alle Stationen didaktisch
bestens aufbereitet.

Unterhalb
des Wasserfalls, an der Straße nach Stenico (welches nur einen
Steinwurf entfernt liegt) gibt es einen Rastplatz mit Brunnen, dem wir
an diesem Tag gut zusprachen (selbst der knochentrockene
AV-Wetterbericht kam heute nicht umhin, fünfmal die Beifügung
»prächtiges Bergwetter« einzuflechten).
In Stenico kann man noch die Burg
besichtigen, eine Außenstelle des Museums von Castel
Toblino. Von hier nahmen wir dann den Bus zurück nach Molveno.
19. Juli 2006. Val d'Ambiez.
Der Zugang zum Rifugio Cacciatore im oberen Val d'Ambiez ist nur zu Fuß
oder mit Berg-Taxi möglich. Zwei Unternehmen bedienen die Strecke von
Baese (Ortsteil von S. Lorenzo) aus (10 € p. P. von S. Lorenzo). Als
Wanderweg ist die befestigte Straße (teils geteert, teils gepflastert
oder betoniert) nicht so dolle, außerdem ist hinter der Ponte
di Broca der Weg in letzter Zeit neu trassiert worden. Man kann zwar
teilweise auf einen Pfad auf der der Straße gegenüberliegenden
Bachseite ausweichen (Abzweig nur aus dem Tal beschildert), bei
der ehemaligen Malga Lom wurde dieser allerdings kürzlich durch Wasserleitungsbauten
ziemlich zerrupft. So ließen wir uns daher diesmal im Landi
bis zur Hütte mitnehmen; außerdem mussten wir für die ausgedehnte
Tageswanderung zeitig am Ausgangspunkt sein und übernachten wollten wir
nicht, weil wir ja ein Zimmer in Molveno hatten.
Die private Schutzhütte Cacciatore (1821 m) liegt schön im
amphitheaterähnlichen Talschluss. Die Gegend ist bekannt für
Versteinerungen in den waagerecht geschichteten Felsen, und so suchte
ich auch etwas herum, konnte allerdings mit meinem ungeübten Auge auf
Anhieb nichts entdecken.
Man kann von hier aus einen Abstecher zur
Agostini-Hütte machen (und das tun auch die meisten Passagiere unseres Landis). Anspruchsvoller sind zwei Pass-Übergänge,
die auch als Zweitagestour zusammenhängend gemacht werden
können, mit Übernachtung in der Cacciatore-Hütte (siehe Beschreibung »Von Molveno nach Seo« in den Praktischen
Hinweisen): Entweder auf dem Sentiero Palmieri über die Folcolotta di
Noghera (2423 m) und den Passo di Ceda (2223 m) auf dem Sentiero della
Ceda durch das gleichnamige Tal nach Molveno (ca. 7 Stunden) oder den Weg 348
in Richtung Sarca-Tal (etwa genauso lang). Wenn man sich für Letzteren
entscheidet, kommt man in eine wenig begangene Gegend mit
beeindruckenden Landschaftsbildern. Von der Cacciatore-Hütte geht es
zunächst zur Malga Asbelz (1946 m, bewirtschaftet)
in der Nähe des gleichnamigen Sees und - zunächst noch etwas ansteigend - am
»Castello di Camosci« (der seinen Namen nicht umsonst trägt) vorbei geht
es schließlich in einem langen Abstieg hinab nach Seo
(832 m, Bushaltestelle; letzter Bus nach Molveno 18:54 Uhr). Ein
anstrengender, aber großartiger Tag!
20. Juli 2006. Ruhetag. Wir packen Lesestoff ein und gehen zum Strand und schauen einfach nur dem Schatten zu, wie er
langsam von links nach rechts wandert. Nach einer Weile überredet Ursula mich zu einer Kahnpartie. Auf dem schwankenden Untergrund zittern mir die Knie heftiger als je am Berg, ich sehe mich schon kopfüber im Wasser und atme auf, als ich wieder festen Boden unter den Füßen habe. Auch wenn mich Ursula noch tagelang damit aufzieht, das ist nicht mein Element. Wenn's nach mit ginge, wäre Amerika wohl nicht entdeckt worden. (Obwohl - um die Bratkartoffeln tät's mit leid...)
21.
Juli 2006. Bocca di Brenta. Ursula lässt mich heute auf eine Spritztour gehen
(mit ihrer Canon!): Ich will der
Pedrotti-Hütte einen Besuch abstatten (und mich, wenn ich schon mal
dort bin, auch ein wenig umtun. Das sage ich ihr aber nicht,
jedenfalls nicht vorher, das lernt man(n) in zwei Jahrzehnten Ehe).
Da ich also für »da oben« ein
wenig Zeit einkalkuliert habe, bin ich früh unterwegs und drücke etwas
auf's Tempo. Das Wetter ist mir hold (der AV-Wetterbericht nudelt seit drei
Tagen die Platte vom 19.7. ab - egal, Neues gäbe es sowieso nicht zu berichten).
8:05 Uhr. Talstation des
Pradel-Korblifts. 8:20 Uhr Pradel Bergstation, 9:05 Uhr Rif.
Croz dell'Altissimo, 10 Minuten Pause, 9:45 Uhr Rif. Selvata. Danach
geht es einen Latschenhang (etwa auf halbem Weg
eine Quelle) schön in Serpentinen, die leider immer wieder von
Abschneidern zerstört sind, hoch. Auf den Prati dei Massodi mit einer
wahren Blumenpracht wird einige Meter neben den Grundmauern der alten
Baita ein neues Gebäude errichtet. Weiter
geht's durch Almwiesen, Blockfelder und einmal einen ausgetrockneteten
See, der von zwei Kuppen flankiert wird, die Steinmänner tragen.
Dann bald nach links über ein Wandl hoch zur Doppel-Hütte Pedrotti e Tosa,
die auf einem Karrenplateau liegt: 11:50 Uhr. Der Campanile Basso
(Giuglia di Brenta), der bisher Wegmarke war, verschwindet
hinter der C. Brenta Alta, die die Hüttenposition beherrscht.
Bis hierher hatte mir der flotte Anstieg
nichts ausgemacht - jetzt allerdings verschlug es mir den
Atem, als ich eine Flasche Wasser orderte.
Nach einer kurzen Rast (andächtig mein
teuer erkauftes Wasser schluckend) stiefelte ich dann zur
Bocca di Brenta, einer kleine Scharte,
die man von der Hütte in 10 Minuten erreicht, die erste der langen
Reihe, die der Via delle Bocchette Centrali ihren
Namen gab. Für die richtige Fotoperspektive bin ich dann noch ein
bisschen rumgekraxelt.
Nachdem ich dann auch noch in der
anderen Richtung ein bisschen in die Wege Palmieri und Brenatari
hineingeschnuppert hatte, machte ich mich hurtig auf den Rückweg, denn
Ursula wollte mir ja ein Stückchen vom Rif. La Montanara (Bergstation
des Pradel-Liftes) her entgegenkommen.
Forza Italia22. Juli 2006. Fai della Paganella.
Mit dem Navetta-Bus fahren wir nach Fai. Das Dorf (eine ruhige
Sommerfrische) liegt aussichtsreich auf einem Hochplateau über dem
Etsch-Tal. Am Steilabbruch entlang führt ein markierter Weg zu diversen
Aussichtspunkten (Felssporn Doss Castel). Zwei schöne Stationen für eine längere Rast sind die Ausgrabung einer
prähistorischen Siedlung und eine Marien-Grotte am Steilabbruch zum Etschtal (»Grotta della Madonnina«), wo wir in
mittäglicher Ruhe aussichtsreich Pause machen. (Es gibt im Bereich der Paganella-Hochfläche übrigens zahlreiche Höhlen. Der See von Andalo ist ein Karstsee und daher nur zeitweilig vorhanden.) Bei unserer Rückkehr
beginnt gerade das Dorffest, wo an diversen Ständen Erzeugnisse aus der
Gegend angeboten werden und an einzelnen Stationen
die Dorfgeschichte in Erinnerung gerufen wird. Wir munitionieren uns
mit Rotwein und Käse und warten mit Blick auf das bunte Treiben auf den
Bus.
23. Juli 2006. Ausflug zum Gardasee.
Vor einiger Zeit habe ich noch über
»Garda-See im August« gelästert,
jetzt fahren wir - es ist allerdings »erst« Juli - für einen Tag selber
hin. Mit dem Bus geht es durch's Sarca-Tal über Arco nach Riva. Der
Busbahnhof ist etwas außerhalb, man steigt am besten aus, wenn der Bus
vorher eine kleine Schleife durch das Zentrum dreht. Da es gerade
passt, besteigen wir das fahrplanmäßige Schiff nach Limone und sind,
schwupps, in der Lombardei. Der winzige
Ort ist förmlich von Touristen überschwemmt, nein stimmt nicht ganz,
eigentlich nur die Uferstraße, wo sich Geschäft an Gasthaus, Gasthaus
an Geschäft reiht. Wir entspringen treppauf und hören erleichtert,
dass wir noch in Italien sind. Unversehens stehen wir vor dem
Zitronengarten der Stadt (limonaia del castèl), der als lebendiges
Museum für diese mittlerweile aufgegebene Kultur hergerichtet ist. In
der flirrenden Nachmittagshitze mischen sich Zitrusduft und
Zikadengesang mit Arien-Fetzen aus der Video-Installation zu einem betäubenden
Gespinst, einem Traumbild Italiens; daußen
auf dem See schwebt ein Segelboot vorüber, darin sitzt Goethe und
notiert: »Wir fuhren bei Limone vorbei, dessen Berggärten,
terrassenweise angelegt und mit Zitronenbäumen bepflanzt, ein reiches und reinliches
Ansehn geben. Der ganze Garten besteht aus Reihen von weißen
viereckigen Pfeilern, die in einer gewissen Entfernung voneinander stehen und
stufenweis den Berg hinauf rücken. Über diese Pfeiler sind starke Stangen
gelegt, um im Winter die dazwischen gepflanzten Bäume zu decken. Das
Betrachten und Beschauen dieser angenehmen Gegenstände ward durch
eine langsame Fahrt begünstigt (...)« - Es hätte nicht viel
gefehlt, und wir hätten das Schiff zurück nach Riva verpasst.
24. Juli 2006. Paganella. Zum Abschluss unseres Urlaubs wollten wir noch mal
ein Bild von der Brenta »zum Mitnehmen« einsammeln und sind hinauf zur
Paganella. (Das ist die Antennen-Plattform, die man auf der Höhe von
Trient westlich des Etsch sieht.) Landschaftlich ist die Kuppe durch
Lifte, Sendemaste und Skipisten völlig ruiniert. Der Rundblick ist
jedoch grandios: Natürlich gilt der
erste Blick der Brenta von der Cima d'Ambiez bis zum Grostè-Pass,
dahinter die Ortlerberge (Vioz, Forni-Gletscher), die Hochfläche von
Fai, dahinter das Nonstal, tief unten das Etschtal, jenseits das Cembra-Tal
(Segonzano, Erdpyramiden), dahinter das Fersental mit
Palai und Gronlait (sozusagen ein Blick in die Vergangenheit: dort
waren wir im Sommer 2003); weiter im Dunst die Cortiner Berge
(Cristallo), Pelmo, Civetta.
Den Abschluss bilden Arco und der Gardasee mit seinen Alpen-Ausläufern.
Der bunte Teller ist reich bestückt, was manche zu hemmungslosem
Schwelgen verführt: Jemand vermutet, nein verlegt den Ortler östlich
des Etsch, naja, wenigstens nicht östlich der Elbe.
Fazit
Vielleicht müssen wir nicht nur persönlich bald Abschied von den
Alpen nehmen, wie wir sie kennengelernt haben. Denn
während ich diesen Tourenbericht mit leichter Verzögerung fertigstelle,
erscheint der vierte
UN-Klimabericht, nach dem beim schlimmsten Szenario
mit dem Abschmelzen der Alpengletscher in den nächsten 25 Jahren zu
rechnen ist.
(Einen auf die Alpen bezogenen Bericht gibt es unter dem Titel »Klimawandel im Alpenraum - Auswirkungen und Herausforderungen«, herausgegeben vom Sekretariat der Alpenkonvention und dem österreichischen Lebensministerium.) Das leise Unbehagen, das wohl jeder, der seit Längerem in den Alpen
unterwegs ist,
in den heißen Sommern der letzten Jahre empfand, ist mittlerweile
Allgemeingut.
Die Konsequenzen aber, die muss jeder selber ziehen.
Ob die Kollegin von einst immer noch zum
Klettern in die Brenta fährt, weiß ich nicht. Die 2903 jedenfalls wurde
bald darauf abgeholt und durfte noch ein letztes Mal »God
save the Queen« quäken (was sie immer tat, ehe der
Temperaturwächter sie abschaltete). Und Ursula? – Die rechnet sich vorläufig noch
nicht zum old iron, schließlich läuft sie jetzt mit Titan in der Hüfte herum.
Ursula (Bilder) und Michael (Text, Bilder), Juli 2006
Praktische Hinweise
Anreise und Verbindungen vor Ort:
Aus Deutschland: Bahnlinie München - Bozen - Trient; die Fahrt im
Schlafwagen Düsseldorf - Trient kostet (bei frühzeitiger Buchung) im
Urlaubsexpress (in dem es übrigens nie langweilig wird: Diesmal bekamen wir einen funkelnagelneuen Wagen,
der eigentlich der Comfort-Linie vorbehalten ist - der alte war schlicht vor Düsseldorf zusammengebrochen, was
der Grund für eine einstündige Verspätung war. Aber da haben die Italiener noch locker eins draufgesetzt: Nach
einer weiteren knappen Stunde Aufenthalt am Brenner kam die leicht entnervt klingende Stimme des Lokführers durch
den Lautsprecher: »Wir warten noch auf die italienischen Zugbegleiter«.) pauschal 69 Euro p. P.
Von dort mit Bus (Busbahnhof ist direkt neben dem Bahnhof) der Linie 611 bis Molveno. Fahrkarte 3,25 Euro p. P.
Strecke Molveno - Riva del Garda (via Sarche) 5,50 Euro p. P.
Fahrpläne:
- Trentino
Trasporti, orario estivo (Sommerfahrplan, Heft im A6-Format),
Zone 6: Valle di Non, Valle di
Sole, Altopiano della Paganalla und Zone 2: Val Rendena-Giudicarie,
Valle del Chiese-Ledro, Bleggio-Banale,
Ballino-Valle dei Laghi, Monte Bondone, Riva del Garda, Arco, Alto
Garda. Zu bekommen an jedem Busbahnhof oder im
Internet als PDF-Datei.
- Bus-Shuttle im Sommer mit Tagesticket (1,80 Euro): Paganella-Hochfläche,
S. Lorenzo in Banale, Comano.
- Schiffslinien auf dem Garda-See.
Unterkunft: Zahlreiche
Hotels, Gasthäuser, Pensionen und Ferienwohnungen in Molveno und
Umgebung (Molveno Holiday)..
Literatur:
(Aus unserem Bücherschrank, also nicht unbedingt lieferbare oder
aktuelle Ausgaben)
- Cony Ziegler, Trentino und Gardasee. Iwanowski's
Reisebuchverlag,
Dormagen 2. Aufl. 2002. Mit Übersichtskarte; sehr detailliert.
- Reinold Messner, Klettersteige Dolomiten 1, 5. Auflage 1980,
Athesia
Verlag, Bozen. Mit richtig nostalgischen Bildern, wie das
von der
jungen Dame mit Jeans und Cowboy-Hut - »gesichert« mit geflochtenem
Brustgurt.
- Sepp Schnürer, Hohe Routen. Ortler, Adamello, Brenta. BLV
Verlagsgesellschaft, München, Wien, Zürich 1980. Brenta à la
Schnürer:
Acht Tage, acht Hütten, zwei Dreitausender, zehn Zweitausender.
- Veit Metzler, Wanderführer Trentino II, Deutscher
Wanderverlag,
Stuttgart 1993.
- Kompass
Wanderbuch 957, Brentagruppe, 3. Auflage 2001. Mit Schwerpunkt bei
leichten Wandertouren und Spaziergängen.
- Giulio Ielardi, Parchi nazionali d'Italia. Giunti, 2000.
- Bergsteiger
Special 5, Trentino (2003) und Special 10, Trentino (2005).
- »Führer der Schutzhütten des Trentino«, »Führer der Seen des
Trentino« und »Führer der Naturparks des Trentino«. Broschüren
kostenlos vom Fremdenverkehrsamt der Provinz Trient.
- Berge Nr. 4/2006, Brenta.
- Bergsteiger,
August 2006, Einsame Pfade unter 3000ern.
-
Joseph Victor von Scheffel, Brief
aus Venedig und andere Reisebilder. Info-Verlag, Karlsruhe 2005. (Digitalisiert erhältlich von der Uni Freiburg i. Br.: http://digilib.ub.uni-freiburg.de/document/254264816/; Scheffel, Joseph Victor von: Episteln und Reisebilder. Band: 2). [1916]. S. 57ff.)
Karten:
Übersichtskarte:
- Trentino 1:150.000 (mit Panorama; kostenlos vom
Fremdenverkehrsamt der Provinz Trient).
Wanderkarten:
- Tabacco 1:50.000 Blatt 048 »Dolomiti di Brenta - Adamello
- Presanella - Val di Sole« (2004; enthält auch die östlichen Vorberge
der Brenta).
- »Gruppo di Brenta« (1:50.000; mit Foto-Panorama zur
Gipfelbestimmung, Hüttenbeschreibungen und Wegenetz mit Gehzeiten;
edizioni Tecnolito, Trento.
- »Mountain bike routes/Routes for walks and hikes« (1:30.000); mit Höhenprofilen; kostenlos vom Touristenbüro Terme di Comano;
- Kompass-Karte
Nr. 688 »Gruppo di Brenta«
(1:25.000; enthält auch die südlichen und östlichen Randgebiete; mit
Lexikon).
-
AV-Karte Brentagruppe 1:25.000
(Neuauflage 2006, z. Z. wohl die beste Kartografie für das Gebirge).
- Tappeiner
Luftbildwanderkarte No. 051 Andalo - Molveno. Sehr instruktive
Luftaufnahmen mit eingezeichneten Wanderwegen.
Web-Seiten:
- Fremdenverkehrsamt
Trentino
- Fremdenverkehrsamt
Molveno
- Fremdenverkehrsamt Spormaggiore
(Besucherzentrum Braunbär)
- Fremdenverkehrsamt
Comano
- 32
Seiten Trentino: 50 Touren
- Naturpark Adamello-Brenta (Lagekarte der Besucherzentren)
- Projekt »Life Tovel«
- Hütten,
Wegbeschreibungen, Wetter
- Sentiero Garda - Brenta
- Val d'Ambiez
- Überschreitung von Molveno nach Seo: Beschreibung 1, Beschreibung 2.
- Wunderschöne Landschafts- und Blumenfotos von einer Tour der Sektion Siegburg, ebenfalls im Juli 2006.
- Jahr
der Berge 2002
- Monte Gazza
- Valle dei Laghi
- Percorso naturalistico nell'Oasi di
Nembia
- Umwelt-Informationen zum Molveno-See mit einem Plan der Wasserstollen.
- Kraftwerk von S. Massenza (real oder virtuell zu besichtigen)
- Beschreibung der ICL 2903
- Sentiero di Bael
- Albergho Pradel
- Interaktive Karte Pedrotti-Hütte
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