Tourenbericht: Fränkische Schweiz 2015


Untertitel: 
7 Tage durch die fränkische Schweiz

Wanderleiter: Heinz Braun

Wir trafen uns zum Teil schon auf der Autobahn bei einem relativ langem Stau. Am Abend saßen wir (13 Wandersleut von DAV-Krefeld) in Ebermannstadt dann in gemütlicher Runde zusammen. Am nächsten Morgen ging es durch Ebermannstadt, entlang der Wiesent Richtung Muggendorf. Von Ferne hörten wir die historische Eisenbahn und bald zog sie schnaufend in gemächlichem Tempo an uns vorbei. Wir ziehen an der Neideck vorbei und gelangen zur Binghöhle. Unter sachkundiger Führung werden wir in einem netten Erzählton durch die Tropfsteinhöhle geführt. Unter freiem Himmel verzehren wir unser Lunchpaket, überqueren später die Wiesent und erreichen die Ruine Streitburg mit einem herrlichen Blick auf die Burgruine Neideck. Am Abend sitzen wir in Muggendorf in gemütlicher, stimmungsvoller Runde zusammen. Am nächsten Tag gehts den Heinr. Uhlweg entlang. Wir folgen dem Felsensteig zur Oswaldhöhle die etwa 60 m lang ist. An Taschenlampen hatte keiner gedacht, doch die Lichtquelle von Werners Photoapparat tat nützliche Dienste. Dann gehts es weiter der Wiesent entlang, hoch auf die nächste Burg, runter ins Tal und wieder hinauf zur Burg Rabeneck. Der jetzige Besitzer kommt uns mit einer leeren Mülltonne entgegen, lädt uns auf Nachfrage in die Burg ein, erzählt über deren Geschichte und bewirtet uns mit leckerem, dunklem fränkischen Bier. Am späteren Nachmittag erreichen wir Waischenfeld. Einige von uns besuchen noch die Kirche mit dem angrenzenden Gebeinhaus. Am Abend treffen wir uns im Hackel-Bräu-Haus (den Tipp hatten wir von Herrn Schiller, Besitzer der Burg Rabeneck) bekommen. Zwei Jungs links und rechts von ihrer Mutter beobachten die Gäste und ehe man seinen Krug ganz geleert hat, steht schon ein neuer, voller vor einem. Unser Ziel am dritten Tag ist Gößweinstein. Unweit der Burg Ravenstein liegt die Sophienhöhle. Sie ist die älteste urkundlich erwähnte Höhle der Frankenalb. Über Oberailfeld vorbei an der Held-Brauerrei wandern wir weiter, verzehren unser Lunchpaket und erreichen später die "Weiße Marter". Diese Bildsäule gilt als die größte und schönste in der fränkischen Schweiz. Sie ist der heiligen Dreifaltigkeit gewidmet und aus vier Stücken zusammen gesetzt. Im ständigen Auf und Ab erreichen wir den Gasthof Behringersmühle unser Etappenziel für den heutigen Tag. Der vierte Tag führt uns zunächst in die Basilika von Gößweinstein. Er ist der zweitgrößte Wallfahrtsort im Erzbistum Bamberg. Danach hält es uns nicht ab, auf den Fahnenstein-Steig zu klettern. (Anmerkung: Kleiner feiner Steig in der Fränkischen Schweiz mit toller Aussicht!). Wir wandern weiter durch den Ort, treffen auf Spuren und Säulen der hl. Elisabeth. Am Amtsgericht lesen wir den Spruch eines Scharfrichters: 'Wenn ich das Schwert tu aufheben, so wünsch ich Dir das ewige Leben'. Im weiteren Verlauf unserer Wanderung erreichen wir die Teufelshöhle. Von der Führung waren wir nicht so begeistert. Wir wandern weiter und erreichen am Nachmittag Pottenstein. Auch hier treffen wir wieder auf Statuen der hl. Elisabeth. Am nächsten Tag ist unser Ziel Obertrubach. Am Weiherbach entlang, vorbei am Schöngrundsee wandern wir zur Teufelshöhle. Durch urige Wälder zieht es uns wieder auf die Höh'. Unterwegs wandern wir ein Stück des "Jacobsweges". Vom Gasthof "Zur Burgruine" ist es nicht weit bis zur Burgruine Leienfels (hier hat auch König Konrad I residiert), die in den Auseinandersetzungen zwischen Bamberg und Nürnberg oft zerstört und wieder aufgebaut wurde. Im Dreißigjährigen Krieg wurde 1643 eine Instandsetzung der Burg für nicht mehr lohnend erachtet. Im weiteren Verlauf stoßen wir auf eine Tafel von 1607 die über die Grenzstreitigkeiten zwischen Bamberg und Nürnberg berichtet. Am Abend sind wir zu Gast in der "Alte Post". Der vorletzte Wandertag begann mit einem Aufstieg über Stufen und plötzlich war die reale Welt zu Ende. Es begann die Welt des "Pony Hofes". Doch wir wanderten weiter durch Wälder und über Äcker, an Felsformationen vorbei, die uns an die sächsische Schweiz erinnerten. Die sachkundige Unterweisung eines Einheimischen brachte uns dann zum nächsten Höhepunkt. Wir liefen über Hammersbühl, vorbei an der Schlossruine Thuisbrunn und erreichten am Ende der Stadt einen in Privatbesitz befindlichen "Barockgarten", der aber leider nur von außen zu besichtigen ist. Wir ziehen am letzten Wandertag vorbei am Fluss Trubach und finden in der Nähe eine Fossiliengrube. In dem Abraum fanden wir Versteinerungen und Abdrücke von Ammoniten. Etwas später stehen wir vor einer Imkerei. Der Bauernhof beherbergt auch eine Schlehenbrennerei. Einige kaufen Honig und/oder Schlehenschnaps. Plötzlich enden die Wegweiser auf unserem weiteren Weg. Haben wir uns verfranzt? Wir machen Pause: "Brotzeit". Im nächsten Ort finden wir dann wieder unser Wanderzeichen und frohen Mutes geht es in die Höh'. Später bringt uns ein relativ steiler Abstieg (man denkt unwillkürlich an Hildegard Kneef "Von nun an gings bergab...") zurück nach Ebermannstadt. 7 Tage durch die fränkische Schweiz. Jeder Tag mit neuen Überraschungen, mit herrlichen Gegenden, mit äußerst freundlichen Einheimischen und einer fantastischen Truppe.

Hans Aldenkirchs

No Altitude
Trackstatistik: 
0.00Km

Standort

Standort:
Fränkische Schweiz
Deutschland
49° 48' 12.276" N, 11° 15' 41.544" E