Tipp-Archiv 2001 - 2002


Zu den aktuellen Tipps

Via Claudia AugustaTipp Nr. 9

»Via Claudia Augusta«

Caudia Augusta ist der Name der alten Kaiserstraße, die von Altino nach Augsburg führte und dabei Venetien, Trentino-Südtirol, Tirol und Bayern durchquerte, weshalb sie als die Linie "Venedig-München" römischer und mittelalterlicher Zeit angesehen werden kann. Viele Jahrhunderte hindurch war die Via Claudia Augusta die Hauptverbindungsachse zwischen der lateinischen und germanischen Kultur, und auf ihrer Strecke sind auch heute noch historische Zeugnisse erkennbar, die den Wert dieses Straßenzuges der Antike bekunden. "Via Claudia Augusta" wurde nun auch das Projekt genannt, das dazu dient, die alte Straßenachse als europäischen touristischen Weg von geschichtlicher und landschaftlicher Bedeutung zu fördern, historische Aspekte wiederaufzudecken und Verknüpfungen historischer Art zu schaffen, Landschaftswerte zu betonen, den unersetzlichen künstlerischen und architektonischen Reichtum wiederherzustellen.

Diese Straße soll nun im Web neu erstehen und der Reisende kann dort Anregungen finden, in der heutigen Zeit den Spuren dieser Straße zu folgen.
(2002-10-24)

 

Tipp Nr. 8

»Tag der Regionen«

Nicht unbedingt in die Berge führt Sie dieser Tipp, es sei denn Sie wohnen schon dort: Am Erntedanksonntag, 6. Oktober 2002, findet zum erstenmal bundesweit der »Tag der Regionen« statt.
Aus der Presseinformation: »Ziel des Aktionstages ist, möglichst viele Menschen davon zu überzeugen, dass Einkäufe in der Region auch gleichzeitig Entscheidungen für die Region sind. Lebensmittel oder Gebrauchsgüter reisen heute oft um die halbe Welt bis sie bei uns landen ... Dieser unnötige Warentransportverkehr belastet die Umwelt, die Frischwaren verlieren dabei an Qualität. Ein gesundes Maß an Globalisierung neben einer vielseitigen Regionalisierung überall auf der Welt spiegelt sich in gerechten Preisen für heimische Produkte, aber auch im fairen Handel mit anderen Ländern wieder. Regionalisierung ist ökonomisch sinnvoll, weil die Kaufkraft in der Region bleibt, ökologisch tragfähig, weil umweltbelastende Transporte vermieden werden und sozialverträglich, weil Arbeitsplätze und Lehrstellen gesichert werden.«
Dem Bergsteiger, der auf der Hütte in Italien ein Plastiknäpfchen mit einem Klecks Marmelade aus Schleswig-Holstein öffnet, dürfte das bekannt vorkommen...
(2002-10-04)

Tipp Nr. 7

Wege zu den »Käsealpen« in der Schweiz

Wanderern, die die Schweizer Alm-Sennereien entdecken möchten, stehen ab jetzt zwei Informationsquellen zur Verfügung: Die eine ist die Webseite alporama.ch, ein Datenbank-Projekt, das Alpbetriebe mit Bildern und Informationen z. B. über den Eigentümer, die Lage und Größe der Alp vorstellt. Auch touristische Auskünfte zu vorhandener Infrastruktur, Sehenswürdigkeiten und möglichen Wanderungen in der Umgebung werden bereitgestellt. Genauso aufgebaut ist das Buch »z'Bärg - Wege zum Alpkäse«, das sich speziell den Alm-Sennereien am Eingang zum Berner Oberland widmet.
(2002-10-04)

     

EuroscheineTipp Nr. 6

(etwas für Winterabende, an denen man nicht nach draußen will)

Taler, Taler, du musst wandern...

... Wer kennt dieses Kinderlied nicht. Aber wussten Sie, dass Sie Ihren (Euro-)Talern auch dabei zugucken können? Das Internet macht's möglich: Bei myEuro.info können Sie Euro-Scheine registrieren lassen und ihren weiteren Weg verfolgen. 

 

Tipp Nr. 5

Trekking zwischen Grenze und Himmel 

Wandern gilt im Fernsehen normalerweise nicht als der Knaller, aber im UNO-Jahr der Berge darf das Mauerblümchen auch mal ans Licht: In der Schweiz findet ein vom Fernsehen begleitetes Trekking unter dem Motto »tra confine e cielo« statt. In 40 Tagesetappen geht es der Tessiner Grenze entlang von Ort zu Ort, von Hütte zu Hütte. Die Wanderleitung ist gratis. In den Kategorien »Wanderer« oder »Bergsteiger« kann man sich für einzelne oder mehrere Tagesetappen entscheiden. 

Anmeldeschluss ist der 25. Mai. Daten, Routenplan und Anmeldeformular: http://www.ti.ch/montagne 
Kurzbeschreibung auf Deutsch: http://homepage.swissonline.net/wander-site/Tessingrenze.html.

     

Tipp Nr. 4

Die UNO hat das Jahr 2002 zum »Internationalen Jahr der Berge« erklärt. Damit soll »der Tatsache Rechnung getragen werden, dass die Berge weltweit eine wichtige Funktion für das Überleben der Menschheit haben.« (Was leider nicht unbedingt für Einzelexemplare gilt.) »Deshalb sollen auf internationaler, nationaler, regionaler und lokaler Ebene Anstrengungen unternommen werden, um sensible Gebirgsökosysteme zu schützen und die nachhaltige Entwicklung der Berggebiete zu fördern.«

sondermarke
Um mein Scherflein (genau 56 + 26 Ct) dazu beizutragen, habe ich meinerseits gleich auf lokaler Ebene eine geringe Anstrengung unternommen und mir die entsprechende Sondermarke (siehe rechts) bei der Post besorgt ;-).

Ernsthafte Informationen gibt's bei der offiziellen Web-Site www.mountains2002.org und dem deutschen Pendant www.berge2002.de. Aber auch ein Blick in die Schweiz lohnt.

Und wenn Sie etwas zum Jahr der Berge beitragen wollen, können Sie das an der Ideenbörse in Liechtenstein. Wenn Sie jetzt aber mosern, dass Sie hier eigentlich Tourentipps erwartet hatten, bitte sehr: Am 21. und 22 Juni 2002 wird in Oberstdorf der Weitwanderweg »Via Alpina« mit einem Festakt, einem »Markt der Regionen« und (natürlich) einer Wanderung  eröffnet. Wem das zu früh ist: In den folgenden Wochen und Monaten werden jeweils Teilstrecken »in  Betrieb genommen«, so z. B. am 7. September in Liechtenstein.

Die Via alpina: Ein Wanderweg durch die acht Alpenstaaten

Der umfangreichste Weitwanderweg entlang des gesamten Alpenbogens wird im Rahmen des »Internationalen Jahres der Berge« im Sommer 2002 eröffnet. Unter Federführung der GTA (Grande Traverse des Alpes) und unter Einbeziehung der im CAA vertretenen alpinen Verbände wurde der Weg durch alle acht Alpen-Staaten konzipiert.

Entlang ihrer 6000 km langen Strecke von Monaco (gemeint ist das am Mittelmeer) nach Triest lädt die Via Alpina ein zur Entdeckung des Natur- und Kulturerbes im gesamten Alpenraum. Dabei wurden die meisten der alpinen Gebirgsgruppen mit einem Netz auf markierten Bergwanderwegen ohne Kletterpassagen erschlossen. Rund 40 Natur- und Nationalparks und Naturschutzgebiete werden dabei durchquert. 

Die Via Alpina verbindet alle acht Alpenstaaten: Italien, Österreich, Frankreich, die Schweiz, Slowenien, Liechtenstein, Monaco und Deutschland. Wanderer, die derzeit das gesamte Alpengebiet durchlaufen, benutzen im allgemeinen den nationalen österreichischen Nord- oder Zentralalpenweg, dann den Schweizer Walserweg und zum Schluss die Grande Traversata delle Alpi/Sentiero Italia in Italien oder die Grande Traversée des Alpes/GR5 in Frankreich und verzichten somit auf Slowenien und Monaco im Süden sowie meistens auch Deutschland und Liechtenstein im Norden. 

Für die Via Alpina wurden jedoch keine neuen Wege eingerichtet, sondern bestehende verknüpft. Sie wurde in fünf Teilstrecken gegliedert: 

  • Der Rote Weg: Ein Verbindungsweg durch alle acht Alpenländer von Triest bis Monaco, an welchen die anderen Teilstrecken angeschlossen sind: Julische Alpen – Karawanken – Karnische Alpen – Dolomiten – Zillertal – Tuxer Alpen - Karwendel – Wetterstein – Lechtaler Alpen – Allgäu – Rätikon – Silvretta – Rhätische Alpen (Graubünden/ Ortler) – Lepontische Alpen (Lombardei/ Tessin) – Walliser Alpen – Berner Alpen – Chablais – Mont-Blanc – Grajische Alpen (Aostatal/Vanoise) – Dauphiné – Queyras – Cottische Alpen – Seealpen – Niederpiemont – Ligurische Alpen. 

  • Der violette Weg durch die Ostalpen: östliche Julische Alpen – Karawanken – Steirische Alpen – Niedere Tauern – Dachstein – Salzburger Alpen – Berchtesgadener Alpen – Chiemgauer Alpen – Bayerische Voralpen – Ammergauer Alpen – Allgäu. 

  • Der gelbe Weg verbindet die Kalkmassive des Südens mit denen des Nordens und überquert die Hauptkette: westliche Julische Alpen – Karnische Alpen – Dolomiten – Ötztal – Lechtaler Alpen – Allgäu. 

  • Der grüne Weg: Von Liechtenstein zum Berner Oberland: Rätikon – Zentralschweiz – Berner Alpen. 

  • Der blaue Weg: Monte Rosa – Gran Paradiso – Monviso – Apennin: Wallis – Penninalpen – Kottische Alpen – Seealpen. 

Weitere Informationen zur »Via Alpina«

Tipp Nr. 3 (2002-04-02)

Im Urlaub schwitzen? Nichts Ungewöhnliches, wenn auch aus verschiedenen Gründen: auf'm Teutonengrill oder in der Schlüsselstelle, das ist ja schon ein Unterschied. Hier noch eine Variante: Im Bergwald. Wie, wo und warum, das erfährt man auf den Seiten des Bergwaldprojekts.

Zitat: »Das Bergwaldprojekt wurde 1987 gegründet und seither haben über achttausend Menschen in Deutschland, Österreich und der Schweiz an einem freiwilligen Einsatz teilgenommen. Dabei lernen die Teilnehmer/-innen in der praktischen Waldarbeit den Lebensraum Bergwald aus der Nähe kennen und leisten mit ihrer Arbeit einen eigenen aktiven Beitrag zu dessen Erhaltung.

Das Bergwaldprojekt wird durch Greenpeace, den Kanton Graubünden, das Migros Kulturprozent, den WWF, anderen Institutionen und vielen Einzelpersonen unterstützt. 

Die deutschen Projekte werden vollumfänglich vom Bergwaldprojekt e.V. mit Sitz in St. Andreasberg organisiert und finanziert.«


Nüchtern und präzis' (eben schweizerisch) sind Arbeitseinsätze im Wald im Urlaub (oder im Urlaub im Wald) aufgeführt. Das Angebot reicht von von der Schweiz über Österreich nach Deutschland und vom Frühjahr bis zum Herbst.

Und zur Einstimmung findet man auf der Linkseite einen virtuellen Waldspaziergang der Eidg. Forschungsanstalt.

     
Tipp Nr. 2 (2001-08-04)
Oder soll es doch eher (im zweifachen Sinne) etwas Klassisches sein? Bitte sehr:

Als wir Anfang Juli auf der De Gasperi-Hütte ankamen, war der »Géstore« gerade dabei, ein Plakat aufzuhängen und eine Stelle sorgfältig mit Marker zu verzieren: Es war die Ankündigung eines Konzertes, das demnächst hier stattfinden sollte. Auch in diesem Jahr findet auf Hütten im Friaul und im angrenzenden Cadòre wieder die Veranstaltung »Note in rifugio« statt. Es handelt sich um eine Reihe von klassischen Konzerten, in kleiner Besetzung, die in der weniger steifen Atmosphäre einer Berghütte sicher ein ganz besonderes Vergnügen bereiten. Schade, dass unser diesjähriger Urlaub schon früher beendet war!

Die Konzertreihe läuft noch bis zum 7. Oktober. Informationen und auch ein gedrucktes Programmheft (italienisch/deutsch) gibt es bei ASSORIFUGI.

 

Tipp Nr. 1 (2001-08-04)
Es muss ja nicht immer Hindelanger Klettersteig oder Meraner Höhenweg sein. Vielleicht zur Abwechslung mal was ganz Verrücktes? Bitte sehr:

Wollten Sie schon immer mal genau auf 46° nördlicher Breite und 10° östlicher Länge stehen? Dann nichts wie hin. Dieser Punkt (ein ganzzahliger Schnittpunkt von Breiten- und Längengrad) fehlt dem »confluence«-Projekt noch in seiner Sammlung und ist einer der wenigen, die in den Alpen noch undokumentiert sind. Dieses Projekt hat es sich zum Ziel gesetzt, alle diese Schnittpunkte (natürlich im Internet, mit Fotos und Bericht) zu dokumentieren, und dabei wird Ihre Hilfe gebraucht.

Da ich mich schon ein bisschen für die Gegend interessiert hatte, ein paar Hinweise: Der bewusste Punkt liegt in der Lombardei, Provinz Bergamo, etwa 41,5 km NNO von Bergamo, etwas südwestlich des Monte Vigna Soliva (2356 m) in ca. 1858 m Höhe. Alpinistisch gesehen gehört er zu den Orobischen, in Deutschland besser (?) als Bergamasker Alpen bekannt. Der Orobische Höhenweg führt in der Nähe vorbei und das Gebiet ist als »Parco Regionale delle Alpi Oróbie« ausgewiesen. Die nächste Straße (von Bergamo oder Brescia durch das Valbondione) endet einige Kilometer nordöstlich in Lizzola. Kartenmaterial ist so gut wie nicht vorhanden, da kriegt man eher was vom Hindukusch. Die einzige kleinmaßstäbliche Karte, die ich kenne, ist Blatt 210 der Edition Multigraphic, Florenz (1:25.000), ungefähr 20 Jahre alt. Genau die richtige Tour für Entdecker.

P. S. Kompass oder GPS-Gerät und Fotoapparat nicht vergessen!

 
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