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Bis jetzt gab es noch wenig Fragen, die für eine solche Seite geeignet wären. - Aber vielleicht haben Sie ja eine?
 

F:

Gibt es bei Euch auch Berge?  

A:

Da können wir zitieren, was Albert Schöndorf von der WZ (Westdeutsche Zeitung) geschrieben hat:
   »Das Land krümmt seinen Rücken. Nein, kein hässlicher Buckel kommt zum Vorschein, sondern eine leichte, sanfte Wölbung. Ein dunkelgrüner Pullover bedeckt sie: krönende Baumwipfel auf dem Hülser Berg.
   63 Meter misst Krefelds höchste Erhebung. Für ein Haus in der Innenstadt wäre das eine stattliche Höhe. Aber für eine Bergspitze? 63 Meter über dem Meeresspiegel - ein Altbayer hätte nicht einmal ein müdes Lächeln dafür übrig. Und recht hätte er. Schließlich ist das Bleichpfad-Hochhaus 70 Meter hoch, die Johannes-Kirche sogar 97 Meter, wohlgemerkt: vom Straßen-Niveau aus gerechnet, nicht vom Meeresspiegel.
   So ein richtiger Berg ist es ohnehin nicht. Eher eine Müllhalde. Ein Gletscher hat einmal, als er sich zum Ende der Eiszeit zurückzog, seinen Dreck hier liegen gelassen. Geologen nennen das einen Endmoränenwall. Entstanden ist er vor 150 000 Jahren. Was da seit dieser Zeit aufgetürmt herumliegt, ist Rheinschotter.
   Schotter vom Rhein? Der fließt doch gut zehn Kilometer an Hüls vorbei. Der Zweifel ist schnell beseitigt. Die Antwort lautet: Ja, heute! Damals war das Flussbett viele Kilometer breit und beanspruchte die gesamte Ebene. Wasser, soweit man sehen konnte, von Inrath durch das ganze Hülser Bruch und auf der anderen Seite von Verberg weit über Vluyn hinaus. Das Kullgebiet ist heute noch ein spärlicher Rest davon.«
   Zur Präzisierung sei noch angefügt: Bei der erwähnten Eiszeit handelt es sich um die vorletzte, die Saale-Kaltzeit (ca. 290.000 bis 127.000 Jahre vor heute). Das Gletschereis presste Stauchmoränenhügel aus vorher abgelagerten Rheinschottern auf. Die Reste dieser Erhebungen sind z. B. der Hülser Berg, die Schaephuyser Höhen und die Bönninghardt (dort gibt es sogar einen Ort, der Alpen heißt). Die Eisfront drängte den Rhein nach Südwesten ins heutige Nierstal ab. Und wenn man jetzt noch weiter fragt, wo denn Vater Rhein den Schotter herholte, hat man den Aha-Effekt: Nachdem zum Ende des Tertiärs das Nordmeer sich aus dem Niederrheingebiet zurückgezogen hatte, strömten Maas und Rhein als riesige Urströme in die Tiefebene ein und füllten sie mit Sanden und Kiesen, die sie aus ihren Einzugsgebieten mitbrachten. Und beim Rhein sind das eben - die Alpen. Und so kommt es, dass unsere Sektionsmitglieder ihr Fitnessprogramm auf Original-Alpenterrain absolvieren... ;-)
   Und der Vollständigkeit halber: Es gibt in der Nachbarschaft des Hülser Berges noch zwei weitere Erhebungen: Den Kapuzinerberg und den Inrather Berg.
   Aber wenn der Herr Schöndorf schon den Hülser Berg als »Müllhalde« bezeichnet, gilt das für diese erst recht: Der Kapuzinerberg (77 m) ist eine ehemalige Hausmüllhalde (Bild). Nach der Sanierung - sogar ein Gipfelkreuz wurde angebracht - wurde er am 20. Juni 2004 im Rahmen einer offiziellen Feierstunde der Öffentlichkeit zur Nutzung zur Verfügung.
   Der Inrather Berg (87 m) ist eine ehemalige Bauschuttdeponie, auf der u. a. die Mauern des im 2. Weltkrieg ausgebombten Krefeld ruhen; daher im Volksmund auch »Monte Klamotte« genannt. Markus ist da auch schon mit dem MTB gewesen...
   Wir haben auch einen Wandervorschlag.
   Eine schöne Seite gibt es auch über die Süchtelner Höhen.
   Und zu der Frage, ob das nun Berge sind oder nicht, sagt der Brockhaus: Ein Berg ist eine »über die Umgebung deutlich herausragende Geländeerhebung«. Na bitte.

Eine kleine Serie »Berge am Niederrhein« brachte die WZ 2003. Wir veröffentlichen sie hier mit freundlicher Erlaubnis des Redakteurs.

Einleitung
Folge 1
Folge 2
Folge 3
Folge 4
Folge 5
Folge 6
Folge 7
Folge 8








siehe Natur und Landschaft im Kreis Kleve

   

F:

 

Wir haben am gestrigen Samstag eine »Rallye« veranstaltet, wo wir verschiedene Punkte anfahren und Fragen zu diesen beantworten mussten. Unter anderem war auch der Hülser Berg eine Station. Die Frage war »Wie hoch ist der Hülser Berg?«. Als Antworten kamen verschiedene heraus - 55,7 m, 63 m und 70 m... Als richtig gewertet wurde die 55,7 m - meines Erachtens ist das falsch. Gibt es Ihrerseits eine »amtlich« gesicherte Quelle welche die exakte Höhe aussagt?

 

A:

 

Als »amtlich gesicherte Quelle« haben wir unsererseits das Vermessungs- und Katasterwesen der Stadt Krefeld gefragt und prompte Antwort erhalten:

»Ihre Vermutung, dass die Angaben in der Stadtrallye nicht korrekt sind, ist richtig.

Die Höhe des Hülser Berges ohne Turm wird in der Stadtkarte mit 63,9 m.ü.NN angegeben. Die Daten stammen aus einer Luftbildbefliegung des Landesvermessungsamtes. Ein genauer terrestrisch eingemessener Bodenpunkt liegt am Rand des Spielplatzes der Bergschänke mit 61,25 m.ü.NN. Die Höhe der Aussichtsplattform liegt bei ca. 93,3 m.ü.NN (Geländerhöhe).

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit diesen Angaben weitergeholfen habe, für weitere Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag

gez. (Name)«

Hülser Berg auf der Stadtkarte


Hülser Berg im Luftbild (Google Maps)

 

Letzte Änderung 2007-04-24. Bei Hinweisen und Fragen zu dieser Seite wenden Sie sich bitte an den Webmaster