Wanderungen zur Krefelder Hütte


Es ist leicht, mit der Bahn oder dem Auto nach Kaprun und hinauf zur Krefelder Hütte zu gelangen. Ob auch immer schön, ist eine andere Frage. Ich möchte den passionierten Bergwanderern unter unseren Mitgliedern einmal vier Anreisemöglichkeiten aufzeigen, die ich in den vergangen Jahren nahezu ausnahmslos selbst begangen habe und daher aus eigener Anschauung beurteilen kann.

Es ist aber zu beachten, dass je nach Witterung und aufgrund des Klimawechsels die Verhältnisse auf den Wegen schnellen Veränderungen unterworfen sein können. Es liegt in der eigenen Verantwortung und wird dringend empfohlen, sich vor Beginn einer Tour über die aktuellen Zustände der Wege und Steige zu informieren.

Die vorgeschlagenen Routen sind nach meiner Ansicht aber lohnende Alternativen, um unsere Hütte am Kitzsteinhorn zu erreichen. Die Zeitangaben beziehen sich auf reine Gehzeiten, sind aber nicht zu knapp bemessen. Wie heißt es doch „der Weg ist das Ziel!“

A) Vom Untersberg zur Krefelder Hütte

Mehrtägige Wanderung durch die Salzburger und Berchtesgadener Alpen

Blick von der Terrasse des Stiegl-Kellers auf die Altstadt SalzburgsNeben der sportlichen Betätigung bietet dieser Vorschlag den Vorteil, eine großartige alpine Berg- und Seenlandschaft kennen zu lernen.

Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Krefelder Hütte führte eine mehrtägige eindrucksvolle Bergwanderung eine 4-köpfige Gruppe Senioren von Salzburg nach Kaprun.Dabei wurde Wert darauf gelegt, dass es für einen gesunden und trittsicheren Teilnehmer nicht zu einer Überforderung kommen sollte.

Blick von der Terrasse des Stiegl-Kellers auf die Altstadt Salzburgs

Vereinbarter Treffpunkt war der traditionsreiche Landgasthof Schorn in St. Leonhard im Süden Salzburgs am Fuße des Untersberg. Ich hatte mit einem Freund die Gelegenheit genutzt, zwei Tage früher anzureisen und die betriebsame Stadt an der Salzach während der Festspielzeit zu erkunden. Dagegen trafen die übrigen Teilnehmer unserer Wanderung erst am späten Nachmittag eines sehr heißen Sommertages aus verschiedenen Richtungen kommend im Gasthof Schorn ein, was sie aber nicht daran hinderte, mit Appetit einem rustikalen Essen und dem frisch gezapften Bier zuzusprechen, bevor es später in die guten Betten ging.

1. Tag
Auffahrt mit Seilbahn auf den Untersberg - Geiereck, 1801m – Salzburger Hochthron, 1835m - Mittagsscharte, 1570m – Stöhrhaus, 1894m
Gehzeit: 3 ½ Std.
(Unterkunft: Stöhrhaus, Tel. 08652/7233
)

Der oft besuchte Untersberg ist der nördlichste Ausläufer der Berchtesgadener Kalkalpen. Er liegt zwischen den Städten Salzburg und Berchtesgaden und ist der Hausberg Salzburgs Etwa 70 qkm umfasst das Bergmassiv, von denen zwei Drittel in Bayern und ein Drittel in Österreich liegen. Die Grenze verläuft über den nördlichen Teil des Bergstockes.

Der Untersberg besteht zu einem großen Anteil aus Kalkstein. An der Nordseite des Berges wird der rötlich schimmernde „Untersberger Marmor“ abgebaut, der als polierter Baustein und für Steinplastiken genutzt wird, wie man zum Beispiel am Brunnen des Salzburger Residenzplatzes sehen kann. Die Verkarstung des weichen Kalksteins hat dazu geführt, dass am Untersberg etwa 400 Höhlen bekannt sind, unter ihnen die Schellenberger Eishöhle, deren Besichtigung wir uns für den ersten Tag vorgenommen haben.

Wegen des großen Höhlenanteils ranken sich zahlreiche Mythen um den Untersberg. Eine davon berichtet, dass Kaiser Karl der Große im Berg auf seine Auferstehung wartet: „Alle 100 Jahre wacht er auf und sobald er sieht, dass weiterhin Raben um den Berg fliegen, legt  er sich für ein weiteres Jahrhundertschlafen.“ - so heisst es.
Nach einer anderen Sage ruht Kaiser Barbarossa bis zur Auferstehung im Untersberg. Diese und ähnliche Varianten belegen vielleicht die Sehnsucht, die die Bevölkerung im ausgehenden Mittelalter nach einem starken Herrscher hatte.

Untersberg – Bergstation am Geiereck – natürlich fährt hier  kein AutobusIn der Nacht zuvor hat es geregnet und gestürmt. Es ist zwar trocken, als wir um 09:30 Uhr der nahen Seilbahn zustreben, doch die Berge sind verhangen und schnell ziehende Wolken künden von einem starken Wind in der Höhe.

Dennoch - wir sind frohen Mutes und schweben erwartungsvoll in einer der sonst leeren Kabinen  zum Geiereck empor.

Untersberg – Bergstation am Geiereck – natürlich fährt hier kein Autobus

Als wir die Bergstation verlassen, empfängt uns ein stürmischer Wind. Regenwolken treiben um den Untersberg, die sich wenig später zu entladen beginnen. Bereits kurz hinter dem Salzburger Hochthron überrascht uns ein erster kräftiger Hagelschauer und zwingt uns in die Regenbekleidung. Mein Poncho ist dem nahezu waagerecht auf uns einprasselnden Regen nicht gewachsen. In nur wenigen Minuten bin ich bis in die Schuhe tropfnass.
Doch wir wollen unseren Plan einhalten und steigen im steten Wechsel auf und ab über das kahle Gipfelplateau und erreichen schließlich in der Mittag-scharte, 1570m, den niedrigsten Punkt des Tages.

Blick vom Untersberg in das Berchtesgadener LandAufgrund einer zwischenzeitigen Wetteraufhellung und den Was- serständen in unseren Schuhen entscheiden wir uns, auf den Besuch der Schellenberger Eishöhlen zu verzichten und direkt das vor dem nächsten drohenden Regenguss Schutz bietende Stöhrhaus anzusteuern.

Hierzu müssen wir zunächst auf bezeichnetem Bergsteig wieder rund 300 Höhenmeter bergauf.

Blick vom Untersberg in das Berchtesgadener Land

Unterwegs beäugt uns eine neugierige Gämse, die offensichtlich sehen will, wer bei diesem Wetter hier oben herum läuft. Kurz vor dem Berchtesgadener Hochthron begegnet uns ein Rudel dieser stolzen Bergbewohner, wohl auf der Suche nach dem Windschatten. Nun ist es nicht mehr weit bis zum Stöhrhaus, das frei auf dem Bergrücken liegend, bereits sichtbar ist. Gegen 14,00 Uhr betreten wir tropfnass die Hütte und werden nur zögerlich von dem Hüttenwirt begrüßt. Er hat  leider seine Frauen ins Tal geschickt, da er angesichts des Wetters mit Gästen wohl nicht gerechnet hat, die er nun alleine bewirten muss.Warum er uns erst um 17:00 Uhr gestattet, die Lager aufzusuchen, vermag wohl nur er zu verstehen. So sehen wir uns gezwungen, uns in der Gaststube unserer tropfnassen Sachen zu entledigen, uns umzuziehen und uns mit Jagertee und ähnlichem die Zeit zu vertreiben.

Am frühen Abend klart das Wetter auf und wir erleben eine stimmungsvolle Dämmerung auf diesem Aussichtspunkt erster Güte. Nördlich unten im Tal schimmert der silbern glitzernde Chiemsee zu uns empor, im Süden grüßt der Watzmann. Der Hüttenwirt kämpft hart in der Küche, um uns ein passables Essen zu bereiten, was ihm schließlich bei großzügiger Beurteilung auch gelingt. Unsere Laune jedenfalls ist und bleibt gut, zumal sich die Lagerbetten als nicht schlecht erweisen.

2. Tag
Stöhrhaus, 1894m – Stöhrweg – Leiterl – Scheibenkaser, 1540m – Ettenberg, 832m – Almbachklamm – Unterau – Berchtesgaden, 540m
Gehzeit: 7 ½ Std. 
(Unterkunft in Berchtesgaden: Gasthof Waldluft, Tel. 08652/95850)

Querung zum ScheibenkaserRast am Scheibenkaser

 

 

 

 

 

 

 

Querung zum Scheibenkaser                                                                           Rast am Scheibenkaser

Das Frühstück hat wegen der Ungeschicklichkeit des Wirtes länger gedauert als geplant, das erweiterte Frühstück mit Rühreiern und Speck war wenig gelungen. Wir sind letztlich froh, aufbrechen zu können und gehen zunächst im Hochnebel durch Latschen über Serpentinen auf dem Stöhrweg zum „Leiterl“ hinab. Hier zweigt der Weg Nr. 466 nach links ab  und führt unter den Südabstürzen des Hochthrons zum Scheibenkaser, die sich nicht als die von uns erhoffte Alm, son- dern als ehemalige Schutzhütte für Grenzer darstellt. Die Sonne hat ihren Kampf mit dem Nebel mittlerweile klar gewonnen.

Unterhalb des Scheibenkasers tritt der Fußsteig in den Wald ein und bringt uns in steilen Kehren und Windungen hinab nach Ettenberg. Auf einem Wirtschaftsweg geht es weiter bis unterhalb der Theresienklause, die den Beginn der Almbachklamm mit ihren wildromantischen Wasserstürzen darstellt. Sie ist sicherlich eine der schönsten Klammen in den Bayerischen Alpen.

Kugelmühle

„Die Bergwasser des Untersberg haben einen mühsamen Weg zurückzulegen, um in das Bett der Berchtesgadener Ache zu gelangen. Einer der zahlreichen Zuflüsse ist der Almbach. Bevor er südlich von Marktschellenberg in die Ache mündet, hat er eine steile Geländestufe zu überwinden. Über Jahrtausende von Jahren hat sich der Almbach hier eine tiefe Schlucht gegraben. Das einzigartige Schauspiel der von Gumpe zu Gumpe herabstürzenden Wasser ist durch eine Weganlage erschlossen worden. Bereits 1894 bauten bayerische Pioniere einen 3 Kilometer langen Steig durch die Klamm. Ein Gefälle von 200 Metern ab der Theresienklause wird mit Hilfe von 320 Stufen, 1 Tunnel und mehreren Brücken über- wunden. Die Klause selbst stellt eine 14 Meter hohe Staumauer am diesem oberen Teil der Klamm dar. Sie wurde nach  der damaligen bayerischen Königin Theresia, Gattin von Ludwig I., benannt.“

Über einen schmalen Fußsteig erreichen wir den Boden der Klamm und wandern entlang des sich durch die Felsen zwängenden und gischtenden Almbaches abwärts. Die Begegnung mit Touristen auf ihrem Weg zum oberen Ende der Klamm gestaltet sich wegen der Enge des Steiges oft mühsam. Wir benötigen nahezu eine Stunde, bis wir den unteren Ausgang der Schlucht erreicht haben, an dem sich Deutschlands älteste Kugelmühle, die Schussermühle befindet. In ihr werden seit 1683 Marmorbrocken mit Hilfe der Wasserkraft zu Marmorkugeln geschliffen. Das einladende Gasthaus Kugelmühle ist uns für die Mittagspause höchst willkommen, ist es doch inzwischen sehr warm geworden.

                                                                                Kugelmühle

Es ist zu entscheiden, ob wir mit dem Bus oder zu Fuß den weiteren Weg nach Berchtesgaden bestreiten wollen. Die nächste Haltestelle liegt in der Nähe des Fußweges. Wie wir dort feststellen, haben wir den Nachmittagsbus aber bereits verpasst, damit ist uns die Entscheidung abgenommen, es ist ein Fußmarsch angesagt.

Über einen schönen und kaum ansteigenden Weg wandern wir entlang der Berchtesgadener Ache.

Almbachklamm

Almbachklamm Etwa zwei Kilometer vor der Salinenstadt stoßen wir auf die Fahrstraße und damit auf Asphalt. Ein cleverer, zufällig vorbei kommender Taxifahrer sieht uns unseren Fahrwunsch offensichtlich an, hält und lädt uns samt unseren Rucksäcken in seinen Wagen und fährt uns zum Gasthof Waldluft.

Nach Bezug der vorbestellten Zimmer und einer umfangreichen Dusche treffen wir uns im Biergarten auf der Gartenterrasse im Angesicht der Watzmannfamilie zu einem guten Abendessen.

Unten: Auf der Wanderung nach Berchtesgaden

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf der Wanderung nach Berchtesgaden

3. Tag
Besichtigung des Dokumentationszentrums auf dem Obersalzberg

Seniorengerecht habe ich nach zwei Wandertagen einen Ruhetag eingeplant, den wir zum Besuch des Obersalzberges nutzen wollen, der seit wenigen Jahren der Allgemeinheit wieder zugängig gemacht worden ist. Der Freistaat Bayern hat auf dieser Anhöhe über Berchtesgaden ein Dokumentationszentrum errichtet, das an die unheilvolle Geschichte des Nationalsozialismus allgemein, im Besonderen aber an die Geschehnisse auf dem Obersalzberg erinnern und sachgerecht informieren will.

Mit einer alten Gondelbahn schweben wir am Vormittag in einer engen Viererkabine in zwei Abschnitten hinauf auf das Sonneck. Es ist ein sonniger und eher heißer Tag. Vom Sonneck bringt uns ein schattiger, nahezu ebener und bequemer Waldweg in einer knappen Stunde hinüber zum Zentrum, wo uns ein reger Betrieb erwartet. Autobusse, aber auch Privat-Pkw haben ihre menschliche Fracht hinaufgebracht, die sich alle um die wenigen Gebäude und den Umsteigeplatz für die Busse zum Kehlsteinhaus scharen. Als Wanderer kommen wir uns wie Exoten vor.                                                

Nahezu drei Stunden halten wir uns im Dokumentationshaus auf und betrachten interessiert die multimediale Ausstellung über die Geschichte des Obersalzbergs und seine Verbindung mit der nationalsozialistischen Diktatur. Aus dem Obersalzberg war nach 1933 ein zweites Machtzentrum des Dritten Reiches geworden.

Dokumentationszentrum auf dem Obersalzberg

                                                             Dokumentationszentrum auf dem Obersalzberg

Hier planten Hitler und seine Gefolgschaft die Bergfestung. Bei der Besichtigung der riesigen Bunkeranlagen unter dem Berg gewinnen wir aber eher den Eindruck, dass dieser Anlage und ihren Bewohnern von Beginn an keine glückliche Zukunft beschieden gewesen wäre, da wir nicht erkennen können, dass und wohin bei einer Belagerung ein Weg in die Freiheit geführt hätte - aber beeindruckend war es schon. Auf dem Rückweg ist es merkwürdig still, offenbar lassen wir alle die gewonnenen Eindrücke noch einmal vor unseren Augen vorbei ziehen, bevor wir nach dem Nachmittagskaffee am Sonneck erneut die Bahn besteigen und nach unten schweben.

Den Tag wollen wir mit einem Rundgang durch das Stadtzentrum von Berchtesgaden abschließen. Die Geschichte der Bergstadt begann 1102 mit der Gründung des Augustiner - Chorherrenstifts Berchtesgaden und ist eng verbunden mit der Geschichte seiner Salzbergwerke. Das „weiße Gold“ des Mittelalters führte zu steten Spannungen zwischen Bayern und Salzburg um das Berchtesgadener Land. Der Einfluss des mächtigen Salzburger Erzbistums zieht sich durch die Geschichte von 1102 bis zur Säkularisation im Jahre 1803. Danach wechselte Berchtesgaden mehrmals die Staatszugehörigkeit – von 1802 bis 1805 gehörte es zu Salzburg, ab 1805 durch den Pressburger Frieden zum Österreich der Habsburger, 1809 wurde es dem napoleonischen Frankreich einverleibt, ehe es 1810 endgültig dem Freistaat Bayern zugesprochen wurde.

Seitdem erlebte Berchtesgaden einen vom Salz unabhängigen wirtschaftlichen Aufschwung und wurde nach und nach für den Tourismus erschlossen. Um den Königssee entstand der Nationalpark Berchtesgaden, auf dem Obersalzberg entwickelte sich bis 1933 ein beliebtes Erholungsgebiet. Bis 1937 verloren dort alle 55 Privateigentümer ihren Besitz an die Machthaber des Dritten Reiches. Der Obersalzberg wurde zu einem Sperrgebiet, wo nicht nur der legendäre Berghof Adolf Hitlers entstand, wie wir in der Ausstellung gesehen hatten. 1945 war der Obersalzberg natürlich Ziel der Bombenangriffe und wurde weitgehend zerstört. Nach Kriegsende beschlagnahmten die Amerikaner die Anlagen und gaben sie erst vor wenigen Jahren wieder frei. Nach längeren Überlegungen entschied sich Bayern dafür, dem Obersalzberg mit der Errichtung eines Interconti-Hotels wieder eine beginnende Bedeutung als Erholungsgebiet zu geben.

Das Berchtesgadener Land ist ohne Zweifel begünstigt durch seine landschaftlichen Schönheiten. Das wusste schon Alexander von Humboldt, nachdem er den Unterberg erstiegen und auch das Steinerne Meer durchwandert hatte. Er schrieb: „Die Gegenden von Salzburg und Berchtesgaden, von Neapel und Konstantinopel halte ich für die schönsten der Erde“, während Ludwig Ganghofer äußerte: „Herr, wen Du lieb hast, den lässest Du fallen in dieses Land.“

4. Tag
(Berchtesgaden – mit Bus  nach) Hinterbrand, 1147m -  Mittelstation Jennerbahn, 1185m  – Königsbachalm  – Gotzentalalm –  Gotzenalm, 1685m
Gehzeit 3 ½ Std.
(Unterkunft: Gotzenalm, Tel. Nr. 08652/690900 )

Die Wetterverhältnisse haben sich verschlechtert – es ist schwül und für den frühen Nachmittag sind Gewitter angesagt.

Blick in das Berchtesgadener Tal

So weichen wir von unserem Plan ab, bereits vom Sonneck aus die Wanderung aufzunehmen und nutzen das Angebot, mit dem Bus bis nach Hinter- brand zu fahren. Dies erspart uns eine Gehzeit von etwa 1 ½ bis 2 Std. und wir hoffen, so rechtzeitig vor dem erwarteten Regen auf der Gotzenalm zu sein.

In Hinterbrand schultern wir unsere Rucksäcke und wandern bei schwülem Wetter über Wald- und Forstwege hinüber zur Mittelstation der Bahn auf den Jenner. Hin und wieder öffnen sich uns schöne Aus- blicke in das Berchtesgadener Tal.

Blick in das Berchtesgadener Tal

Auch der Weiterweg zur Königsbachalm verläuft auf angenehmen Wegen ohne wesentliche Steigungen und wird zügig von uns bewältigt. Erste Wolken deuten bereits die angekündigte Wetterverschlechterung an, so dass wir ohne Rast an dieser schön gelegenen und einladenden Alm vorbei gehen. Der Weg wird nun schlechter und bringt uns steil durch Fichten- und Kiefernbestände hinunter zu den Gotzentalalmen. Eine dort von mir vermutete bewirtschaftete Alm finden wir nicht vor. Die eigentlich geplante Mittagsrast fällt daher aus und wir machen uns sofort an den 600 Meter hohen, sich lang hinziehenden Anstieg über die unangenehm zu gehende Forststraße zur Gotzenalm. Eine zunehmende Schwüle bereitet uns angesichts der schweren Rucksäcke durchaus Mühe. Wir sind froh, als wir nach 3 ½ -stündiger Marschzeit die Gotzenalmen auf 1700 m Höhe vor uns liegen sehen. Eine von ihnen, der „Springlkaser“, ist zu einem privat geführten Gastbetrieb ausgebaut worden.

Wenn man einmal vom eigenen Schweiß absieht, haben wir trocken unser Tagesziel erreicht. Mit uns und der Welt zufrieden lassen wir uns auf der Terrasse nieder, wechseln unsere Wäsche, da uns auch hier erst um 17,00 Uhr die vorbestellten Zimmerlager zugeteilt werden und hängen unsere  schweißnassen Hemden zum Trocknen in die stechende Sonne. Bei Kaffee, Kuchen und anschließendem Bier genießen wir die schöne Berchtesgadener Bergwelt, zumal wegen des unsicheren Wetters nur wenige Mountain-Biker den Weg hierhin gefunden haben und der sonst übliche Wochenendrummel an diesem schönen Platz ausbleibt. Die uns später zugeteilten Betten im neu errichteten Nebenbau sind gut, die sanitären Einrichtungen wie erwartet einfach und sparsam, aber wegen der nur zum Teil besetzten Unterkunft durchaus ausreichend, so dass wir unserem weiteren Aufenthalt durchaus zuversichtlich entgegensehen.

Blick vom Feuerpalven auf den Königssee

Blick vom Feuerpalven auf den Königssee

Unten: Beim Springlkaser

Beim Springlkaser
 

 

 

 

Nach dem Abendessen steigen wir in einer Viertelstunde empor zum Feuerpalfen, 1741m und seiner kurz unterhalb des Gipfels liegenden Aussichtsterrasse hinab. Wir befinden uns etwa 1200 Meter direkt über dem Spiegel des Königssees und können auf St. Bartholomä hinab- und in die Watzmann-Ostwand hineinsehen. Im Norden reicht der Blick weit in das bayerische Oberland. Am Abend herrscht eine wohltuende Ruhe an diesem herrlichen Aussichtsplatz und nur nach einer längeren Verweildauer wandern wir gemächlich zur Gotzenalm zurück.

5. Tag
Gotzenalm, 1685m  - Wildtörl, 1290m - Wasseralm, 1423m  – Halsköpfl - Kärlingerhaus, 1630m
Gehzeit: 7 ½ Std.
Unterkunft: Kärlingerhaus, Tel. 08652/2995
)

Querung zur Lafeldwand

Nach dem Frühstück machen wir uns gegen 08,00 Uhr auf den Weg und gehen zunächst in südlicher Richtung ohne großen Höhenverlust auf einem felsigen Weg durch lichten Bergwald ohne großen Höhenverlust zur Regenalm.

Dort biegt der Weg zur Wasseralm östlich ab. Wir queren auf einem luftigen, aber nicht schwierigen Steig die Hänge der Lafeldwand, bis wir leicht absteigend den Landtalgraben erreicht haben.

Querung zur Lafeldwand

Der Weg wendet sich wieder nach Süden und führt weiter durch den Bergwald im Landtal hinab am Fuß des Kahlersbergs vorbei. An der Abzweigung des Weges zum Obersee im Landtalanger haben wir mit 1215 Höhenmetern den tiefsten Punkt des Tages erreicht. Nach einer kurzen Trinkpause geht es weiter in südlicher Richtung direkt hoch oberhalb der Fischunkelalm durch Wald empor zum Wildtörl, 1290m. Der zu Beginn gute Weg ist längst einem von Felsen und Steinen durchsetzten Steig gewichen. Auf diesem und dem folgenden Wegabschnitt zur Wasseralm genießen wir herrliche Ausblicke auf Obersee, Königssee und Watzmann.

Eine weite Kehre bringt uns über unangenehme Steinstufen zur herrlich gelegenen Wasseralm in der Röt, an der wir uns zur verdienten Mittagsrast gerne niederlassen. In den Sommermonaten ist die rustikale Selbstversorgerhütte der DAV-Sektion Berchtesgaden bewartet und so verzehren wir ein Paar Wiener Würstl. Früher wurde an diesem abgelegenen Ort unerlaubt Schnaps gebrannt. Heute spendet ein Brunnen sauberes und frisches Wasser, so dass wir gerne die Möglichkeit nutzen, unsere Trinkflaschen aufzufüllen, denn es ist erneut sehr schwül geworden.Auf dem Weg zur Wasseralm

Auf dem Weg zur Wasseralm

Horst bemerkt eher zufällig, dass er den Zimmerschlüssel von der Gotzenalm mitgenommen hat. Wir bitten die Wasseralmwirtin, ihn einem Wanderer wieder mitzugeben, der den Weg in umgekehrter Richtung begeht. Gegen 12 Uhr verlassen wir die Alm und beginnen den Aufstieg durch Bergwald zum Halsköpfl.

Ein zügiges Ausschreiten ist wegen der Beschaffenheit des Steiges nicht möglich. Der Weg ist von Wurzeln und Steinen übersät. Unterhalb des Abbruchs der Moosscheibe gelangen wir auf das Köpfl, das einen guten Überblick über Obersee und Königssee vermittelt.

Der Steig bringt uns hinunter zum Schwarzsee, wo uns das sich seit der Wasseralm ankündende Gewitter erreicht. Es donnert und blitzt und es gießt in Strömen. Schnell bin ich erneut bis auf die Socken nass, da sich mein Poncho als Regenschutz bei dem steilen Aufstieg über Felsstufen als nicht geeignet erweist. Ich bereue, aus Gewichtsgründen nicht die Regenhose mitgenommen zu haben. Unter Beachtung der notwendigen Vorsicht beeilen wir uns, weiter zu kommen und erreichen bald nach Überwindung eines weiteren Felsriegels den stillen Grünsee. Die ersten Sonnenstrahlen er- muntern uns zu einer kurzen Rast. Anschließend müssen wir erneut nunmehr auf Weg Nr. 422 über zwei weitere rutschige und felsige Steilstufen den  Berghang hinauf, um „dampfend“ den Sattel Zirmau zu erreichen, der den Zugang zum Kärlingerhaus vermittelt, zu dem der nun gute Weg leicht abfallend führt.

Das Haus ist im Jahre 1879 errichtet worden und die erste AV-Hütte in den Berchtesgadener Alpen. Die Hütte liegt etwa 100 Meter vom romantischen Funtensee entfernt und hat seine Bekanntheit als „deutscher Kältepol“ erhalten. Die Hütte ist voll belegt, wird aber routiniert geführt. Schnell können wir in unser vorbestelltes Zimmer. Unsere erste Sorge gilt dem Trocknen der nassen Kleider, was wegen der Enge der gebotenen Möglichkeiten jedoch bis zum nächsten Morgen nicht gelingen soll.Kärlinger Haus am Funtensee

Kärlinger Haus am Funtensee

Wir verleben einen netten Abend in der Hütte, der gleichzeitig den Abschiedsabend von Helmut darstellt. Er will am folgenden Tag über die Saugasse nach St. Bartholomä absteigen.

6. Tag
Kärlingerhaus, 1630m – Riemann-Haus, 2177m – Maria Alm 802m
Gehzeit:  7 Std.
Unterkunft: Gasthof Niederreiter in Maria Alm, Tel. 0043/(0)6584/7754)

Um einen Teilnehmer reduziert machen wir uns nach dem Abschied von Helmut unverdrossen auf den Weiterweg, der uns durch das Steinerne Meer führen soll, das einen mit 160 qkm weit ausgedehnten, sehr karstigen Gebirgsstock bildet. Gegen Süden fällt das Gebirge steil in das Saalfeldener Becken ab, während es im Norden vom Königssee begrenzt wird. Das steinerne Meer ist durch DAV-Stützpunkte gut erschlossen. Unser Anstieg auf das Hochplateau vollzieht sich zunächst durch Alm- und Baumgelände. Wir wählen den Weg durch das Baumgärtl. Bald – etwa auf 1800 Meter Höhe – ändert sich das Landschaftsbild – immer stärker macht das grüne Gras dem stark zerklüfteten kreidigen Kalkstein Platz. Spätestens auf der Baumgärtlhöhe, 1987m erkennen wir an den welligen grauen Felsformationen den Wahrheitsgehalt des Namens „steinernes Meer“. Vegetation findet hier in den Hochlagen, die wir nach knapp zwei Stunden erreicht haben, nicht mehr statt. Die grauen Weiten erinnern in der Tat an ein zu Stein gewordenes ehemaliges Meer.

Wir gehen seit geraumer Zeit in streng südlicher Richtung. Die Gegend wird immer einsamer, bis plötzlich das Riemannhaus vor uns auftaucht, das wie ein Adlerhorst auf der Ramseider Scharte knapp unterhalb des Sommersteins thront. Wir kehren gerne zu einer Rast ein, bestellen jedoch das vorgesehene Nachtquartier wegen der Wetterentwicklung ab, da noch genügend Zeit für den Abstieg ins Tal verbleibt. Für den späten Nachmittag ist ein Wettersturz vorhergesagt, der in dieser Höhe auch zu Schneefall führen soll.

Wahrlich Steinernes Meer

Nach einer ausführlichen Mittagspause machen wir uns folglich an den sehr steilen Abstieg durch den Lahngraben nach Maria Alm, der über eine imposante Felsstufe seilgesichert steil nach unten führt. Wir bedauern die Wanderer, die uns auf diesem Steig begegnen - nicht nur wegen der Entwicklung des Wetters.

Wahrlich Steinernes Meer

Auch angesichts unseres Gepäcks sind wir froh, zu den wenigen Absteigenden zu gehören.Gut 800 Meter steigen wir vorsichtig hinunter, bis wir ein Hochtal, die Stablerau, erreichen.Von Maria Alm führt eine unangenehme Schotterstraße hier hinauf. Sie wird uns nun hinaus über den Grießbachwinkl nach Maria Alm bringen.

Hier wollen wir übernachten und quartieren uns im Gasthof Niederreiter ein, gerade noch rechtzeitig, bevor der erwartete Regenguss die Gartenterrassen leer räumt. Wir genießen gleichwohl den Rest des Tages bei Kaffee und selbst gebackenem Kuchen und später einem guten Abendessen.

7. Tag
Sonnhof –
mit Bahn zurAbergalm, 1444m  - Langegg, 1897m – Hundstein/  Statzer Haus, 2117m - Schafkopf – Enzianhütte – mit Lift nachThumersbach, 750m – mit Schiff und Bus über Zell am See nach Kaprun
Reine Gehzeit: 5 Stunden
(Unterkunft: Katharinenhof, Kaprun, Tel. 0043/(0)6547/8866)

Die gesamte Nacht über hat es geregnet und auch am Morgen sind die Berge von dunklen Wolken verhangen. Der Wetterbericht verspricht jedoch für den Verlauf des Tages Besserung. So bleiben wir bei unserer Absicht, dem Hundstein einen Besuch abzustatten. Von Maria Alm sind wir schnell am Sonnhof angelangt, wo sich die Talstation der Bahn zur Abergalm befindet. Von hier wandern wir auf bezeichnetem Wanderweg hinauf zum Langeck, 1900m und weiter auf einem Schotter weg hinüber zum Hundstein.

Auf dessen Gipfel, 2117m hoch liegt das Statzer Haus. Von hier können wir eine phantastische Aussicht auf den Hauptalpenkamm mit den Glocknerbergen genießen. Nach der verdienten Rast steigen wir auf dem Weg 402a in die Ebner- scharte hinab und über den breiten Gratrücken weiter hinunter über Schafkopf, Stiegeralm zur Enzianhütte. Hier besteht die Möglichkeit, mit dem Lift weiter abwärts nach Thumersbach zu gelangen und somit einen Abstieg über weitere 500 Höhenmeter zu ersparen.

In Thumersbach gehen wir zur Anlegestelle des Motorbootes nach Zell am See und fahren hinüber in den lebhaften Ort am anderen Seeufer. Dort stürzen wir uns während der Wartezeit auf den Bus nach Kaprun kurz in das Touristenge- tümmel der kleinen Stadt, sind aber froh, ihm schnell wieder entkommen zu können. In Kaprun gelingt es uns, im Katharinenhof Quartier zu finden, wo auch unsere Radfahrer untergebracht sind.

8. Tag
Kaprun – Mooserboden – Kaprun

Das Wetter ist nun besser geworden – das wollen wir nutzen, um uns näher mit den Kraftwerksbauten oberhalb von Kaprun zu beschäftigen. Nach dem Frühstück steigen wir in den Bus, der uns zum Kesselfallhaus bringt. Dort heißt es umsteigen - da die Verkehrsbetriebe der Tauernkraftwerke nun die Regie übernehmen.

Mit Bussen gelangen wir über die größtenteils in einem Tunnel verlaufende Lärchwand-Straße zum Startpunkt des bekannten Lärchwandschrägaufzuges. Er ist Europas größter offener Schrägaufzug und überwindet in kurzer Zeit auf einer Länge von 820m beachtliche 431 Höhenmeter. Danach heißt es wieder den Bus zu besteigen, mit dem wir zum Speichersee Mooserboden auf über 2000 Meter Höhe gelangen. Das Wasser, das hier und in dem unterhalb liegenden Wasserfallboden gespeichert wird, ist die Basis für die Erzeugung von 333.000 Kilowatt Stromenergie in zwei Kraftwerken. Das Wasser ist zum größten Teil Schmelzwasser vom Pasterzengletscher am Großglockner, welches durch einen zwölf Kilometer langen Stollen aus der Margeritze am Großglockner hierher geführt wird.                           

Im  Mai 1938 erfolgte mit viel Propaganda der „erste Spatenstich“ für das Tauernkraftwerk an einer Stelle in Kaprun, die mit dem späteren Standort des Werkes nichts zu tun hatte, da das kühne Projekt noch nicht klar umrissen war. Noch in den Kriegsjahren wurde unter Einsatz von Kriegsgefangenen und zur Arbeit Verpflichteter mit dem Bau begonnen. Die oft unfreiwillige Schwerstarbeit bei unzureichender Versorgung, Unwetter, Lawinen und die Begleitumstände des Lagerlebens prägten einen Mythos um die Männer und Frauen von Kaprun.

Speicher Mooserboden     Speicher Mooserboden

1944 wurden der erste Maschinensatz im Kraftwerk Kaprun und ein Hilfsspeicher am Wasserfallboden in Betrieb ge- nommen. Ab 1947 wurde mit Hilfe von Marshall-Plan Geldern weiter gebaut. 1951 konnte die Limbergsperre fertig gestellt, 1952 das Hauptkraftwerk Kaprun seinen Vollbetrieb aufnehmen. 1950 startete der Bau des Kraftwerkes Kaprun – Oberstufe. Weitere drei Jahre später - also 1955 - wurden die Mooser- und Drossensperre des Speichers Mooserboden, die beiden Sperren des Speichers Margeritze an der Glocknerstraße, der 12km lange Überleitungsstollen von dort in den Mooserboden und das Oberstufenkraftwerk fertig gestellt. Über die Staumauern des Speichers Mooserboden wandern wir, um die Ausstellung“ Erlebniswelt Strom & Eis“ im Besucherzentrum zu besichtigen. Mit ihr werden dem Besucher die Zusammenhänge von Natur und Technik in dieser sensiblen Hochgebirgsregion nahe gebracht.

Die Teilausstellung „Tauernstrom“ informiert über die Geschichte des Kraftwerkes von den ersten Ideen Ende der zwanziger Jahre des vorherigen Jahrhunderts bis zur Fertigstellung. Die Ausstellung „Gletschereis“ führt den Betrachter in die Welt des Alpengletschers. Wir stehen praktisch in einem Diarahmen oberhalb des Moserbodens im Gletscher und blicken auf den Stausee. Ökologische und klimatische Einflüsse werden aufgezeigt, die für das Leben und Sterben der Gletscher mitbestimmend sind. Beeindruckt verlassen wir nach einer guten Stunde das Zentrum und gehen hinauf auf die Höhenburg, die als Kanzel zwischen Mooser- und Drossensperre thront und blicken von den Gletschern hinaus ins weite Tal.

Aber immer noch nicht ist das Werk vollendet. In Bau befindet sich eine in den Fels gehauene riesige Kaverne, die ein weiteres Kraftwerk aufnehmen wird. Mit diesem Werk, dessen Inbetriebnahme im Herbst 2011 zu rechnen ist, soll sich die Produktionskapazität des Werkes Kaprun nahezu verdoppeln. Wahrscheinlich beziehen auch wir Krefelder dann unseren Strom zum Teil aus Kaprun.

Am frühen Nachmittag spazieren wir zur urigen Ebmattenalm zur „Brettljause“, bevor uns der Bus wieder hinunter nach Kaprun bringt.

9. Tag
Kaprun – Maiskogel, 1561m – Alexander-Enzinger-Weg – Krefelder Hütte, 2296m
Höhenunterschiede: bergauf etwa 750m, Gehzeit: 3 Std.
(Unterkunft: Krefelder Hütte, Tel. 0043/(0)6547/7780)

Ein warmer herrlicher Tag ist angebrochen. Ihn wollen wir für unseren Hüttenaufstieg über den Alexander Enzinger Weg nutzen. Mit der Seilbahn schweben wir zum Maiskogel empor. Die Stürme der jüngeren Vergangenheit haben zu gravierenden Reduzierungen des Bergwaldes geführt.  Ganze Flächen sind inzwischen frei geräumt. Offensichtlich wird dieser Zustand genutzt, um eine zusätzliche Straße von Kaprun auf den Maiskogel zu führen – ob sie einmal weiter voran getrie- ben wird zum Gebiet der Gletscherbahnen am Schmiedinger Kees?

Enzinger Weg

Schnell haben wir die Jausenstation Glocknerblick erreicht, die inzwischen vom Sohn unseres ehemaligen Hüttenwirtes Erich Eder geführt wird. Sohn Stefan ist aber nicht anwesend, so dass wir ohne Zwischenstopp weiter auf- wärts zur Dreiwallnerhöhe gehen.

Hier haben wir eine Höhe von 1861 Meter erreicht. Der Blick zurück auf das Zeller Becken ist imponierend, der Ausblick zu Tenn und Wiesbachhorn erhöht die Vorfreude auf unsere Hütte.

Enzinger Weg

Bei wolkenlosem Himmel sind viele Wanderer in beiden Richtungen unterwegs. Wir erreichen die Schoppachhöhe, 2069m und gelangen über den gesicherten Grat zur Stangerhöhe, 2203m. Damit sind die wesentlichen Höhenanstiege überwunden. Mit nur noch geringen Steigungen führt der Enzinger Weg durch das Kar unterhalb von Tristkogel und Lakar- schneid. Schon seit längerem sehen wir die Krefelder Hütte vor uns liegen. Eine Baustelle der Gletscherbahnen versperrt jedoch den direkten Zugang. AnStelle des altenKrefelder Hüttenliftes wird auch hier ein moderner leistungsfähiger Sessellift gebaut. Weglos umgehen wir die Baustelle und stehen bald vor unserer mit der Krefelder Stadtfahne ge- schmückten Hütte, wo wir vom Hüttenwirt freundlich begrüßt werden.

10. Tag
Krefelder Hütte, 2296m - Kitzsteinhorn, 3203m - Krefelder Hütte, 2296m
Höhenunterschiede: bergauf und bergab jeweils 200 Meter
Gehzeit: 1 ½  Std.

Barometer und Wettervorhersage im Rundfunk verkünden nichts Gutes, es soll wieder ein Unwetter über die Alpen hereinbrechen – aber noch ist es schön. Wir beschließen, mit der Seilbahn an den Gipfelaufbau des Kitzsteinhorns zu fahren und von dort die restlichen 200 Höhenmeter zum Gipfel auf dem gesicherten Steig zu überwinden. Gesagt – getan. Über die Aussichtsterrasse erreichen wir den Nordwest-Grat unseres Hausberges und steigen ohne Gepäck leicht entlang der Seilsicherungen empor. Nach einer knappen ¾ Std. ist der Gipfel erreicht. Die Rundsicht von hier ist bei diesem noch klaren Wetter überwältigend. Der Blick rundum erreicht natürlich die Berge des Glocknermassivs mit dem Großglockner bis hin zum Großvenediger. Im Norden sieht man weit in die Täler und die nördlichen Kalkalpen hinein.

Gipfelschau vom Kitzsteinhorn

Gipfelschau vom Kitzsteinhorn

Wir können unseren Abstiegsweg vom Steinernen Meer erkennen. Weiter östlich grüßt der Dachstein. Bei schöneren Sichtverhältnissen bin ich noch nicht auf unserem Hausberg gewesen.              

Nach einer angemessenen Gipfelrast, bei der wir den Erklärungen eines Bergführers lauschen, der seinen Touristen die Namen der Täler und Berge aufzählt, machen wir uns wieder an den Abstieg. Ein Amerikaner, der mit nur leichtem Schuhwerk aufgestiegen ist, bittet mich, ihn wieder mit hinunter zu nehmen, da er sich unsicher fühlt. Ich entspreche seinem Wunsch - heil gelangen wir zur Bergstation der Seilbahn, bedienen uns dort am Buffet und genießen noch die Aussicht aus dem Panoramarestaurant, bevor wir wieder zur Mittelstation gondeln.

Der verbleibende Fußweg zur Hütte ist schnell bewältigt – Gott sei Dank, denn zwischenzeitlich haben sich aus dem Norden kommend drohende schwarze Gewitter-wolken aufgetürmt, die sich bald entladen sollen, während wir bereits in der sicheren Hütte sitzen.

11. Tag
Krefelder Hütte, 2296m – Kammerscharte, 2636m – Ebmatten-Alm, 1923m -
mit Bus nach Kaprun,
Gehzeit 4 Stunden

Der uns vom Vortag bekannte etwa 20 -30 minütige Aufstieg zum Alpincenter bleibt uns auch heute nicht erspart. Oberhalb des Centers schlagen wir den AV-Steig Nr. 716 ein, der in südöstlicher Richtung zur Kammerscharte hinauf führt. Wir folgen den roten Markierungszeichen im Geröll im leichten Auf und Ab unterhalb des stark geschmolzenen Schmiedingerkeeses; dabei  müssen wir mehrere Wasserläufe von Stein zu Stein balancierend überqueren. Die Zeichen führen uns an einem kleinen Gletschersee vorbei. Kurz darauf beginnt der steile Anstieg zur Kammerscharte. In kurzen Kehren geht es bergauf. Auf halber Höhe müssen wir darauf achten, dass wir den frischeren Zeichen nach links folgen, das bedeutet zur nördlichen Scharte, da sie die steinschlaggefährdete Zone vermeiden, durch die der frühere Weg zur südlichen Kammerscharte führte.

Auf der Scharte bietet sich ein prachtvoller Blick auf den Mooserboden und die ihn umkränzenden schneebedeckten Dreitausender vom Wiesbachhorn bis hin zum Glockner. Dieser Blick wird uns – jedoch enger werdend – bis unten begleiten. Die Kammer bietet sich für eine Rast geradezu an, mit einiger Sicherheit ist man hier oben allein.

Rast in der Kammerscharte

Rast in der Kammerscharte

Bei gutem Wetter können wir uns Zeit lassen, denn der Abstieg liegt bald unübersehbar vor uns. Markierungszeichen bringen uns schnell zum Punkt 2585, von wo aus sich der AV-Steig steil abfallend ins Tal schlängelt.

Den Mooserboden vor Augen queren wir die Ostflanke des Kitzsteinhorns. Kleinere Fels- passagen, teilweise seilge- sichert, erfordern besondere Vorsicht. Der oft nur fußbreite Steig verlangt Trittsicherheit. Durch die Hintere Bärrinne gelangen wir in den Bereich des Hochschobers und von hier immer südlich halten in die Ebmatten. Je nach den Verhältnissen müssen bis dahin einige Bachläufe oder besonders im Frühsommer auch noch die Reste von Lawinenkegeln überschritten werden. Bald stehen wir vor der urigen Jausen- station, die sich für einen zünftigen Abschluss unserer Wanderung anbietet. Mit einem der Nachmittagsbusse fahren wir dann hinunter nach Kaprun.

 

B) Pinzgauer Spaziergang zur Krefelder Hütte
Von Fieberbrunn nach Kaprun

Um einen Spaziergang handelt es sich natürlich nicht bei unserer Wanderung in den östlichen Kitzbüheler Alpen. Es erwartet uns vielmehr eine lohnende aussichtsreiche, bergsteigerisch sicherlich leichte  Bergwanderung in einer meist sanften Berglandschaft, die von jedem ausdauernden Bergwanderer bewältigt werden kann. 

1. Tag
Kitzbühel - Fieberbrunn - Auffahrt mit der Bergbahn zu den Streuböden, 1221m - Lärchfilzbodenalm, 1364m - Wildseeloderhaus, 1854m.
reine Gehzeit: 1 Stunde
Unterkunft: Wildseeloderhaus, Tel. 0664/325 4583

Gut erreichbarer Treffpunkt ist sinnvollerweise Kitzbühel, das  wegen seines Kupfer- und Silberbergbaus bereits im 17. Jahrhundert eine wohlhabende Stadt war. Heute lebt der Ort überwiegend vom Wintersport. Man sollte jedoch einen Gang durch den mittelalterlichen Ortskern nicht versäumen. Er liegt auf einem lang gestreckten Hügel, ist vom Durchgangsverkehr verschont und zeigt schöne Bauten im Inntaler Stil. Sehenswert ist die etwas außerhalb der Altstadt liegende Pfarrkirche St. Andreas, die in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts gebaut worden ist.

Am Nachmittag fahren wir mit dem Bus nach Fieberbrunn und anschliessend mit der Lärchfilzkogelbahnseilbahn bis zur Mittelstation Streuböden. Zunächst entlang der Seilbahn; später auf dem Jägersteig wandern wir zum Alpengasthof der Lärchfilzhochalm. Ab dort steigt der Weg steiler an über Matten zum schön gelegenen Wildseeloderhaus. Nach Norden haben wir einen freien Blick zu den Leoganger und Loferer Steinbergen. Südlich der Hütte befindet sich in einer nahen Karmulde der malerisch gelegene Wildsee. Hier lässt sich bei gutem Wetter der Rest des Tages angenehm verbringen.

2. Tag
Wildseeloderhaus, 1854m – Hochwildalmhütte, 1557m – Bochumer Hütte, 1430m
Gehzeit: 6 Std
Unterkunft: Bochumer Hütte, Tel. 0664/415 0575

Heute wandern wir auf dem Fieberbrunner Höhenweg. Er führt am Wildsee vorbei auf den Jufennieder, 1890m. Weiter geht es südwärts durch die Westflanke des Madsteins in eine Einsattelung vor dem Bischof, einem wenig ausgeprägten Gipfel. Ein wenig absteigend durcvhqueren wir eine Mulde und steigen dann leicht an auf das Bischofsjoch, 1908m. Über weite Hänge gelangen wir pünktlich um die Mittagszeit zur Hochwildalmhütte.

Nach der verdienten Rast verbleibt genügend Zeit für den Übergang zur Bochumer Hütte. Wir steigen kurz zu einem Bachgraben hinab und wandern in südlicher Richtung wieder bergan zur Sonnenfelder Alm. Hier folgen wir der Abzweigung zur Staffalm, 1589m. In einer weit ausladenden Schleife müssen wir den Kessel des Saalkogels ausgehen, bevor wir über einen Steilhang links zur Kammhöhe aufsteigen können. Auf der anderen Seite erreichen wir absteigend einen Almweg, dem man in nördlicher Richtung zur Bochumer Hütte folgt. Die Hütte ist ein traditionsreicher Bau aus der Zeit des Kupferbergbaus.

3. Tag
Bochumer Hütte, 1430m – Torsee – Hochtor, 1999m - Bürglhütte, 1699m
Gehzeit: 5 Stunden
Unterkunft: Bürglhütte, Tel. 0676/943 9141

Zunächst müssen wir auf Weg Nr. 712 ein gutes Stück auf der Route des Vortages zurück, biegen dann aber nicht links ab auf den Kamm sondern bleiben geradeaus und kommen zur Oberkaseralm., wo sich ein schmaler Steig hinauf in einen markanten engen Übergang, 1931m  zwischen Gamshag und Tristkogel anschließt. Über den Torsee erreichen wir das Hochtor, 1999m, welches ein großes Wegekreuz bildet. Wir wandern in Richtung der direkt unter dem Gaißstein liegenden Schusterscharte, die wir über breite Matten erreichen. Über den Leitenkogel und die Murnauer Scharte stoßen wir schließlich auf die Wegtrasse des Pinzgauer Spaziergangs, die den nun nahen Zugang zur Bürglhütte vermittelt.

4. Tag
Bürglhütte, 1699m – Pinzgauer Spaziergang - Pinzgauer Hütte, 1700m
Gehzeit: 8 Std
Unterkunft: Pinzgauer Hütte, Tel. 06549/7861

Diese Etappe ist die längste unserer Wanderung, zeichnet sich aber durch eine freie Aussicht auf den Alpenhauptkamm zwischen Großvenediger und Großglockner aus. Als Spaziergang bezeichnet man den Höhenweg sicherlich wegen des harmlosen Charakters, auf dem uns keine Schwierigkeiten begegnen, sofern man von ungünstigen Wetterverhältnissen einmal absieht. Aber man sollte sich diese Etappe eigentlich nur bei gutem Wetter und freier Sicht vornehmen, sonst lohnt sich der weite Weg nicht. Bei schönem Wetter erlebt man den Pinzgauer Weg als Sonnenterrasse pur, der Weg verbleibt immer in der Südflanke der Berge, was die Mitnahme eines ausreichenden Wasservorrates erfordert.

Zunächst gehen wir zur uns vom Vortag bekannten Murnauer Scharte. Mit nur geringen Höhenunterschieden wandern wir um die Südrippe des Manlitzkogels herum, nähern uns dem Kamm und kommen zum Sommertor, 1939m. Über eine kleine Terrasse mit See steigen wir bergan bis zu einer Hochspannungsleitung im Bereich des Bärensteigkopfes. Die gewonnene Höhe verlieren wir wieder in der folgenden Karbucht. Wir passieren den Hochkogel und erreichen eine Unterstandshütte unter dem Klinglertörl. Der Pinzgauer Weg setzt sich durch die Hänge des Hochsonnberges fort bis zur Klammscharte. Nach einem weiteren Geländerücken kommen wir zum Rohrertörl, erreichen noch einmal die Kammhöhe und gelangen zu einer Weggabelung, die einerseits den Zugang zur Schmittenhöhe und andererseits zur neu aufgebauten Pinzgauer Hütte vermittelt.

5. Tag                                                                                                                                                                                                        Pinzgauer Hütte, 1700m – Breiteck-Alm, 1767m – Glocknerhaus – Zell am See, 750m - mit Bus nach Kaprun          Gehzeit: 3 Stunden                                                                                                                                                                                Unterkunft: Gasthof oder Pension in Kaprun  

Von der Hütte wandern wir Richtung Schmittenhöhe bis zum Kettingtörl und steigen von dort auf dem Weg Nr. 702A über die Breiteckalm ab zum Glocknerhaus, 1583m und weiter nach Zell am See. Nach der verdienten Rast am See fahren wir mit dem Bus nach Kaprun, wo wir den Rest des Tages verbringen.

6. Tag                                                                                                                                                                                                            Kaprun – Auffahrt zum Maiskogel, 1540m – Enzinger Weg – Krefelder Hütte, 2296m                                                                 Gehzeit 4 Stunden                                                                                                                                                                                Unterkunft: Krefelder Hütte, Tel. 06547/7780

Gut 700 Meter Aufstieg durch Wald können wir uns ersparen, wenn wir uns der Unterstützung der Maiskogelbahn bedienen. Von der Bergstation erreichen wir nach einem etwa halbstündigen An-stieg bereits das Berggasthaus Glocknerblick, welches von der Familie Eder bewirtschaftet wird, die einst über viele Jahre die Krefelder Hütte in ihrer Obhut hatten. Der Name des Gasthauses ist weit hergeholt, denn den Glockner kann man in Natur von der Terrasse des Hauses nicht sehen – Erich Eder hat sich aber zu helfen gewusst und eine Ansicht des Glockners vor der Sonnen-terrasse angebracht. Ja dort müsste der Glockner sein – wenn nicht die dazwischen liegenden Bergkämme die Sicht stehlen würden.

Einen wunderschönen Weg mit ständiger Aussicht auf die schneebedeckten Berge oberhalb der Hohen Tauern hat unser früherer Hüttenwirt Alexander Enzinger geschaffen, der vom Glocknerblick hinüber führt über den Bergkamm zur Krefelder Hütte. Über die Dreiwallnerhöhe, Schoppachhöhe und schließlich die Stangerhöhe nähern wir uns dem Kar, welches den Zugang zu unserer Hütte vermittelt, die wir nach einer reinen Gehzeit von etwa 3 Stunden ab Glocknerblick erreichen.

7. Tag
Krefelder Hütte, 2296m  – Kitzsteinhorn, 2303m  – Krefelder Hütte, 2296m
Reine Gehzeit: 1 ½ Stunden

Einen leicht erreichbaren Dreitausender wollen wir nun doch mitnehmen. Wir nutzen das schöne Wetter und steigen von der Hütte hoch zur Mittelstation der Gletscherbahnen, mit denen wir zur Bergstation fahren wollen. Der Schnee ist mehr als nass und den Hatscher durch den Sulzschnee wollen wir uns ersparen. Von der Bergstation führt ein Tunnel an den seil- versicherten Grat, der auf unseren Hausberg führt.

Der Anstieg durch das Blockwerk ist nicht schwer und so erreichen wir auch ohne „Seilhilfe“ den Gipfel unseres Horns, von dem wir eine umfassende Aussicht auf die Tauernberge bis hin zum Großvenediger geniessen. Im Norden blicken wir auf das Zeller Becken mit dem Zeller See hinab. In der Ferne grüßen Watzmann und Dachstein. Wir lassen uns ausgiebig Zeit und schauen und schauen, bevor der stärker werdende Andrang auf dem Gipfel uns zum Abstieg ver- anlasst

.                                                              Blick vom Kitzsteinhorn zum Großvenediger

8. Tag                                                                                                                                                                                                         Krefelder Hütte, 2296m - Lakarscharte, 2488m – Mühlbachtal – Mühlbach –Kaprun, 786m                                                  Gehzeit: 6 Std.

Das Wetter ist seit dem gestrigen Tag wieder gut, so wollen wir den Tag mit dem uns noch unbekannten Abstieg nach Niedernsill nutzen. Der Abstieg beginnt zunächst mit dem Aufstieg zur Lakarscharte. Bezeichnete Wegspuren führen dorthin durch das für die Alpinskifahrer „verunstaltete“ Kar unterhalb der Rettenwand. In der Scharte empfängt uns eine kleine Schafherde, die allerdings mehr als nur ein „schwarzes“ Schaf aufweist.

Jenseits der Scharte wird die Landschaft lieblicher. Zunächst steil, dann allmählich flacher werdend senkt sich der Weg in Serpentinen und Bögen ins grüne Mühlbachtal hinab, das wir kurz oberhalb der Jausenstation Schaunbergalm erreichen. Für eine Pause sind wir noch zu frisch, also marschieren wir über den breiten Forstweg bald in Waldgelände eintauchend ent-lang des Mühlbaches taluswärts. Der Weg ist be-quem, zieht sich jedoch länger hin als erwartet, eine Einkehrmöglichkeit ist nicht mehr gegeben.                                                     Blick in das obere Mühlbachtal

So gelangen wir schnellen Schrittes nach Mühlbach, verlassen dort die Straße nach Niedernsill und biegen Wegweisern nach Piesendorf folgend rechts ab in eine Nebenstraße, die uns an das Ufer der sehr schnell fließenden Salzach bringt. Entlang meines Geburtsflusses erreichen   wir bald Wegschilder, die uns sagen, dass Kaprun bald erreicht ist. In Kottingeinöden machen wir beim Einödwirt eine erste und einzige Rast, werden wir doch bereits in zwanzig Minuten in Kaprun sein. Dies bewahrheitet sich. Unterkunft bis zu unserer Abfahrt nach Krefeld erhalten wir erneut im Katharinenhof.                                                                                                     Das untere Mühlbachtal

C) Dreitausender auf dem Weg zur Krefelder Hütte                                                                              Von der Granatspitzgruppe zu den Glocknerbergen

Unsere mehrtägige Bergwanderung beginnt in Matrei in Osttirol, das von Krefeld aus mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut in einem Tag zu erreichen ist. Es empfiehlt sich eine Anfahrt mit der Bahn bis Kitzbühel. Von dort geht es mit dem Schnellautobus in einer guten Stunde durch den Felbertauerntunnel zur größten Nationalparkgemeinde der Nationalparkregion Hohe Tauern.

Matrei am Eingang des Virgentals gelegen bietet im Sommer ein großflächiges und gut ausgebautes Wanderwegenetz. Höchster Punkt der Gemeinde ist der Großvenediger – bei großzügiger Betrachtung soll uns unsere Wanderung also vom Großvenediger zum Großglockner führen.

1. Tag                                                                                                                                                                                                             Matrei – Goldried-Sesselbahn, 2156m - Kals-Matreier Törl, 2207m – Sudetendeutsche Hütte, 2650m                            Höhenunterschiede: bergauf 900m,  bergab 400m, Gehzeit: 5 Stunden                                                                               Unterkunft: Sudetendeutsche Hütte, Tel. 0043/4875/6466

Rund 4 Stunden mühsamen Aufstiegs über knapp 1200 Höhenmeter können wir uns mit einer gemütlichen Auffahrt mit der Goldried – Sesselbahn ersparen. So erreichen wir ausgeruht das Bergrestaurant Goldried auf 2156m Höhe und können sofort unsere aussichtsreiche Wanderung beginnen. Auf dem Europa – Panoramaweg erreichen wir nach 1 ½ Stunden das Kals-Matreier-Törl. Hier finden wir auf 2207m Höhe das privat geführte Törl-Haus, das in den drei Sommer-monaten bewirtschaftet ist. Eine Rast ist also angezeigt.

Auf dem Sudetendeutschen Höhenweg geht es nun weiter hinauf auf die Kalser Höhe, 2434m.Wir bleiben nun in etwa auf der Höhe zwischen 2400 und 2500m und erreichen das WegekreuzHohes Tor, 2477m. Der Bergsteig steigt nun weiter an und erreicht Höhen von über 2800m in der Dürrenfeldscharte. Erst dann senkt sich der Weg ab und führt in einem Bogen zur auf einem aussichtsreichen Hügel gelegenen Sudetendeutschen Hütte (etwa 3 ½ Stunden ab Törlhaus)                                                              Sudetendeutsche Hütte

2. Tag                                                                                                                                                                                                                   1. Abschnitt: Sudetendeutsche Hütte, 2650m  – Gr. Muntanitz, 3232m – Sudetendeutsche Hütte                   Höhenunterschiede: jeweils 700m , Gehzeit 4 Stunden

2. Abschnitt: Sudetendeutsche Hütte, 2650m  – Kalser Tauernhaus ,1755m                                                      Höhenunterschiede: bergauf 200m, bergab 1100m, Gehzeit 4 Stunden                                                                               Unterkunft: Kalser Tauernhaus, Tel.0043/664/9857090

Wer will hat die Möglichkeit, von der Sudetendeutschen Hütte aus mit dem Großen Muntanitz einen Dreitausender zu besteigen. Da wir auf dem Rückweg wieder zur Hütte absteigen müssen, kann die Besteigung im Grunde ohne Gepäck durchgeführt werden. Von der Hütte aus führt ein bezeichneter Bergsteig, der Karl Schöttner Weg, in nördlicher Richtung 300m hinauf zu den Wellachköpfen. Über den Grat geht es unschwierig weiter hinauf auf den Kleinen Muntanitz, 3192m. Hier hat man sein Soll eigentlich schon erfüllt. Sportliche Typen wagen noch den kurzen Abstieg in die Scharte, das Kampl, 3129m, die den Zustieg zum Großen Muntanitz vermittelt. 

Der Rückweg vollzieht sich auf dem Anstiegsweg. Die gastliche Hütte sollten wir zur Mittagszeit wieder erreicht haben.                                                                          Silesia – Höhenweg

Nach der Mittagspause schultern wir unsere schweren Rucksäcke und wandern nun auf dem Silesia – Höhenweg zunächst wieder rund 150m empor und dabei das ehemalige Gletscherbecken des Gradetzkess querend zum Gradetzsattel, 2826m unterhalb der Gradölz Spitze. Wir wandern weiter unschwierig zum Bloibalfelsen, 2684m. Hier senkt sich der Weg steil ab und erreicht die Abzweigung zum Kalser Tauernhaus im Muntanitztrog. Der AV-Steig Nr. 514 bringt uns über das Gelände der Ochsenalm stets abwärts. Nach Überschreiten des Trojasilbaches wendet sich der Weg streng nach Westen, am Punkt 2044m und bringt uns in zahlreichen engen Kehren zum 300 Meter unter uns liegenden Kalser Tauernhaus.

Anmerkung:                                                                                                                                                                                                      Wer die Besteigung des Muntanitz nicht vorsieht, kann über den Silesia-Höhenweg auch in einem Wandertag den Kalser Tauern und die Rudolfshütte erreichen. Gehzeit: 7 – 8 Stunden

3. Tag                                                                                                                                                                                                                 Kalser Tauernhaus, 1755m – Dorfer See-Kalser Tauern, 2518m – Medelzkopf, 2761m – Kalser Tauern -         Rudolfshütte, 2311m                                                                                                                                                        Höhenunterschiede: bergauf  1200m, bergab 550m, Gehzeit  5 Stunden                                                                             Unterkunft: Rudolfshütte, Tel: 0043/6563/8221

Das gemütliche Kalser Tauernhaus liegt im Dorfertal, das einst Gefahr lief Standort eines weiteren Speichersees zu werden. Die Gefahr wurde durch massive Proteste aus der Bevölkerung zunächst abgewendet. Ob die Entscheidung wohl Bestand hat?

Am Dorfer Bach entlang wandern wir gemütlich bergauf und stehen nach etwa einer Stunde vor dem idyllischen Dorfer See, 1925m. An dessen östlichem Ufer vorbei marschieren wir weiter bergan und treffen nach weiteren 1 ½ Stunden am Erdigen Eck wieder auf den Silesia-Weg. Nunmehr vereint geht es weitere 300 Höhenmeter empor zum Kalser Tauern, 2518m. Von hier sehen wir schon den Weißsee und die auf einem Hügel am See liegende Rudolfshütte, die wir in einer ½ Stunde erreichen können.

 Kalser Tauern

Es verbleibt folglich genügend Zeit zur Besteigung des Medelz-Kopfes. Wegspuren leiten uns die dazu erforderlichen 250 Höhenmeter bergauf. Wir werden belohnt durch eine um-fassende Rundsicht auf die Glocknerberge und die Gipfel der Granatspitzgruppe. Der Rückweg erfolgt wieder über den Kalser Tauern und dann auf einem guten Weg hinab zum Weißsee und das inzwischen privatisierte Berghaus.

4. Tag                                                                                                                                                                                                   Rudolfshütte, 2311m  –  Tauernmoossee, 2028m  - Kapruner Törl, 2639m  – Mooserboden, 2112m – Fürthermoaralm/Ebmatten-Alm, 1945m                                                                                                                         Höhenunterschiede: bergauf 600m, bergab 900m, Gehzeit: 6 Stunden                                                                                Unterkunft: Ebmatten-Alm, Tel.0043/6547 7158-23435

Zu Beginn haben wir die Wahl zwischen zwei Möglichkeiten, um hinunter zum Tauernmoossee zu gelangen. Entweder wählen wir den zwar kürzeren aber auch steileren und teilweise seilgesicherten Weg über die „Steinerne Stiege“ oder aber die sanftere und dafür ein wenig längere Variante über den Hinteren Schafbichl. - Aber absteigen müssen wir zunächst.

Am südlichen Ufer überschreiten wir auf einem Steg den türkisfarbenen Gletscherbach des Ödenwinkelkeeses. Über einen gut angelegten Steig wandern wir empor zum Übelkar und danach etwas sanfter ansteigend hinauf zum Kapruner Törl. Jenseits müssen wir durch ein mit losen Steinplatten durchsetztes Gelände hinunter in die Wintergasse und anschließend über einen Moränenrücken hinab zum Stausee Mooserboden. An dessen östlichem Ufer vorbei bringt uns ein guter Wanderweg zur Staumauer und damit in den Bereich des organisierten Tourismus zurück. Der letzte bequeme Tagesabschnitt zur Ebmattenalm, die wir nach einer guten halben Stunde erreichen, ist nicht zu verfehlen. Es erwarten uns hier freundliche Gastgeber und einfache Übernachtungsmöglichkeiten in einem urigen Almbetrieb.

5. Tag                                                                                                                                                                                                          Ebmatten – Alm, 1945m -  Kammerscharte,  2636m – Krefelder Hütte, 2296m                                                 Höhenunterschiede: bergauf 800m, bergab 500m, Gehzeit: 4 ½ Stunden                                                                           Unterkunft: Krefelder Hütte, Tel. 0043/6547/7780                                             Übergang Ebmatten - Kammerscharte

6. Tag                                                                                                                                                                                                           Krefelder Hütte, 2296m – Kitzsteinhorn, 3202m – Krefelder Hütte, 2296m                                                                                Bereits an anderer Stelle beschrieben

7. Tag                                                                                                                                                                                                           Krefelder – Hütte, 2296m  – Enzinger Weg – Maiskogel, 1561m – Kaprun                                                                              Bereits an anderer Stelle beschrieben

 

D) Von Hüttschlag nach Kaprun

Die Anreise nach Hüttschlag im Großarltal kann von Krefeld mit der Bahn bis Schwarzach/St. Veit und weiter mit dem Bus oder Ruftaxi innerhalb eines Tages geschehen.                                                                                                                          Unterkunft in Hüttschlag: Gasthof Hüttenwirt

1. Tag
Hüttschlag, 1030m – Harbachalm, 1612m – Toferer Scharte, 2090m –  Gamskarkogel – Toferer Scharte - Poserhöhe, 1642m
Höhenunterschiede: bergauf 1200m, bergab 600m, Gehzeit 5-6 Stunden
Unterkunft: Gasthaus Poserhöhe

Auf dem „Salzburger Almenweg“ marschieren wir zum Schappacher Hof. Hier tritt der Weg in den Wald ein und führt als Fußsteig in nordwestlicher Richtung bergauf, bis er in einer Höhe von 1400mauf einen Güterweg triff. Ihm folgen wir entlang des Toferer Baches und den Hängen des Frauenkogels bis zur Harbachalm. Der Weg verjüngt sich ab hier zu einem                                                                                   Hüttschlag

immer enger werdenden steinigen Bergpfad. Steil hinauf führt er durch Almengelände zur nicht bewirtschafteten Tofernalm. Nicht mehr weit ist es von hier bis zur Toferer Scharte, 2090, die das Großarltal mit dem Gasteiner Tal verbindet.

Von hier aus haben wir die Möglichkeit, die wir bei gutem Wetter auch nutzen sollten, in einer zusätzlichen knappen Stunde auf den Gamskarkogel zu steigen, der der höchste Grasberg Europas sein soll. Direkt am Gipfel steht die Bad Gasteiner Hütte, die 1828 im Auftrag von Erzherzog Johann errichtet worden ist und zu den ältesten Schutzhäusern des Alpenraumes gehört.

Wieder auf der Toferer Scharte angekommen, wenden wir uns dem Abstieg in das Kötschachtal zu. Tendenziell geht es nur noch bergab, dies aber in einem ständigen Auf und Ab. Auf 10 Meter Abstieg folgen 5 Meter Aufstieg. Dabei kann man einprägsam die unterschiedlichen Höhenabstufungen der Vegetation beobachten, die von offenem Weideland in Krüppelwald und schließlich in dichten Hochwald übergeht. Nach Überwindung von knapp 6oo Höhenmetern erreichen wir das Gasthaus Poserhöhe, das uns für die Nacht aufnimmt. Vom Gasthaus aus haben wir einen schönen Blick in das Gasteiner Tal.

2. Tag
Poserhöhe, 1642m – Grüner Baum, 1064m – Windischgrätzhöhe, 1220m – Bad Gastein, 1085m
Höhenunterschiede: bergauf 300m, bergab 900m, Gehzeit 3 ½ Stunden
Unterkunft: Gasthaus oder Hotel in Gastein (Landhaus am Hügel in Bad Gastein)

Nach dem Frühstück steigen wir steil auf einem Karrenweg hinab zur Hotelsiedlung Grüner Baum am Beginn des Kötschachtales. Unser Tagesziel Bad Gastein ist von hier nicht weit und über eine bequeme Wanderroute zu erreichen. Ein Waldweg bringt uns bergauf zum Gasthaus Rudolfshöhe. Hier stoßen wir auf einen angenehmen Wald- und Wiesenweg, queren die Trasse der Graukogelbahn und haben bald die Windischgrätzhöhe erreicht. Über eine Zufahrtstraße kommen wir schnell hinunter nach Bad Gastein, wo wir im Bereich der Stubnerkogelbahn im Landhaus am Hügel eine sehr gute Unterkunft finden.

Den verbleibenden Nachmittag nutzen wir zum Besuch der Felsentherme. Gastein lebt vom Wasser – die Thermalbäder werden aus insgesamt 18 radonhaltigen warmen Quellen gespeist, die ihre Heilwirkung vor allem bei Erkrankungen des Bewegungsapparates entwickeln sollen. Was soll uns danach noch passieren?

Blick auf Bad Gastein von der Poserhöhe aus

3. Tag
Bad Gastein – Auffahrt zum Stubnerkogel, 2236m – Mißbichlscharte, 2238m – Bockhartsee, 2070m – Bockhartsscharte 2226m – Filzenalm, 1774m – Gasthof Ammererhof, 1628m
Höhenunterschiede: bergauf 400m, bergab 800 m, Gehzeit: 7 Stunden
Unterkunft: Gasthof Ammererhof in Kolm-Saigurn

Mit der ersten Bergbahn um 08:30 Uhr fahren wir zum Stubnerkogel hinauf. Die Bergstation liegt auf 2230m Höhe. Auf einem zunächst breiten Grad wandern in südwestlicher Richtung zunächst zur Jungerscharte. Hier stehen wir vor der Wahl zwischen der Überschreitung des 2400m hohen Tischkogels oder der Nutzung des O.-Reichert-Weges, der als schmaler Bergpfad die steilen und ausgesetzten nördlichen Hänge des Tischkogels quert. Da wir uns in den Wolken befinden, entschließen wir uns für die zweite Variante.

Stellenweise heikel erreichen wir auf einem schmalen durch Geröll führenden Fußpfad die Ortbergscharte, 2264m. Hier stoßen wir auf den Weg, der vom Tischkogel hinunter kommt. Mit dem Über-gang zur Mißpichlscharte folgt ein eher geruhsamer Wegeabschnitt. An der Scharte öffnet sich uns erstmals ein Tiefblick auf den Unteren Bockhartsee – aber es ist nun auch mit der Bequemlichkeit vorbei. Der Steig zur Bockhartscharte zweigt in strikt westlicher Richtung vom Hauptweg ab und quert ausgesetzt und steil die Südhänge des Großen Silberpfennigs. Insbesondere bei Nässe ist große Vorsicht geboten und wir benötigen für die nur kurze Wegstrecke eine relativ lange Zeit, um an das Ufer des Oberen Bockhartsees zu gelangen. Hier lassen wir uns gerne zu einer ausführliche-ren Rast nieder.

                                     

Oberer Bockhartsee auf dem weg zur Bockhartscharte

Der notwendige Aufstieg zur Bockhartscharte ist schnell vollzogen. Es erwartet uns ein schöner Ausblick in das Rauriser Tal. Der Abstieg führt durch das Filzenkar in ein sehr schönes Hochtal, an dessen Ende sich die Filzenalm befindet. Wir passieren die Alm wie auch die folgende Durchgang-Alm und dringen in den Rauriser Urwald und damit in das Kerngebiet des Naturschutzparks Hohe Tauern ein. Der urwüchsige Lärchenwald, umgeben von Dreitausendern, liegt gut versteckt im hintersten Teil des Rauriser Tales. Mehr als 80 Tümpel und kleine Seen sowie über 600 Jahre alte Pflanzen befinden sich hier im naturbelassenen Blockwald einer alten Goldbergbauregion.

Über einen Wirtschaftsweg 100 Meter absteigend erreichen wir in den Naschmittagsstunden den an einem Berghang liegenden alten Traditionsgasthof Ammerer, bereits 1867 errichtet, der heute als OeAV/DAV – Vertragshaus Bergsteigern und Wanderern Unterkunft bietet.

4. Tag
Ammererhof, 1628m – Filzenalm, 1774m – Seealm, 1862m – Mitterastenalm, 1756m – Stanzalm, 1786m Wörth, 960m – Gasthof Schütt, 1030m
Höhenunterschiede: bergauf 500m, bergab 1100m, Wegstrecke: etwa 25km, Gehzeit: 6 Stunden
Unterkunft: Gasthaus Schütt im Seidenwinkltal in Wörth, Tel. 06544 / 6403

Ein sehr schöner Tag ist angebrochen und nach knapper Morgentoilette beeilen wir uns mit dem Frühstück, um auf den Weg zu kommen. Zunächst müssen wir auf der uns vom Vortag bekannten Strecke zurück zur Filzenalm. Hier zweigt der Weiterweg von der uns bekannten Route ab. Wir bleiben auf der östlichen Talseite und wandern durch Almengelände und lichte Bergwälder im leichten Auf und Ab in einer Höhenlage zwischen 1700 und 1800m über die Seealpe und die Mitterastenalm bis zur Adelkaralm, 1759m hoch gelegen. Dabei können wir herrliche Rückblicke auf die schneebedeckten Berge der Goldberggruppe genießen – Schareck, Hoher Sonnblick und Hocharn sind die bekannten Dreitausender.

                                                               Auf dem Weg zur Filzenalm

Ab der Adelkaralm steigt der Weg plötzlich nahezu 150 Meter durch Wald bergan, bevor er sich erneut absenkt zur Stanzalm. Dabei passieren wir die Trasse einer neu erbauten Straße, die zu einem Steinbruch führt. Wie wir später erfahren, ist hier vor kurzem Marmor gefunden worden, der nun ausgebeutet wird. Die sehr schön – im Übrigen exakt in der Mitte der Tagesstrecke – gelegene Stanzalm lädt uns zu einer ausgiebigen Mittagsrast auf der Sonnenterrasse ein. Wir befinden uns in einer prächtigen Hochgebirgslandschaft.

Noch etwa eine Gehstunde verbleibt der gute Weiterweg noch auf der Höhe, bevor er sich durch den inzwischen erreichten Gemeindewald von Fröstlberg ins Tal absenkt. Dieser Wegabschnitt gehört sicher nicht zu den interessanten des Tages und so sind wir froh, im Weiler Fröstlberg wieder offenes Gelände zu erreichen.

Parallel der Fahrstraße wandern wir hinein nach Wörth und biegen dort in das Seidenwinkltal ein. Dieses lang gestreckte romantische Tal bildet die Grenze zwischen der Goldberg- und der Glocknergruppe und vermittelt einen problemlosen Übergang zur Glocknerstraße.

Gemächlich im Tal ansteigend erreichen wir nach einer knappen Stunde den seit über zwei Jahrhunderte im Familienbesitz befindlichen Gasthof Schütt mit seinen beeindruckenden Stuben und Einrichtungen. Der Abend verläuft ausgesprochen stilvoll und gemütlich.

Rast auf der Stanzalm

 

 

 

 

 

 

5. Tag
Gasthof Schütt, 1030m  –
mit Tälerbus bis zum Rauriser Tauernhaus, 1520m – Litzhofalm, 1727m – Mittertörl, 2372m – Fuscherlacke, 2262m
Höhenunterschiede: bergauf 1000m, bergab 200m, Gehzeit: 3 Stunden
Unterkunft: Gasthaus Fuscherlacke, Tel. 06546/6779

Natürlich kann man den langen weg durch das Seidenwinkltal zu Fuß absolvieren und sollte es bei angenehmen Wetter-bedingungen auch tun. Aber um ehrlich zu sein, wir sind nicht traurig, als dichte Regenwolken um das Haus ziehen und wir angesichts einer angekün-digten weiteren Wetterverschlechterung den ersten „langen“ Teil des Weges bis zum

Rauriser Tauernhaus

Tauernhaus mit dem Tälerbus zurücklegen können in der Hoffnung, trocken den Anstieg zum Mittertörl bewältigen zu können. Doch bereits während der Busfahrt beginnt es zu regnen – was uns in unserer Entscheidung aller- dings bestärkt.

Der Kleinbus bringt uns durch das lang gestreckte und sehr schöne Seidenwinkltal an mehreren Almen vorbei mäßig ansteigend zur Paffneralm. Ab hier wird der Fahrweg steiler und wilder – dennoch schafft es der Bus bis zum Tauernhaus. Ab hier heißt es, wieder mit eigener Kraft weiter zu kommen. Zunächst werfen wir jedoch einen Blick in das aus dem 17. Jahrhundert stammende Haus, das noch mit der alten sparsamen Einrichtung versehen ist.

 

                                                                                             

Der nun beginnende Fußweg führt steiler werdend entlang der Seidenwinkl Ache zur Litzhofalm, 1727, die die geeignete Jausenstation wäre für all diejenigen, die ihren Fußmarsch in Wörth begonnen haben. Wir widerstehen der Versuchung und gehen im stärker werdenden Regen weiter. Der Weg verlässt den Berg-wald und führt im freien Gelände in Stufen steil bergauf. Ab einer Höhe von 2000m befinden wir uns in den Wolken beziehungsweise im Nebel – die Sicht auf die umliegenden Berge ist für uns nicht mehr möglich. So streben wir ohne weitere Pausen zäh dem Mittertörl zu, welches

Seidenwinkl - Ache

plötzlich aus dem Nebel auftauchend vor uns liegt. Auf einer relativ kurzen Strecke haben wir 600 Höhenmeter überwunden. Es ist Mittagszeit, aber für diese Tageszeit sehr dunkel. So schalten wir aus Sicherheitsgründen unsere Stirnlampen an, müssen wir doch für die vor uns liegenden letzten zwei Kilometer über die Glocknerstraße abwärts durch den unbeleuchteten Mittertörltunnel laufen. Nach einer knappen halben Stunde stehen wir vor dem einfachen Gasthaus Fuscherlacke und sind froh, schnell ein neu ausgebautes sauberes Zimmer beziehen zu können.

Nach einer heißen Dusche, mit der wir gar nicht gerechnet haben, verbringen wir den Rest des Nachmittags Skat spielend in der Gaststube, froh im Trockenen aber nicht auf dem Trockenen zu sitzen. Attraktion des Tages und bewundert vor allem von einer mit Filmgeräten und Kameras bewaffneten Gruppe japanischer Gäste ist der als „Mankerlwirt“ bekannte Gastronom Herbert Haslinger mit seinem gezähmten Murmeltier „morfi“. Den versprochenen Ausblick auf die imposanten Bergriesen der Glocknergruppe dagegen können wir nicht erleben.

6. Tag                                                                                                                                                                                                 Fuscherlacke, 2262m – mit Bus nach Ferleiten, 1152m – Fusch, 811m – Hirzbachalm - Gleiwitzer Hütte, 2174m              Höhenunterschiede: bergauf  1550m, bergab 500m, Gehzeit 6 Stunden                                                                             Unterkunft: Gleiwitzer Hütte, Tel. 0676 /4783420

                                                                   Glocknerstraße nach Ferleiten

Nach dem Frühstück fahren wir mit dem Bus hinunter ins Ferleitental. An der Mautstelle verlassen wir den Bus und beginnen unsere Wanderung. Wir marschieren in nördlicher Richtung durch die Bärenschlucht bis zu den Höfen am wimmer Berg Weiter talwärts entlang der Fahrstraße, bis nach etwa 1 km ein weg links abzweigt, der uns in einem Auf und Ab direkt nach Fusch bringt. (2 Std. ab Ferleiten).

Nach der Mittagspause beginnen wir den nun folgenden Aufstieg über gut 1300 Höhenmeter zur Gleiwitzer Hütte. Von der Kirche im Ortszentrum wandern wir in südwestlicher Richtung zum Eingang des Hirzbachtales. In Kehren bringt uns der AV-Weg Nr. 725 steil hinauf zur Feistlalp und weiter zur engen Grabenschlucht. Hier queren wir den Hirzbach und gelangen nach etwa 2 ½ Stunden zur Hirzbachalm, 1715m. Von der Alm führt der Weg nun in einem angenehm steigenden Linksbogen bis zu einem Wegekreuz, wo er wieder steiler wird für den letzten Aufschwung zur Gleiwitzer Hütte, die wir nach etwa 4 Stunden ab Fusch erreicht haben.

7. Tag                                                                                                                                                                                                           Gleiwitzer Hütte, 2174m  – Brandlscharte, 2371 m  – Imbachhorn, 2470m – Pfiffscharte – Neumayeralm - Kaprun, 786m
Höhenunterschiede: bergauf  400m, bergab 1500m, Gehzeit 5-6 Stunden
Unterkunft: Gasthof oder Hotel in Kaprun

Vor der Hütte wählen wir den Weg Nr. 723 und wandern ein kurzes Stück in nördlicher Richtung. Wir überqueren einen Graben und stehen bald darauf vor einer Weggabelung. Wir folgen dem linken Zweig und erreichen nach einer Stunde Aufstieg die südliche Brandlscharte, 2371m hoch. Wir bleiben hier auf dem Weg Nr. 723, der in nördlicher Richtung zum Türchelkopf führt. Nach einem kurzen Bogen stehen wir an der Roßkopfscharte an einer Abzweigung, die den Zugang zum Imbachhorn vermittelt. Den kurzen Aufstieg über rund 100 Höhenmeter sollten wir nicht versäumen, werden wir auf dem Gipfel doch von einer umfassenden Aussicht verwöhnt.

Zurück zur Scharte und auf Weg 723 – dem Imbachsteig – abwärts unterhalb des Türchelkopfes vorbei zur Pfiffscharte, 1785m  und weiter durch Almgelände zur Neumayeralm. Bald geraten wir in den Wald und wandern an der linken Seites des Imbaches vorbei abwärts nach Kaprun, das wir im Ortsteil Lechnerdörfl erreichen.

8. Tag                                                                                                                                                                                                                  Kaprun – Maiskogel, 1561m  -  Enzinger Weg – Krefelder Hütte, 2296m                                                                                       Gehzeit: 4 Stunden

bereits an anderer Stelle beschrieben

No Altitude
Trackstatistik: 
0.00Km

Standort

Standort:
Krefelder Hütte Zell am See
Österreich
47° 12' 42.0012" N, 12° 41' 48.0012" E