Ötztal einmal anders


Bernhard und ich beziehen Quartier in Huben, einem kleinen Ötztaler Ort. Da ein Teil der Gruppe erst am Nachmittag kommt, beschließen wir, sozusagen zum Aufwärmen, den Imster Klettersteig zu machen. Von der Seilbahnstation geht es vorbei an der Muttekopfhütte zum Einstieg. Der Morgennebel ist mittlerweile von der Sonne aufgesogen worden - es ist ein herrlicher Tag.

Die ersten Meter der insgesamt 430 Höhenmeter sind recht vertikal, verlangen schon einige Armkraft und Kletterfertigkeit. Die Routenführung ist sehr schön gewählt und lässt immer herrliche Ausblicke zu, wobei über die ganze Strecke erstaunlich wenig Eisen verbaut wurde. Ein kleiner Wermutstropfen ist der Abstieg durch ein elendiges Schotterkar, aber auch das ist schnell vergessen, bei einem Schiwasser vor der Muttekopfhütte.

Am Mittag treffen Peter und Jörg in Huben ein und wir machen eine Vorbesichtigung des Klettersteigs Lehner Wasserfall. Der liegt, wie auch der Reinhard-Schiestl-Klettersteig, den wir auch begehen möchten, ganz in der Nähe von Längenfeld.
Es ist Freitag und zudem noch der 13. Zum Glück, dass keiner von uns abergläubisch ist, sonst würden wir heute bestimmt keinen Klettersteig begehen.

Zuerst einmal geht es zur Einstimmung  nach Sölden in einen Klettergarten. Mittags dann steht der kurze, aber schöne Steig am Lehner Wasserfall auf dem Programm. Die Führe ist gut versichert. Sie hat immer einen schönen Blick auf  den tosenden Wasserfall. Anschließend stiegen wir noch zu einer kleinen Alm auf und genießen den schönen Tag.

Samstagmorgen stehen wir auf dem kleinen Parkplatz gegenüber dem Schiestl-Klettersteig. Die Burgsteinwand ist aus dieser Perspektive respekteinflößend und ganz schön senkrecht. Sie liegt direkt an der Hauptverkehrsstraße durch das Ötztal. Wann immer wir in den letzten Tagen hier vorber gefahren sind, gingen unsere Blicke unwillkürlich zur Wand, um nach Kletterern zu suchen. Jetzt sind wir an der Reihe, die Akteure für die Vorüberfahrenden zu spielen. Am Beginn ist ein leichter Überhang zu berwinden, der schon einiges von uns fordert. Weiter geht es immer am straff gespannten Seil über stets gut ausgebaute Tritte und Griffe senkrecht nach oben. Der Klettersteig verlangt Kraft, Klettergeschick und Schwindelfreiheit. Auch Peter als absoluter Neueinsteiger auf Klettersteigen zeigt hier, was in ihm steckt. Zum Schluss wird eine glatte Wand mit Hilfe von Seil und Tritthilfen in gut 150 Metern Höhe gequert, bevor wir zum Ausstieg gelangen.

Auf der Hochfläche angekommen sind wir alle sicher, etwas Besonderes geschafft zu haben, was bei einem Kaffee in der Sonne noch einmal nacherlebt wird. Morgen werden wir wieder nach Hause fahren und die Tage im Ötztal werden Erinnerung sein. Erinnerung an das Ötztal einmal anders.

No Altitude
Trackstatistik: 
0.00Km

Standort

Standort:
Ötztal
Österreich
47° 6' 27" N, 10° 56' 56.0004" E