Tipparchiv 2005

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In den Alpen kann man ein Leben lang unterwegs sein, ohne sich zu wiederholen*). Aber oft landet man doch wieder auf den ausgetretenen Pfaden. Dürfen wir Ihrer Fantasie etwas auf die Sprünge helfen?
*) Toni Hiebeler hat sich einmal eine Route längs durch die Alpen - von Wien nach Nizza - ausgedacht und 30 Jahresurlaube dafür veranschlagt.
 

Tipp Nr. 21

Beruflich und familiär werde ich im Moment auf Trab gehalten. Trotzdem abschließend zum Jahreswechsel ein Tipp, wenn auch kein »selbstgemachter«.

Weihnachten im Alpinen Museum
Alle, die sich nicht in Richtung Alpen aufmachen können, aber trotzdem etwas Bergiges erleben möchten, sind im Alpinen Museum genau richtig. Ob groß oder klein - hier kommt jeder auf seine Kosten.

Otto Bauriedl - Bergsteiger und Künstler
Bis 30. April 2006 sind im Museum des DAV auf der Praterinsel Kunstwerke des Münchener Malers und passionierten Bergsteigers Otto Bauriedl (1881-1961) ausgestellt. Wie kaum ein anderer verstand Bauriedl seine Leidenschaft für das Bergsteigen mit dem Malen zu verbinden. Die persönliche Auseinandersetzung mit der Natur blieb in seiner Malerei immer vorrangig, weniger die Auseinandersetzung mit aktuellen geistigen Strömungen. »Meine Philosophie ist ein Halleluja auf die Natur. Diese hat zwei Seiten, eine draußen um uns und eine drin, in uns. Der Maler macht ein Bild daraus.«

Mit der Nase in die Alpen. Die Geschichte der Düfte in den Bergen
»Mmmh, das riecht ja wie auf 'ner Almwiese« stellte die fünfjährige Susanne fest, als sie ihre Nase in die kleinen Holzkistchen steckte, die mit den verschiedensten Heusorten aus den Bergen gefüllt sind. Noch bis 12. Februar kann man mit der aktuellen Sonderausstellung »Mit der Nase in die Alpen« in die Duftwelt der Berge eintauchen. Die Ausstellung geht den besonderen Gerüchen und Düften der Alpen nach und vermittelt damit einen neuen Zugang zu Natur, Alltag und Kultur der Alpen. Auf einem Erlebnispfad können die Besucher mit Hilfe von Geruchsproben die Bergwelt so richtig erriechen: los geht's mit angenehmen Düften von Lärchen, Geißblatt und Himmelsherold. Danach werden die Geruchsnerven schon etwas mehr strapaziert: mit dem etwas unangenehmen Geruch von getragenen Bergsocken und Milchsäure. Zum Schluss gibt's für die Hartgesottenen noch ein besonderes Schmankerl: eine Brise Ziegenbock-Gestank.

Museumsöffnungszeiten in der Weihnachtszeit
Das Alpine Museum ist am Heiligabend, 1. Weihnachtsfeiertag, Silvester und Neujahr geschlossen. Sonst ist es zu den üblichen Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 13-18 Uhr, Samstag, Sonntag und Feiertag 11-18 Uhr geöffnet.
Nähere Informationen zum Alpinen Museum finden Sie unter: www.alpenverein.de/Alpines Museum.

(2005-12-29)

 

Tipp Nr. 20

Und was machen die Daheimgebliebenen? Bergerlebnisse kann ich hier zwar nicht anbieten, aber zumindest einen Hauch von Ferne.

Das Wandern auf den Jakobswegen ist in den letzten Jahren beliebt. Meist beschränken sich die modernen Pilger jedoch auf die Strecken durch Frankreich und Spanien. Aber auch durch unsere Gegend kamen die Pilger. Der Landschaftsverband Rheinland (LVR), die Deutsche St. Jakobusgesellschaft in Aachen und ihr niederländisches Pendant, die »Stichting Pelgrimswegen naar St. Jacob«, haben ein Buch mit Karten und Beschreibungen herausgebracht und den Weg ausgeschildert - 250 Kilometer! Das Zeichen mit der gelben Muschel auf blauem Grund klebt jetzt an Straßenschildern und Bäumen auf gut 100 Kilometern von Kranenburg bei Kleve über Kevelaer, Straelen und Venlo bis nach Maastricht.

Der Weg entspricht allerdings nicht ganz der historischen Route: »Die alten Römerstraßen
sind heute zum Teil Bundesstraßen, da kann niemand pilgern«
, erklärt Robert Plötz, Präsident der Deutschen Jakobusgesellschaft.

Die ersten Etappen um Kleve kommen typisch niederrheinisch daher. Flache Felder zwischen Kranenburg und Goch werden nur von Kopfweiden und Pappeln unterbrochen. Durch den Reichswald erreicht man Kevelaer. Der Wanderer überquert mehrfach die Niers oder einen der unzähligen anliegenden Kanäle. Auf dem Kirchplatz von Straelen ist das Jakobssymbol sogar ins Bodenpflaster eingearbeitet. Weiter geht es vorbei an der Fossa Eugenia, dem einst von den Spaniern geplanten Kanal zwischen Rhein und Maas, und über die Grenze nach Holland bis Venlo. Wer noch Zeit und Puste hat, kann über Roermond nach Maastricht weiterziehen, wo die Wege vom Niederrhein und aus dem Rheinland zusammentreffen.

Man muss auch nicht unbedingt zu Fuß gehen am platten Niederrhein: Ich habe einige Etappen problemlos mit dem Fahrrad zurückgelegt. 

(2005-05-08)

Jakobswege am Niederrhein - Weg 3 title=

Aktuelle Informationen zum Jakobsweg finden sich im Forum von fernwege.de.

Hintergrundwissen bietet die wikipeadia.
 

Tipp Nr. 19

Am deutlichen Anstieg der Zugriffe auf unsere Website im April (anderswo wird es sicher genauso sein) sehe ich, dass die Bergfreunde ihren Winterschlaf beendet haben und wohl heftig bei der Tourenplanung sind. Oder suchen Sie noch? Hier ein Tipp für eine Gegend, die wohl Vielen durch den Dolomitenhöhenweg 1 bekannt, aber - wie man sieht - noch für Entdeckungen gut ist:

Seit vielen Jahren war bei den einheimischen Mineraliensammlern eine Höhle im Travenanzestal (zwischen der Tofanagruppe und dem Fanesgebiet) ein Anziehungspunkt, weil dort aus dem dolomitischen Sand des Höhlenbodens eigenartige kugelförmige Bildungen zum Vorschein kamen. Es handelt sich um sogenannte Konkretionen (Zusammenwachsungen), die sich dadurch gebildet haben, dass kalkhaltiges Wasser sehr langsam durch den Sand diffundiert und den Kalk in konzentrischen Schichten um einen Kern (einen Stein oder ein Sandkorn) herum abscheidet. Mehrere solche Kugeln können zu puppenähnlichen oder anderen phantastischen Gebilden zusammenwachsen. Solchen steinernen Puppen war Willy Costamoling aus Corvara im August 1987 auf der Spur. Ein Fossiliensucher hatte ihm erzählt, dass er am Fuß der Conturines in Richtung Fanesalm ähnliche Kugeln im Geröll gefunden hätte; es wäre zu vermuten, dass auch in diesem Gebiet Höhlen mit Travenanzes-Puppen anzutreffen wären. Tatsächlich sah Willy Costamoling, als er über den Ostrücken der Taibunspitze, einem Nebengipfel der Conturines, aufgestiegen war, von weitem den Eingang einer großen Höhle. Die Dimension des Portals und das Dunkel dahinter ließen schon erahnen, dass hier ein Gang tief in den Berg führte, der vielleicht die begehrten Puppen enthielt. Da er aber weder genug Zeit für eine Erkundung noch eine Lampe hatte, verschob es dieses Unternehmen auf den Herbst...

Was aus diesem Unternehmen geworden ist, kann man auf den schön gestalteten Web-Seiten »Die Höhlenbären der Conturines« nachlesen.

Und vielleicht möchten Sie ja dann selbst auf den Spuren eiszeitlicher Tiere zur Bärenhöhle an der Conturines wandern. Da ich seit einigen Jahren nicht mehr in dieser Gegend war, gebe ich gern einen Vorschlag zu einer Wochentour in der Fanes und Tofana aktuelleren Datums (mit ausführlichen Angaben zur Vorbereitung im PDF-Format!) weiter.

(2005-05-05)



Zur Vorbereitung einer Tour sind vielleicht Informationen der Naturparkverwaltung zum Naturpark Fanes willkommen. Es gibt sogar die Möglichkeit einer Virtuellen Wanderung (Java notwendig).

Und dass das Fanesgebiet ein Stück Erde voller Geheimnisse ist, weiß jeder, der einmal die Fanessage oder andere Sagen der Ladiner gelesen hat.
  

Tipp Nr. 18

Quer durch die Parke - Durch den Schweizerischen Nationalpark und den Nationalpark Stilfser Joch von Zernez nach Malè/Pejo

Zeit für die Planung der Sommertour! Der letztjährige Urlaub im Trentiner Teil des Nationalparks Stilfser Joch (Parco dello Stelvio) hat uns so gut  gefallen, dass wir auch in diesem Jahr unsere Blicke (und natürlich unsere Füße) wieder dorthin richten (wo genau, verrate ich allerdings - noch - nicht). Dass wir dort richtig sind, bestätigt ein Zitat aus dem Abschlussbericht zu INTERREG II: »Unsere Gäste suchen vor allem das Wanderangebot und die Ruhe. Weit dahinter folgen dann Erlebnisangebote, Kultur und Shopping.«

Als Anregung gebe ich allerdings gerne einen Tourenvorschlag weiter, die ich einem im Rahmen der INTERREG II publizierten Dokument entnommen habe.

Es ist die Durchquerung des Schweizerischen und des Nationalparks Stilfser Joch in etwa 2 Wochen. Es handelt sich um ein Hüttentrekking, bei dem alle Landschaftsformen und Vegetationsstufen der Schutzgebiete durchwandert werden.

Tourenplan:

Etappe Nr. Strecke Gehzeit (h)
1 Zernez - Val Cluozza/Blockhaus
Link 1, Link 2, Link 3
Zernez (1473 m) ist das Eingangstor zum Schweizerischen Nationalpark (Nationalparkhaus). Fahrtzeit von Krefeld: etwa 9 ½ Stunden (wenn man und 5:35 abfährt, ist man um 15:05 Uhr da und kann noch die 1. Etappe unter die Füße nehmen).
3
2 Val Cluozza/Blockhaus - Il Fuorn
Link 1
6
3 Il Fuorn - Buffalora
Link 1
5 - 6
4 Buffalora - Val di Fraele
Link 1, Link 2, Link 3, Link 4
6 - 7
5 Val di Fraele - Umbrail 6
6 Umbrail - Payerhütte 7
7 Payerhütte - Schaubachhütte
Link 1, Link 2, Link 3
5
8 Schaubachhütte - Zufallhütte
Link 1, Link 2
4 - 5
9 Zufallhütte - Rifugio Dorigoni 5 - 6
10 Rifugio Dorigoni - Rabbi/Malè oder Haselgruber Hütte 3
11 Rabbi - Pejo oder Haselgruber Hütte - St. Gertraud
Fahrtzeit Meran - Krefeld etwa 12 Stunden.
3 - 4

Viel Spaß bei der Planung, und vielleicht sehen wir uns ja im Juli/August.

(2005-02-03)

Gebietsführer: Alpenvereinsführer Ortleralpen, Bergverlag Rother

Karten: 



Die Offizielle Site des Schweizerischen Nationalparks

Private Tourenseite zum Schweizerischen Nationalpark

Tourismusinformation Trentino

Das Magische Rätische Dreieck

Der Abschlussbericht zu INTERREG II im Rätischen Dreieck

Der militärhistorische Wanderweg Stelvio-Umbrail





Lage der Nationalparke

(zum Vergrößern auf das Bild klicken)

   
   

Weitere Tipps gibt es in den Tipparchiven: 2004, 2003, 2001/2002

 
   
   
 

Letzte Änderung 2005-12-29. Bei Hinweisen und Fragen zu dieser Seite wenden Sie sich bitte an den Webmaster