Tourenbericht: Bergwandern im Karwendel


Untertitel: 
15.07.2017 - 22.07.2017

 

 

 

 

 

 

 

 

Unsere Woche startete am 15. Juli im Tiroler Hinterriss, gelegen am Rißbach, am Rand des größten Naturparks in Österreich mit 1305 Pflanzen und 3300 Tierarten. Murmeltiere und Gemsen begrüßten uns auch gleich in den ersten Tagen.

Unser Wanderleiter Heinz Braun, unterstützt von seiner Frau Ria, hatte für diese Woche auf Hüttenübernachtungen verzichtet undvom Hotel zur Post sternförmige Wanderungen geplant, die im Laufe der Woche fein auf die Bedürfnisse und die Stimmungslage unserer Wandergruppe abgestimmt wurden. Neben erfahrenen Wanderern wie Petra, Annemarie, Uli, Erich, Norbert und Klaus wanderten Susanne, Uschi und Kalle als Neulinge mit. Die Anreise erfolgte per Bahn und Bus oder privatem PKW, was sich beides als unkompliziert erwies. Nach einem reichlichen und leckeren Abendessen stimmte Heinz uns auf die Wanderwoche ein und stellte gleich den konkreten Plan für den ersten Tag vor.

Rohntal-Alm: Bei strahlendem Wetter ging es am Sonntag durch das grüne Rohntal zur Alm mit Blick auf die 2538m hohen Karwendelspitzen. Über die Torscharte stiegen wir auf „schlierigen“ Wegen, welche die volle Konzentration erforderten, bergab zur Tortalalm. Dort stellte sich uns zwar ein junger Bulle entgegen, aber Heinz meisterte die Herausforderung gelassen und eröffnete mit Ria den Ausschank von Buttermilch und Milch. Trotz der leicht beschränkten Auswahl an Getränken genossen wir diese Pause und den wundervollen Ausblick. Bergromantik pur. Als wir schließlich am Hotel ankamen, konnten wir mit Recht stolz sein auf fast 1000 bewältigte Höhenmeter. Dank der guten Betreuung durch Heinz und Ria konnten auch die „Anfänger“ den Anschluss an die Gruppe trotz eines guten Endspurts in der Gruppenspitze halten.

Tölzer Hütte: Die Wetterprognosen wurden am Montag zwar zunehmend ungünstiger, aber Heinz wollte ohnehin nach der Spitzenleistung des Vortags für etwas Entspannung sorgen und es ging über eine Landstraße zu einem gut ansteigenden Wanderweg zur Tölzer Hütte mit 950 hm. Die merkten wir vor allem, als wir für das Finale den steileren Zugang zur Hütte wählten. Die ersparte Zeit wurde kräftig in Schweiß umgesetzt, denn die Sonne blieb uns treu und so flatterte auf der Tölzer Hütte nicht nur ein Unterhemd im Wind. Eine schöne Aussicht bei klarem Wetter und Sonne belohnte uns, bevor es wieder ins Tal ging. Der etwas kurmelige Abstieg wurde versüßt durch Heinz und Kalle, die auf etwas kürzerem Weg zum Hotel mit ihren PKWs kamen und uns den Rückweg über die Landstraße ersparten.

Bins-Alm: Am Dienstag ging es mit dem Bus in das grüne Tal der Eng und auf zwei unterschiedlichen Wegen zur wunderschön gelegenen Bins-Alm mit 400 hm. Der Panoramaweg belohnte die Gruppe, die einen längeren Weg gewählt hatte, mit einer fantastischen Aussicht. Aber auch die kleinere Gruppe konnte von der Alm aus den Bergblick genießen. Auf dem Rückweg bewunderten wir im Engtal die urigen Holzhütten mit einer Käserei und anderen Angeboten. Keine Frage, dass auch für unsere Gruppe so mancher Käse über die Theke ging. Einen kräftigen Platzregen verfolgten wir bei kühlem Bier und heißem Kaffee von unserem gut geschützten Biergarten aus, bevor es mit dem Bus wieder zum Hotel ging, das eine kleine Sauna im Angebot hatte, die im Laufe der Tage gerne genutzt wurde.

Falkenhütte: Das Wetter zeigte sich am Mittwoch wechselhaft, als Heinz uns durch das Johannestal über den kleinen Ahornboden zur Falkenhütte mit einer Höhe von 1848m führte. Eine kleine Gruppe wählte wegen des wechselhaften Wetters unter Leitung von Ria einen kürzeren Rückweg, während andere Mitwanderer weder Regen, Blitz noch Donner scheuten und auch noch zum Denkmal von Hermann von Barth stiegen. Von Barth ist vor allem als Erforscher des Karwendels bekannt. Er bestieg allein im Sommer 1870 als Alleingänger 88 Gipfel, während wir an diesem Tag mit 950 hm recht zufrieden waren.

Lamsenjochhütte: Am Donnerstag verließ uns das Glück, mit dem Wanderbus zum Ziel zu kommen. Unser Wirt, Herr Reinders, löste das Problem und brachte unsere Gruppe mit einem Anhänger zum Ausgangspunkt. Der Aufstieg zur Lamsenjochhütte auf 1850m brachte uns 950 hm für unsere Gipfelparade. Noch rechtzeitig vor einem Platzregen der Sonderklasse erreichten wir wieder den Alpengasthof Eng, bevor der Bus alle trocken zurück zum Hotel brachte. Dort trafen wir Uschi, Susanne und Kalle wieder, die eine Autoreparatur mit einem kleinen Besuch im wunderschönen Mittenwald und dem berühmten Geigenmuseum verbunden hatten.

Rissbachtal und Isar: Am Freitag stand eine Entspannungswanderung am Rissbach entlang nach Fall auf dem Programm. 18 km Strecke, der Rißbach und die Isar und schlappe 100 hm taten unserem Durst in Fall keinen Abbruch. Nach der pünktlichen Rückfahrt mit dem Linienbus konnten alle, die es nicht schon genutzt hatten, noch das liebevoll gestaltete Informationszentrum „Alpenpark Karwendel“ in Hinterriß genießen.

Fazit: Mit kleineren Umwegen und Erkundungen sind wir ca. 4.800 hm im Aufstieg und das gleiche im Abstieg gewandert. Das wurde am letzten Abend zünftig gefeiert mit Forellen aus hauseigenen Teichen und einer Runde Schnaps vom Haus. Und damit kein Auge trocken blieb, bekamen auch die Antialkoholiker einen guten Schluck Bergwasser in ihr Gläschen. Kontrovers diskutiert wurde die Frage, wie zukünftige Bergwanderungen zwischen Hüttenwanderung und Sternwanderung zu bewerten sind. Deutlich wurde aber, dass der stete Auf- und Abstieg doch gut in die Knochen ging und ein Mix von beiden vielleicht eine verträgliche Lösung darstellen könnte.

Neben dem Dank an Uli, Annemarie und Ria für naturkundliche Tipps, an Klaus für sein gleichmäßiges Tempo, an Erich für seine Geburtstagsschnäpse und seine Tipps zur Funktionskleidung, an Norbert für seine Gelassenheit, an Susanne und Petra für gute Gespräche, an Uschi für die Entdeckung des pfeifenden Murmeltiers und an alle aus der Gruppe für das schöne Miteinander ging natürlich ein besonders dickes Dankeschön an Heinz, der seine Aufgabe mit Geduld, Humor, Engagement und Feingefühl gemeistert hatte, unterstützt von Ria, die mit viel Herz und Humor die Gruppe begleitete. Sitzkissen und Schoko-Karwendelspitzen bekamen sie mit auf den Weg, dem ganz bestimmt noch viele weitere folgen werden. Wanderleiter, die über so viel Freude, Sachkenntnis und soziales Gespür verfügen, sind das beste Argument für eine Mitgliedschaft in der Krefelder Sektion des Alpenvereins. 

Mit herzlichem Gruß an alle Mitwanderer!

Text: Kalle Renner
Bilder: Heinz Braun

 
Engalm

 

 

 

 

 

Lamsenjochhütte

 

 

Falkenütte

 

 

 

 

Karwendelspitze

 

 

 

 

 

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Trackstatistik: 
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