Klettersteige rund ums Sellajoch, in den Dolomiten


Untertitel: 
09.09.2007 - 15.09.2007

Die Durchquerung der Berchtesgadener Alpen am „Sella“, ums Sellajoch

Auf Grund der Neuschneelage von 1,5 Meter am Hochkönig hat unser Tourenleiter Hubert schnell umdisponiert und die Tour in den Süden verschoben. Da die gebuchte Zugfahrt hinfällig wurde, hat sich Jürgen als Chauffeur mit Auto zur Verfügung gestellt.

Sonntag: Um 5 Uhr fuhren 4 unternehmungslustige Niederrheiner (Hubert Asemann, Jürgen Göke, Andreas Ittermann und Gerhard Biefang) in die Dolomiten. Hier hatte unser Tourenleiter in der Kürze eine beeindruckende Unterkunft gefunden und zwar die Rif. Monti Pallidi, eher ein Hotel als ein Rifugio. Nach der zügigen Fahrt von 9 Std., hatten wir noch genug Zeit uns bis zum Passo Pordoi die Füße zu vertreten.

Montag: Die erste Tour begann am Parkplatz des Diga di Fedeier/Dam (Fedeiersee), von hier führte uns der Rundweg über den Klettersteig Via Ferrata Trincee, über den Sas de Mesdi (2727 m) und Mesola in ca. 6 Std. wieder zum Ausgangspunkt.

Dienstag: Heute führte uns Hubert über den Pößnecker-Klettersteig, der im letzten Teil stark verschneit war, und somit technisch noch schwieriger wurde. Oben angekommen, erfolgte dann die Sella Überschreitung über die verschneite, seilversicherte Pisciaduscharte bis zur Pisciadu-Hütte. Nach einer halben Std. Rast, erfolgte der Abstieg über den Pisciadu-Klettersteig in Richtung Grödner Joch. Heute waren wir 9,5 Std. unterwegs.

Mittwoch: Da für heute wolkenfreies Wetter angesagt war, haben wir beschlossen, die Königin der Dolomiten zu besteigen. Ab Bergstation der Seilbahn, führte uns der Weg über ein Stück Gletscher zum Einstieg des vereisten Westgrad-Klettersteigs (Via Ferrata Marmolada) auf die Marmolada (3344 m). Oben vor der geschlossen Hütte Punta Penia haben wir eine halbe Std. verschnauft und die grandiose Aussicht genossen. Der schnelle Abstieg in der Seilschaft über den verschneiten Gletscher verlief problemlos. Tourdauer 6,5 Std.

 

Donnerstag: Der schwerste Klettersteig der Dolomiten sollte für heute auf dem Programm stehen. Nach einer guten Std. Aufstieg, erreichten wir den Einstieg des Cesare Piazzetta Klettersteigs. Die ersten 150 Meter verlangten den ganzen Einsatz der Arm- und Beinmuskulartur, trotzdem standen wir nach 2 Std. auf dem Piz Boe (3152 m). Auch hier wurden wir durch eine herrliche Aussicht belohnt. Eine Gemüsesuppe mit Würstel und ein großes Radler stärkte uns für den Abstieg, der führte uns über die Pordoischarte, so wie das Pordoi Joch zu unserem Ausgangspunkt, das deutsche Kriegsgräberdenkmal Ossario del Pordoi. Für diese Schinderei über 930 Meter rauf und runter benötigten wir 6,5 Std.

Freitag: Am letzten Tag haben wir uns eine Genusstour ausgesucht, den Finanzieri-Klettersteig. Nach dem guten Frühstück, das wir jeden Tag bekamen, starteten wir von der Bergstation Ciampac, um den Finanzieri über den Gipfel Colac zu begehen. Obwohl der Finanzieri angeblich wenig begangen wird, befanden sich auf dem Gipfel nicht nur Dohlen, sondern auch noch andere Klettersteiggeher. Der Abstieg, der auch  klettertechnische Anforderungen stellte, endete erstmal an der Hütte Tobia del Giagher, wo wir dann den Flüssigkeitsverlust der vergangenen Tage ausgeglichen haben. Dann Abstieg bis Alba und wie immer nach Canazei zum Schoppen, so wie die italienischen kulinarischen Genüsse zu erleben.

Samstag: Die Rückfahrt verlief reibungslos, wenn auch nicht ganz so zügig.

Diese Woche hatte eine harmonische und lustige Gemeinschaft entstehen lassen, die bei sonnigem, oft wolkenlosem Tourenwetter und grandiosen Ausblicken, mindesten drei sehr anspruchsvolle Touren im Schwierigkeitsgrad D erlebte. Die Abende endeten dann mit Rotwein, Grappa, Knabbereien und lustigen als auch ernsten Gesprächen.

Vielen Dank an Hubert den Tourenleiter und Jürgen als sehr guten Fahrer, sagen Andreas und Gerhard.

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Trackstatistik: 
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