Neue Mitglieder der DAV-Sektion Krefeld trotzen dem frühzeitigen Wintereinbruch


Hüttentour in den Oberstdorfer Alpen im September 2013

Fünf Krefelder Bergfreunde entschlossen sich Anfang des letzten Jahres, eine gemeinsame viertägige Hüttentour in den Oberstdorfer Alpen durchzuführen.

 

Sie sollte der Vorbereitung für die Begehung des E 5 von Oberstdorf nach Meran dienen, die für das Folgejahr ins Auge gefasst wurde. Die Tour wurde mit Beratung des Kollegen und Bergfreundes Tilo Kopp geplant. So war schnell klar, dass Helmut Machost, Michael Schön, Uwe Schages, Stefan Razborsek und Andreas Heinrich auch Mitglied in der DAV-Sektion Krefeld wurden.

 

Die Tour sollte von Oberstdorf aus zur Kemptner Hütte, weiter über den Heilbronner Weg zur Rappenseehütte und danach weiter zur Mindelheimer Hütte verlaufen und schließlich wieder in Oberstdorf enden. Als Abmarschtermin wurde der 11. September gewählt – also beste Wanderzeit in den Alpen …. normalerweise!

 

Bereits der Wetterbericht in den Tagen vor dem Event zeigte, dass sich die Hoffnung auf Sonne und warme Temperaturen vermutlich nicht erfüllen würde. Na ja, Hauptsache trocken.

 

Der Start war auch o.k.. Das Wetter ließ einen unproblematischen Aufstieg zur Kemptner Hütte zu. Von dort aus starteten wir mit leichtem Gepäck zum Gipfel des Muttlerkopfes (2366m). Beim Abstieg hüllten uns bereits Wolken ein und es fing leicht zu regnen an. Was dies auf dieser Höhe bedeuten kann, stellten wir dann eindrucksvoll am nächsten Morgen fest. Die Schneegrenze war auf ca. 1.800 m abgesackt. Der Heilbronner Weg war aufgrund des frühzeitigen Neuschnees somit nicht mehr begehbar. Es blieb die Alternative, den E 5 weiterzulaufen in Richtung Holzgau/Österreich. Also wieder absteigen und dann mit dem Bus weiter nach Lechleiten. Von dort aus folgte dann der Aufstieg zur Rappenseehütte. Den gesamten Tag regnete es, was es nicht leicht machte, die Motivation hoch zu halten. Lachen mussten wir allerdings, als wir beim Aufstieg zur Rappenseehütte in einer kleinen Schutzhütte Rast machen wollten. Diese war bereits „belegt“ mit einem jungen Paar, das wohl bei dem Wetter nicht Besuch gerechnet hatte. Wie Gentlemen verzichteten wir daher auf eine Rast in der Schutzhütte und setzten unseren Weg fort.

Im weiteren Verlauf überschritten wir dann wieder die weiter abgesackte Schneefallgrenze und gelangten schließlich zur mit leichtem Schnee bedeckten Rappenseehütte. Nach einer heißen Dusche, einem kräftigen Essen und isotonisch wirkenden Getränken ging es uns wieder besser. Voller Vorfreude auf den nächsten Tag wurde schließlich das Hüttenquartier aufgesucht. Trotz laut schnarchender Männer im Nebenzimmer – Ohrstöpsel reichten nicht! - schauten wir am nächsten Morgen motiviert aus der Hütte. Wie auf dem Foto zu sehen ist, hatte es in der Nacht weiter geschneit, so dass ca. 40 cm Neuschnee keine guten Aussichten versprachen. Andreas betätigte sich als Scout und spurte den Weg – aber nicht weiter zur Mindelheimer Hütte, sondern hinunter zur Schwarzen Hütte. Der obere Weg war nicht erkenn- und nutzbar. Also wieder Absteigen mit Schneefall und schließlich Regen – was unsere Laune schon stark beeinträchtigte. Endlich an der Schwarzen Hütte angekommen, war diese aufgrund des Viehscheids in Oberstdorf geschlossen.

 

Schweren Herzens beschlossen wir an dieser Stelle, die Tour frühzeitig abzubrechen, denn das Wetter versprach nicht besser zu werden. Und so wanderten wir talabwärts in Richtung Oberstdorf, wo wir schließlich die Tour beendeten …. und den Vorsatz fassten, die ursprünglich geplante Route in diesem Sommer zu laufen.

 

Bergfreunde haben schließlich Ziele und lassen sich nicht so leicht von diesen abbringen - aber Sicherheit geht immer vor.

 

Text: Andreas Heinrich

 

 

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