Klettersteig- und Gletschertour im Dachsteinmassiv


Untertitel: 
12.06.2005 - 18.06.2005

Klettersteig- und Gletschertour im Dachsteinmassiv

 

Sonntag 12.06.

Unsere sechsköpfige Gruppe reiste mit dem Nachtzug an und erreichte am frühen Morgen Schladming. Ein Großraumtaxi brachte uns zum Hotel Feister in Ramsau dem Ausgangspunkt für den Aufstieg zum Guttenberghaus. Die ca. 1000 Höhenmeter mit 15kg Rucksack wurden von allen problemlos bewältigt. Am Guttenberghaus (2147 m), unserem Quartier für die nächsten drei Tage, trafen wir auf winterliche Tiefschneeverhältnisse. Nachmittags kletterten wir über den Jubiläums-Klettersteig (Schwierigkeit C, D) auf die, auch als Eselstein bezeichnete, Feisterkarspitze (2550 m). Der Abstieg erfolgte in dichtem Nebel, über den Ostgrat. Auf dem Rückweg wurde Stürzen in Firn und Verhalten auf Gletschern geübt.

Montag 13.06.

Über die Gruberschachte erreichten wir den Ramsauer-Klettersteig (Schwierigkeit B, C) mit seiner höchsten Erhebung der Scheichenspitze (2664 m). Viele Abschnitte und Sicherungen lagen unter Schnee, sodass zusätzliche Seilsicherungen zum Einsatz kamen.

Dienstag 14.06.

Durch tiefen Schnee und steile Firnfelder kämpften wir uns zum erst 2004 neu angelegten Klettersteig Irg (Schwierigkeit C, D) durch. Der Steig führte auf den Großen Koppenkarstein (2865 m) von wo wir einen tollen Blick auf den hohen Dachstein und seine Gletscherumgebung genießen konnten. Der Abstieg und die Rückkehr zum Guttenberghaus erfolgte über den gleichen Steig.

Mittwoch 15.06.

Wechsel zur Seethaler Hütte/Dachsteinwarte(2740 m). Mit vollem Gepäck ging es zur Edelgrießhöhe (2505m) und über die extrem steilen Firnfelder des Edelgrießgletschers. Der weitere Weg führte, bei meterhoch mit Schnee bedeckten Seilsicherungen, durch die Austriascharte (2736 m), über eine kurze Leiter auf den Schladminger Gletscher, vorbei an der Bergstation Hunerkogel und über den Hallstätter Gletscher bis zu unserem neuen Quartier.

Donnerstag 16.06.

Vormittags bestiegen wir bei Nebel und Regen, über den vereisten Randkluft-Klettersteig (Schwierigkeit B, C), den Hohen Dachstein (3004 m). Im Auf- und Abstieg waren wir, zusätzlich zur Eigensicherung, angeseilt. Der Abstieg durch die Hunerschachte (2602 m) zur Dachsteinsüdwandhütte (1871 m) musste wegen extremer Schneeverhältnisse abgebrochen und die Abfahrt mit der Seilbahn vorgenommen werden.

Freitag 17.06.

Über steile Firnfelder ging es zum Einstieg des Johann Klettersteigs (Schwierigkeit D, E). Der Aufstieg zur Seethaler Hütte/Dachsteinwarte wurde durch feuchte Wände und Schneereste zusätzlich erschwert. Anschließend Hüttenwechsel zur Austriahütte (1638 m).

Samstag 18.06.

Abstieg nach Ramsau und Rückreise.

 

Fazit: Durch die für die Jahreszeit extremen Schneeverhältnisse, teilweise in Verbindung mit Nebel, wurden während der gesamten Woche die vorgegebenen Gehzeiten zum Teil erheblich überschritten. Da wir im Tourengebiet nur alleine unterwegs waren, entstand ein besonders persönlicher Kontakt zu den Hüttenwirten (Günter, Wilfried und Andreas), wobei auch das leibliche Wohl nicht zu kurz kam und wir ein regionales Schmankerl (Zirbenschnaps) kennen lernten. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass diese Woche im Dachsteinmassiv etwas ganz besonderes war.

 

Unser ausdrücklicher Dank gilt dem Tourenleiter Hubert Asemann. Nur durch seine Kenntnisse, Erfahrungen und die Vermittlung von Techniken, war diese erfolgreiche Tour überhaupt möglich.

 

Gisbert Brosch, Jürgen Göke, Andreas Ittermann, Peter Weber, Karl Wehr

No Altitude
Trackstatistik: 
0.00Km