Neuer Tourenbericht: Wanderungen im Pitztal


21. bis 28. Juli 2018 - St. Leonard, Plangeross, Hotel Kirchenwirt
 

Ein wohliges Gefühl macht sich in mir breit. Sonnig warm und ruhig ist es hier auf der Almwiese des Schwarzberges, wo unsere Wandergruppe Rast hält.

Wir, das sind Annemarie, Petra, Susanne, Ria, Norbert, Klaus, Erich und Uli. Heinz Braun, unser Wanderleiter, zeigt uns diese Woche die wildromantischen Schönheiten des Pitztales, genauer gesagt, die Berggipfel und Höhen. Mein Blick ruht auf die schneebedeckten Gipfel der umliegenden Berge des Kaunergrats, Aifenspitze, Wallfahrtsjöchel, Stallkogel und Kreuzjoch.  Alle schneebedeckten Berge sind über 2.000 m. Von dort stürzen sprudelnde Wasserfälle ins Tal.

Der ca. 1000 hm Aufstieg auf 2400m Höhe hat uns gefordert. „Nur für Geübte“ stand auf dem Hinweis-Schild zur Schwarzberg Alm. Hier hinauf gibt es keine Bahn und die Schwarzberg Alm ist nur noch eine Ruine.  Der Weg ist an vielen Stellen kaum erkennbar und von Gräsern zugewachsen. Dementsprechend ist es hier menschenleer. Diese friedliche Ruhe ist nur auf so abgelegenen Orten wie diesem erfahrbar. 

In Gedanken lasse ich die letzte Wanderwoche Revue passieren.

Nicht alle Wanderungen, die Heinz sich ausgesucht hat, waren so einsam. 

Unvergesslich war auch die Almen Wanderung, die uns zu 3 bewirtschafteten sehr unterschiedlichen Bergalmen führte: die Neubergalm, Tiefentalalm und zur Arzler Alm. In jede Alm sind wir eingekehrt. Die Befürchtung, unsere Bäuche mit Cappuccino oder Buttermilch zu sehr zu strapazieren, waren umsonst. Mit einem riesigen Tablet, einer Auswahl seiner selbst gebrauten Schnäpse kam der Almwirt von der Tiefentalalm zu uns.  Marille-, Brombeerlikör und Zirbenschnaps sorgten für einen fröhlichen Weitermarsch zur Arzler Alm.

Eindrucksvoll lag der Riffelsee zwischen Brandkogel und Grubenkopf. Den kann man bequem mit der Seilbahn erreichen oder man entscheidet sich die 700 hm zu Fuß zu gehen. Von dort aus wanderten wir über den Panoramaweg, den Fuldaer Höhenweg, zum Taschachhaus.  Nicht nur der fantastische Blick ins Tal beeindruckte uns, auch der immer näher sichtbare, schmelzende Gletscher. In atemberaubender Kulisse mit Blick auf die Pitztaler Gletscherwelt genossen wir unsere Pause vor dem Abstieg. Abstieg stimmt nur teilweise, denn nach nur ca. 1 stündigen Wanderung am ehemaligen Gletscherrand vorbei, standen Mountainbikes, die Heinz für uns bestellt hatte.  Das war der Clou, die letzten 9 km radelten wir ohne Anstrengung ins Tal nach Mittelberg. 

Ein besonderes Highlight war die Wanderung auf den Brandkogel (2676m). Diese Tour stellte hohe Anforderungen an die Gipfelstürmer. 

Während sich ein Teil der Gruppe dafür entschied, sind Erich, Klaus und ich, zum Ploder See aufgestiegen. Uns erwartete ein wunderschönes Panorama mit langen, brausenden Wasserfällen und sumpfigen Wollgraswiesen. 

Es war ein Zufall, am Kiosk des Riffelsees trafen wir die anderen Wanderer unserer Gruppe. Bei erfrischendem Radler schauten wir dem Touristengaudi, einer Floßfahrt mit Musik, zu. 

Wir waren noch auf der Rüsselsheimer Hütte und beobachteten Steinböcke und Gämse. 

All diese Erlebnisse gehen mir auf dieser friedlichen, abgelegenen Almwiese durch den Kopf. Noch lausche ich das leise Summen der Insekten, genieße den Duft dieser sonnenbeschienenen Weide. 

Der Abstieg ist nicht knieschonend. Wieder balancieren wir über Steine, wenn wir die vielen kleinen Bäche queren. Brücken hat man für die wenigen Wanderer, die hierher kommen nicht gebaut. Plötzlich stehen wir vor einer tief ins Tal geschnittenen Einkerbung. Aus den vielen kleinen gurgelnden Gebirgsbächen hat sich ein rauschender Wasserfall gebildet, der sich nun zu Tal stürzt.  Eine riesige Menge Altschnee hat sich brückenähnlich über das brausende Wasser gelegt. Auch hier führt keine Brücke, sondern nur große Steine über das Wasser. Einige Höhenmeter tiefer, stehen wir vor dem beeindruckenden Bichler Wasserfall. Es ist, als wenn sich das Pitztal an unserem letzten Urlaubstag nochmal von seiner schönsten Seite zeigen will. Nachdem wir Fotos geschossen haben, folgt der letzte Abstieg hinunter nach Bichl und zurück mit dem Bus nach Plangeross. Wir wissen, dass beim Kirchenwirt wieder ein leckeres Essen auf uns wartet und schon wieder macht sich ein wohliges Gefühl in mir breit.

Ria Braun

 
No Altitude
Trackstatistik: 
0.00Km